Verwaltung bereitet die Einrichtung einer Verkehrs- und Tunnelleitzentrale vor

Die Verwaltung bereitet derzeit die Einrichtung einer gemeinsamen Verkehrs- und Tunnelleitzentrale vor, die plangemäß zum Ende des zweiten Quartals 2020 den Betrieb aufnehmen soll. Die Zentrale soll künftig ermöglichen, dass das Verkehrsgeschehen in Köln rund um die Uhr beobachtet und koordiniert werden kann sowie Störungen zeitnah behoben werden können. Zu diesem Zweck hat die Verwaltung die Vorlage "Bedarfsfeststellungsbeschluss für den Aufbau einer gemeinsamen Verkehrs- und Tunnelleitzentrale" in die politischen Gremien eingebracht. Notwendig sind die Zustimmungen des Verkehrsausschusses, voraussichtlich in der Sitzung am 10. September 2019 sowie des Finanzausschusses (23. September 2019). Die Gesamtkosten für den Aufbau der gemeinsamen Verkehrs- und Tunnelleitzentrale belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro.

Derzeit gibt es bereits eine Verkehrsleitzentrale im Stadthaus in Köln-Deutz. Sie ist üblicherweise montags bis freitags zwischen 7.30 und 17 Uhr sowie bei Sonderveranstaltungen mit besonderer verkehrlicher Bedeutung auch an Wochenenden besetzt. Die Verkehrsleitzentrale erfasst den Verkehr auf dem so genannten "mobilitätsrelevanten Straßennetz", das die wichtigsten Straßenverbindungen umfasst. Die Verkehrsteilnehmenden sowie die Medien werden von hier aus auf verschiedenen Wegen über die aktuellen Verkehrszustände und die Parkraumsituation informiert. Zudem werden von dort aus kurzfristige Verkehrseinschränkungen, große Veranstaltungen, Baustellen oder neue Verkehrsanordnungen, beispielsweise zu Streckenbeschränkungen, öffentlich gemacht. Die Mitarbeitenden in der Leitzentrale können das elektronische Verkehrslagebild einsehen, auswerten und entsprechende Maßnahmen einleiten. Auch die im Stadtgebiet vorhandenen Verkehrsbeobachtungskameras werden dort abgebildet.

Um der rechtlichen Verpflichtung einer ständigen Überwachung der Kölner Straßentunnel nach den Richtlinien für den Ausbau und Betrieb von Tunnelanlagen nachzukommen, wurde im Jahr 2017 eine provisorische Tunnelleitzentrale in einem Bürocontainerkomplex an der Solinger Straße in Köln-Kalk eingerichtet. Diese überwacht derzeit den ordnungsgemäßen Betriebszustand des Straßentunnels Am Domhof in der Kölner Innenstadt owie des Tunnels Kalk (B55a) und gewährleistet die Sicherheit der Verkehrsteilnehmenden. Nach und nach werden alle Straßentunnel im Stadtgebiet an die Tunnelleitzentrale angeschlossen.

Zukünftig ist geplant, die Verkehrs- und die Tunnelleitzentrale an einem Standort zusammenzufassen und rund um die Uhr zu betreiben. Dafür wird ein Schichtbetrieb mit jeweils zwei Leitstellenmitarbeitern eingerichtet. Die neue, kombinierte Zentrale soll sicherstellen, dass bei Störungen und besonderen Ereignissen früh reagiert werden kann. Hierzu ist eine enge Abstimmung mit der Polizei, den Kölner Verkehrs-Betrieben und der Landeszentrale von Straßen NRW in Leverkusen geplant.

Die neue Einrichtung bietet die Möglichkeit, die vorhandenen Informationsmöglichkeiten wie das Verkehrsleitsystem, das Parkleitsystem oder den Verkehrskalender zu optimieren und die Betriebsabläufe zukunftsfähig zu gestalten. Die Beobachtungskameras und die Sensorik in den Tunnelbereichen ergänzen den bisherigen Bestand an Verkehrsdetektion. Neben einer Erhöhung der Sicherheit und der Optimierung im Verkehrsablauf für den Straßenverkehr und den Betrieb der Tunnel können mit einer gemeinsamen neuen Verkehrs- und Tunnelleitzentrale auch die rechtlichen Anforderungen gemäß dem BSI-Gesetz (Regelungen in Bezug auf das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik) und der Verordnung KRITIS-V (Kritische Infrastruktur Verkehr) umgesetzt werden.

Durch gemeinsame Personal- und Organisationsstrukturen sowie eine gemeinsame Raumnutzung können zudem Synergieeffekte erzielt werden. Parallel zur Errichtung der Verkehrs- und Tunnelleitzentrale werden bestehende Systeme erneuert beziehungsweises aktualisiert, beispielsweise die elektronischen Variotafeln oder Teile der Prozessrechner. Die Stadt Köln wird damit zukünftig den Anforderungen aus EU-Verordnungen zu Verkehrsmeldungen und Informationen für Reisende nachkommen können. Durch den Anschluss der Zentrale an den MobilitätsDatenMarktplatz des Bundes profitieren auch Dritte von den erhobenen Daten, die dort zur weiteren Verarbeitung zur Verfügung gestellt werden. Bereitgestellt werden dort alle wichtigen Informationen über Verkehrsströme, Staus, Baustellen, Parkmöglichkeiten und einiges mehr.

Für den Aufbau der Verkehrs- und Tunnelleitzentrale wurde im Stadthaus Ostgebäude in Räumen des ehemaligen Rechenzentrums ein geeigneter Standort gefunden. Die dort geplanten Arbeitsplätze sollen so ausgestattet werden, dass von jedem Arbeitsplatz alle Bedienfunktionen der Verkehrstechnik und der Tunneltechnik gleichberechtigt vorgenommen werden können. Eine gemeinsame Videowand, auf der unterschiedliche Ansichten aktueller Verkehrszustände dargestellt werden, wirkt sich positiv auf Abstimmungsprozesse aus und ermöglicht eine schnelle Reaktion bei Störfällen.

Nach der Zustimmung der politischen Gremien zur Verwaltungsvorlage werden die Arbeiten zur baulichen Ausstattung der Räumlichkeiten sowie zur Hard- und Softwareausstattung für die Technik vergeben. Die Verwaltung hat bereits damit begonnen, die erforderlichen Personalkapazitäten zuzusetzen und das Personal – soweit schon jetzt möglich – für die neue Aufgabe zu schulen.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit