Oberbürgermeisterin Henriette Reker besucht Gedenkstein für Dr. Albert Kramer

Seit heute erinnern offiziell vier Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig vor dem Gebäude des städtischen Gymnasium Kreuzgasse, Vogelsanger Straße 1, an ehemalige Schüler aus jüdischen Familien der Schule, die von den Nationalsozialisten ermordet oder in den Tod getrieben wurden. Neben Artur Weinmann, Gerichtsrat aus Krefeld, Hans Rollmann, Eigentümer von Romika, und Franz Baumann, einer der Direktoren des Kaufhofs, wird dort auch an Dr. Albert Kramer als Repräsentant der Stadtverwaltung in der Weimarer Republik gedacht. Als oberste Vertreterin der heutigen Stadtverwaltung sprach Oberbürgermeisterin Henriette Reker bei der Feierstunde an der Kreuzgasse.

Albert Kramer wurde 1887 in Köln geboren. Ab 1914 war er in der Kölner Stadtverwaltung tätig, von 1920 bis 1933 als Stadtdirektor und Finanzdirektor unter Oberbürger-meister Konrad Adenauer. Am 1. Mai 1933 wurde Dr. Albert Kramer aufgrund seines jüdischen Glaubens aus dem Amt entlassen und in den Ruhestand versetzt. Eine Emigration gelang ihm nicht. Gemeinsam mit seiner Frau Irma wurde er mit dem zweiten Kölner Deportationszug am 30. Oktober 1941 in das Ghetto Litzmannstadt/ Lodz verschleppt, am 6. Oktober 1942 kam Dr. Kramer im Ghetto um. Als Todesursache wurde Herzschwäche vermerkt. Seine Frau verschleppte man 1944 von Litzmannstadt nach Ausschwitz, wo sie im August 1944 ermordet wurde.

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