Stadt stellt wieder zusätzliche Angebote zur Verfügung und schaltet Hotline

Auch in diesem Winter bietet die Stadt Köln wieder besondere Hilfen für Wohnungslose an. Das Hilfsangebot gibt es seit mehreren Jahren. Damit soll diesem Personenkreis in der kalten Jahreszeit von November bis April ein zusätzlicher Schutz vor Kälte und Nässe ermöglicht werden.

Extreme Temperaturen oder Schneefälle in der kalten Jahreszeit führen dazu, dass auch Menschen eine Unterbringung wünschen, die bei normalen Witterungsbedingungen auf der Straße leben und in dieser Zeit bestehende Unterbringungsangebote ablehnen. Aber auch Menschen, die sich in Köln aufhalten und kein Einkommen oder Ansprüche auf Sozialleistungen haben, bedürfen in solchen Notsituationen einer humanitären Hilfe und Schutz vor gesundheitlichen Schäden.

Hierfür bietet das Amt für Soziales und Senioren seit mehr als zehn Jahren eine Winterhilfe an. Diese besonderen Vorkehrungen werden für die kalte Jahreszeit zwischen Oktober bis April getroffen. Das bestehende Unterbringungsangebot wird für diesen Zeitraum zeitlich befristet aufgestockt. Bei extremen Witterungsverhältnissen werden darüber hinaus durch ehrenamtliche Kräfte und städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sogenannte "Kältegänge" durchgeführt.

Der schneereiche Winter 2010/2011 und der Winter 2011/2012 mit einer langen Frostperiode und Temperaturen von teilweise unter minus 10 Grad haben bei vielen Bürgerinnen und Bürgern zur Sorge um die Menschen geführt, die wohnungslos sind und auf der Straße leben.

Trotz einer großen und ausreichenden Anzahl von Unterbringungs-, Wohn- und Hilfsangeboten im Winter gibt es Wohnungslose, die aus unterschiedlichen Gründen Hilfen nicht annehmen. Eine Auswertung während der Kältegänge im Winter 2011/2012 ergab, dass rund 50 wohnungslose Menschen auch bei strengsten Witterungsverhältnissen auf der Straße bleiben und bestehende Hilfe ablehnen.

Für Wohnungslose, die zumindest zeitlich begrenzt während der Winterzeit eine Unterbringung ganz oder teilweise annehmen wollen, stellt das Amt für Soziales und Senioren zusätzliche Hilfsangebote im Winter 2012/2013 zur Verfügung.

Kapazitätserweiterung der Notaufnahmen

Im Bereich der Notaufnahmen werden über die bereits bestehenden umfangreichen Maßnahmen hinaus folgende Kapazitätserweiterungen als vorsorgende Maßnahmen angeboten

  • für Männer bis zu 41 Plätze beim Johannesbund Köln gGmbH
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  • für Frauen vier zusätzliche Plätze bei der Diakonie Michaelshoven und dem Sozialdienst katholischer Frauen e.V.
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  • für Männer und Frauen vier zusätzliche Plätze beim Wohnungsversorgungsbetrieb der Stadt Köln.
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    Daneben steht ganzjährig ein ausreichendes Unterbringungsangebot an speziellen Notschlafstellen für Männer, Frauen und Drogenabhängige sowie an niederschwelligen Wohnhilfen, betreuten Wohnplätze und geschützten Wohnsegmenten zur Verfügung. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter stehen den Betroffenen zur Seite, um mit ihnen eine neue Lebensperspektive zu entwickeln. Um auch akut Wohnungslosen täglich sofort Hilfe anbieten zu können, stehen darüber hinaus 350 Plätze im Notversorgungsbereich der ordnungsbehördlichen Unterbringung zur Verfügung.

Zur Orientierung, welche Hilfen im Kölner Hilfesystem zu finden sind, hilft die aktuelle Broschüre "Wo-Wann-Wer?" weiter. Hier stellt der Verein "Die Brücke e.V." aus Berlin in Kooperation mit Trägern des Kölner Hilfesystems und dem städtischen Amt für Soziales und Senioren die Hilfen für in Wohnungslosigkeit geratene Kölner Bürgerinnen und Bürger übersichtlich dar.

Hotline für Bürgerinnen und Bürger

Auch in diesem Jahr bietet die Stadt Köln eine Telefonnummer an, unter der Bürgerinnen und Bürger mitteilen können, wenn sie hilflose wohnungslose Menschen bemerken, die bei Minustemperaturen im Freien schlafen. Diese Hotline ist 24 Stunden täglich zu erreichen und wird durch den Träger der Wohnungslosenhilfe "Haus Rupprechtstraße KölngGmbH", ein Wohnhaus für straffällig gewordene Frauen und Männer, sichergestellt.

Die Rufnummer lautet: 0221 / 44 10 26.

Bei akuten oder sich abzeichnenden Notfällen sollte man allerdings direkt die Notrufnummer 112 wählen.

Per E-Mail ist es außerdem möglich, sich direkt an das Sozialamt zu wenden. Die genannte Hotline ist nur für die Meldung von hilfslosen Personen, die auf der Straße schlafen, vorgesehen. Private Kleiderspenden können nicht unter dieser Rufnummer angemeldet oder abgegeben werden.

Im Einzelfall kann man Kleiderspenden für den Winter an das Amt für Soziales und Senioren unter der untenstehenden E-Mailadresse  ankündigen. Das Sozialamt meldet Anfragen dann an Kleiderkammern weiter.

Kältegänge

Nach den positiven Erfahrungen der letzten Jahre werden auch in diesem Winter in Kooperation zwischen den Trägern der Wohnungslosenhilfe, dem Amt für Öffentliche Ordnung und dem Amt für Soziales und Senioren Kältegänge durchgeführt. Dabei suchen bei längerfristigem Absinken der Temperaturen in den Minusbereich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Abendstunden in der Kölner Innenstadt Plätze auf, an denen sich Wohnungslose aufhalten.

Wohnungslose mit Tieren

Auch in diesem Winter werden Notaufnahmeplätze für Frauen und Männer mit Tieren bereitgehalten. Für Frauen mit Tieren steht die Notaufnahme "Comeback" des Sozialdienstes Katholischer Frauen e.V. (SKF) zur Verfügung.

In begrenztem Umfang können wohnungslose Menschen mit Hunden beim Wohnungsversorgungsbetrieb der Stadt Köln einen Platz finden.

Nachtcafés

In fünf Kölner Kirchengemeinden werden im Rahmen der Winterhilfe Nachtcafés eingerichtet, in denen Wohnungslose ebenfalls übernachten können. Diese Initiative wird durch ehrenamtliche Kräfte der Gemeinden angeboten. Es handelt sich um dezentrale Angebote, die durch die katholische Obdachlosenseelsorge organisiert werden.

Ordnungsbehördliche Unterbringungen aus humanitären Gründen

Für Menschen, die kein Einkommen oder keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben, werden im Rahmen des Ordnungsbehördengesetzes aus humanitären Gründen zusätzliche Unterbringungskapazitäten bereitgehalten. Für diese Personengruppe wurde eine Unterbringung mit 35 Schlafplätzen für Männer und Frauen für die Zeit vom 1. Dezember 2012 bis zum 31. März 2013 geschaffen.

Der Aufenthalt in diesen Notunterbringungen ist begrenzt von 19 Uhr abends bis 8 Uhr morgens. Diese humanitären Unterbringungen werden über die Fachstelle Wohnen vermittelt oder mittels Weiterleitung durch Polizei, Bahnhofsmission oder andere Notschlafstellen.

 

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Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit