Bürgerinnen und Bürger können bei 24-Stunden-Hotline hilflose Wohnungslose im Freien melden

Angesichts des Kälteeinbruchs auch in Köln weist die Stadt noch einmal auf das umfassende Angebot der Winterhilfe für Wohnungslose hin. Das Hilfsangebot gibt es seit mehr als zehn Jahren. Damit soll diesem Personenkreis in der kalten Jahreszeit von November bis April ein zusätzlicher Schutz vor Kälte und Nässe ermöglicht werden.

Die Stadt Köln bietet außerdem eine Telefonnummer an, unter der Bürgerinnen und Bürger mitteilen können, wenn sie hilflose wohnungslose Menschen bemerken, die auch bei Minustemperaturen im Freien schlafen. Die Hotline ist 24 Stunden täglich erreichbar. Das wird durch einen Träger der Wohnungslosenhilfe, die Haus Rupprechtstraße Köln gGmbH - Wohnhaus für straffällig gewordene Frauen und Männer, sichergestellt. Die Nummer der Hotline lautet: 0221 / 441026. Auch per E-Mail kann man sich beim Sozialamt melden.

Um die besondere Lebenssituation der Betroffenen, keine Wohnung zu haben, kümmert sich das städtische Amt für Soziales und Senioren aber auch das ganze Jahr über. Ihnen zu einer Wohnung zu verhelfen, ist daher kein zeitlich begrenztes Angebot. So finanziert das Sozialamt neben rund 60 speziellen Plätzen in Notschlafstellen für Männer, junge Erwachsene, Frauen und Drogenabhängige auch rund 700 Wohnplätze. Damit soll die Wohnungslosigkeit überwunden und eine neue Lebensperspektive entwickelt werden. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter stehen den Betroffenen zur Seite. Um aber auch akut Wohnungslosen täglich eine sofortige Hilfe bieten zu können, stehen darüber hinaus bis zu 300 Plätze im Notversorgungsbereich zur Verfügung, die sich auf das gesamt Stadtgebiet verteilen.

Für diesen Winter ist eine Neuauflage der Broschüre "Wo-Wann-Wer?" erschienen. Der Verein "Die Brücke e. V." aus Berlin stellt in Kooperation mit den Trägern des Kölner Hilfesystems und dem städtischen Amt für Soziales und Senioren in der bereits zweiten umfangreicheren Auflage die Hilfen für in Wohnungslosigkeit geratene Kölner Bürgerinnen und Bürger übersichtlich dar. So vielfältig wie diese besonderen Lebenslagen sind auch die Kölner Hilfsangebote für Wohnungslose. Das Heft soll insbesondere Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Ordnungsamtes, der Polizei, der Feuerwehr und der Rettungsdienste, der Sozialdienste in den Krankenhäusern, niedergelassenen Ärzten, Mitarbeitern der Bahnhöfe und der KVB sowie anderer Stellen von Nutzen sein.

Trotz der großen und ausreichenden Anzahl an vorhandenen Wohn- und Hilfsangeboten gibt es Wohnungslose, die aufgrund ihres jahrelangen Lebens auf der Straße keine dieser Hilfen annehmen wollen und können oder diese ablehnen. Nach Auswertung der aufgesuchten Schlafplätze, Essensausgaben und der angetroffenen Wohnungslosen während der sogenannten "Kältegänge" im Jahr 2010 halten sich im Schnitt mindestens 50 wohnungslose Personen auch noch im strengen Winter auf Kölner Straßen auf, ohne eine Hilfe in einer Notunterkunft oder in einem Wohnangebot anzunehmen.

Zusätzliche Hilfsangebote im Winter

Die Stadt Köln hält auch in diesem Winter zusätzliche Angebote auf niedrigster Schwelle für Wohnungslose im Rahmen der Winterhilfe vor.

Kapazitätserweiterung der Notaufnahmen

Im Bereich der Notaufnahme wurden über die bereits bestehenden umfangreichen Angebote hinaus folgende Kapazitätserweiterungen als vorsorgliche Maßnahmen vorbereitet:

  • für Männer bis zu 30 zusätzliche Plätze beim Johannesbund gGmbH
  • für Frauen vier zusätzliche Plätze beim Diakonischen Werk und dem Sozialdienst katholischer Frauen.

Kältegänge

Auf Grund der positiven Erfahrungen der letzten Jahre finden auch in diesem Winter in Kooperation mit den Trägern, dem Amt für öffentliche Ordnung und dem Amt für Soziales und Senioren die sogenannten "Kältegänge" statt. Die Koordinierung und Steuerung wird durch das Amt für Soziales und Senioren gewährleistet.

Bei diesen Kältegängen werden bei einem längerfristigen Absinken der Temperaturen in den Minusbereich jeden Abend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der genannten Institutionen sogenannte "Schlafplätze" in der Kölner Innenstadt aufsuchen, um Wohnungslose vor dem Erfrierungstod zu schützen und sie zur Annahme der Hilfen zu bewegen.

Wohnungslose mit Tieren

Auch in diesem Winter werden wieder Notaufnahmeplätze für Frauen und Männer mit Tieren angeboten. Im Bereich der Notaufnahmen finden Frauen mit Tieren in der Notschlafstelle "Comeback" ein Quartier. Für Männer mit Tieren ist der Johannesbund gGmbH erste Anlaufstelle.

In Kooperation mit dem Wohnungsversorgungsbetrieb steht für wohnungslose Menschen mit Hunden ein weiteres Unterbringungsangebot zur Verfügung. Hierdurch kann auch Wohnungslosen mit Hunden, welche die Notaufnahmen nicht nutzen oder die aufgrund ihres großen Hundes keine Wohnung auf dem freien Wohnungsmarkt finden, eine einfache Erst-Wohnversorgung ermöglicht werden.

Nachtcafés

In fünf Kölner Kirchengemeinden werden im Rahmen der Winterhilfe sogenannte Nachtcafés eingerichtet, in denen Wohnungslose die Nacht verbringen können. Diese Initiative wird durch ehrenamtliche Kräfte in den Kirchengemeinden angeboten. Hierbei handelt es sich um dezentrale Angebote, organisiert durch die katholische Obdachlosenseelsorge.

Über die Winterhilfe hinaus stehen auch in den Wintermonaten immer noch ausreichend freie Betten im Hilfesystem für wohnungslose Personen zur Verfügung. Bei Bedarf können kurzfristig weitere Kapazitäten geschaffen werden. Die acht Beratungsstellen für Wohnungslose in Köln vermitteln auch direkte Hilfen, von der Unterbringung in Notunterkünfte über medizinische Hilfen bis zu Angeboten des Kölner Hilfesystems oder beim Anmieten einer Wohnung.

Das ganzjährige Hilfesystem für Wohnungslose

Durch das Dienstleistungszentrum ResoDienste Köln im Kalk Karree werden in Kooperation mit den Trägern der Wohlfahrtspflege für wohnungslose Menschen in Köln das ganze Jahr über Wohnangebote und persönliche Hilfen ausreichend vorgehalten. Ganzjährig stehen in Köln rund 700 Wohnplätze zur Verfügung.

Diese Angebote verteilen sich auf verschiedene Hilfeformen, beispielsweise begleitete Wohnangebote in Wohngruppen, Wohnprojekte und Wohnheime sowie dezentral zielgruppenorientierte Hilfen:

  • acht Fachberatungsstellen, die Überlebensstation "Gulliver" am Hauptbahnhof, ein Restaurant
  • Gesundheitshilfen wie Krankenwohnung, ein mobiler medizinischer Dienst
  • Übernachtungsangebote in Notaufnahmen
  • ambulante Begleithilfen im eigenen Wohnraum und auf der Straße
  • wirtschaftliche Hilfen nach dem SGB II und SGB XII und die Vermittlung von eigenem Wohnraum.

Weitere Informationen

Wohnungslosenhilfe
E-Mail an das Sozialamt
Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit