Gebäudewirtschaft prüft, wie Zeitverlust wieder aufgeholt werden kann

Für die Vergabe von Leistungen für den Neubau des Historischen Archivs und Rheinischen Bildarchivs am Eifelwall in der Kölner Südstadt liegt aktuell eine Vergaberüge vor. Ein unterlegener Bieter in dem Vergabeverfahren für die Errichtung der Regalanlagen im künftigen Magazinbau hat bei der Bezirksregierung Köln eine Nachprüfung der Vergabeentscheidung erwirkt. Das Verfahren läuft noch. Dadurch, dass das Vergabeverfahren bis zu einer Entscheidung ruht, ergeben sich Terminverschiebungen, dessen Folgen belastbar noch nicht genau benannt werden können.

Ein zweiter Einspruch gegen die Beauftragung im Gewerk "Schwachstrom für die technische Gebäudeausrüstung" ist abgeschlossen. Er wurde zugunsten der Stadt Köln entschieden. Trotzdem hat auch der Einspruch in diesem Vergabeverfahren Verzögerungen zur Folge.

Beide Einsprüche wirken sich zudem auf die zeitlich folgenden Gewerke im Magazingebäude aus. Bevor nicht die Schienen des Regallagers montiert sind, kann in diesem Gebäudeteil nicht wie vorgesehen der Estrich eingebracht werden. Inwieweit dieser Zeitverlust durch Beschleunigungen in anderen Gewerken aufgeholt werden kann, wird derzeit geprüft.

Die Rohbauarbeiten des neuen Komplexes sind inzwischen abgeschlossen. In Teilbereichen müssen noch Mängel beseitigt werden, was den Projektverlauf zeitlich ebenfalls belastet. Die Fassaden- und Dacharbeiten sind deutlich vorangeschritten. Die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln geht weiterhin davon aus, dass die Übergabe des funktionsfähigen Neubaus an die Nutzer in 2020 möglich ist. Bevor jedoch ein konkreter Monat zur Übergabe genannt werden kann, ist der Ausgang der noch anhängigen Rüge abzuwarten.

Die Beauftragung dieser Vergabeeinheit ist maßgeblich für den gesamten Projektablauf. Er werden aktuell Gespräche mit den ausführenden Firmen geführt, mit dem Ziel, die eingetretenen Verzögerungen – insbesondere in Bezug auf die bisherigen Vergabebeschwerden – möglichst aufzuholen. Sobald vergaberechtliche Klarheit herrscht, werden der Generalterminplan fertiggestellt und unverzüglich Politik und Öffentlichkeit informiert.

Zum Hintergrund: Nachprüfungsverfahren in Form von Vergaberügen oder Vergabebeschwerden sind Rechtsmittel, die nach dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) sowie der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) bei Ausschreibungen öffentlicher Aufträge jedem Bieter zustehen. Diese wirken sich, unabhängig von der Entscheidung automatisch hemmend auf jedes Verfahren und damit auch den Baufortschritt aus. Ein Auftrag im jeweils betroffenen Vergabeverfahren kann nicht erteilt werden, bis das Rügeverfahren entschieden ist.

Der Markt für Bauleistungen ist bereits seit drei Jahren mehr als gesättigt, die Situation verschärft sich weiter und dies wird bei der Vergabe von Bauleistungen auch für Kommunen zu einem immer größeren Problem. Die Vergaben anstehender Bauleistungen – aber auch die Vergabe an externe Ingenieure – gestaltet sich zunehmend schwieriger. Der Markt muss aufgrund des kontinuierlichen Bauboom als sehr eng und schwierig bezeichnet werden. Für große Bauprojekte kommen oftmals nur wenige potentielle Bauunternehmen in Frage.

Am Eifelwall errichtet die Stadt Köln Europas modernstes kommunales Archiv, in dem das Historische Archiv der Stadt Köln und das Rheinische Bildarchiv ihren neuen Platz finden. Bauherrin ist die städtische Gebäudewirtschaft. Gebaut wird nach den Plänen des Architekturbüros Waechter + Waechter Architekten aus Darmstadt eine dreigeschossige Mantelbebauung, in dessen Mitte sich das so genannte Schatzhaus erhebt, das mit seinen Magazinen die Archivalien und Fotografien schützt. Auf einer Gesamtfläche von etwa 22.580 Quadratmetern stehen rund 58 Regalkilometer und 460 Planschränke für das Archivgut zur Verfügung. Das Rheinische Bildarchiv bekommt weitere 2,2 Regalkilometer Lagerfläche. Es bietet gleichzeitig rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hochfunktionale Arbeitsplätze. Im Lesesaal stehen 45 Plätze für die Arbeit mit Archivgut zur Verfügung. Der Neubau Historisches Archiv und Rheinisches Bildarchiv ist mit Gesamtkosten von rund 75,9 Millionen Euro (zuzüglich zehn Prozent Risikoreserve) veranschlagt.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit