Zum Gedenken an eine weitere Gruppe von Opfern des Nationalsozialismus

Der Künstler Gunter Demnig erinnert am Samstag, 20. Januar 2007, um 14:30 Uhr in der Belvederestraße 147, Köln-Müngersdorf, mit Gedenktafeln aus Messing, die er ins Trottoir einlässt, an zwei Zeugen Jehovas, einer bislang wenig beachteten Gruppe von Opfern des Nationalsozialismus. Die "Stolpersteine" tragen die Namen des Ehepaars Friedrich (Fritz) und Klara Stoffels.

Fritz Stoffels wurde 1939 in Köln wegen illegaler Verbreitung der Zeitschrift "Der Wachtturm" verhaftet. Nach Verbüßung einer dreijährigen Gefängnisstrafe kam er 1943 wieder in Haft und wurde im Alter von 46 Jahren am 14. August 1944 in Brandenburg mit der Guillotine hingerichtet. Seine Frau Klara Stoffels verurteilte der Volksgerichtshof am 2. August desselben Jahres wegen "Wehrkraftzersetzung" und "Feindbegünstigung" zum Tode. Sie starb neun Tage später im Alter von 40 Jahren in Berlin-Plötzensee unter dem Fallbeil.

Die Arbeitsgruppe "Geschichtsforschung Jehovas Zeugen in Köln" hat zur Vorbereitung der Sonderausstellung "Standhaft trotz Verfolgung - Jehovas Zeugen unter dem NS-Regime" (bis 25. Februar 2007 im NS-Dokumentationszentrum) neun Schicksale von Kölner Mitgliedern der Religionsgemeinschaft erforscht und in der Ausstellung dokumentiert. Dazu erschien eine Publikation, die im EL-DE-Haus erhältlich ist.

Mit Gedenksteinen für Josef Engel in der Weberstraße 21, Otto Kabot in der Formesstraße 19 und Ludwig Schetter in der Windmühlenstraße 37 (alle in Mülheim), für Max Klix in der Humboldtstraße 22 (Altstadt-Süd) und Walter H.E. Schwendt in der Bamberger Straße 6 (Höhenberg) erinnerte Gunter Demnig bereits an weitere Kölner Zeugen Jehovas.

Eine Gedenkfeier mit musikalischer Untermalung begleitet die Verlegung der Messingtafeln am 20. Januar. Dabei spricht Demnig über die Bedeutung der Stolpersteine, Lutz Rohde moderiert die Veranstaltung.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit