Neue Investoren ermöglichen Lösung im Bereich Keupstraße/Schanzenstraße

Das Denkmal an der Keupstraße zur Erinnerung an den Anschlag des NSU kann an dem von vielen gewünschten Standort im Bereich Keupstraße/Schanzenstraße verwirklicht werden. Nach Jahren des Stillstands hat dies ein Besitzwechsel des Grundstücks möglich gemacht. Die neue Eigentümerin, die "gentes Gruppe" aus Düsseldorf, hat die entsprechende Grundstücksfläche zur Verfügung gestellt. Zu einem symbolischen Preis  werden die Eigentumsrechte für die Platzfläche auf die Stadt Köln übertragen. Es wird zwar noch ein paar Jahre dauern, bis die Gebäude errichtet sein werden und mit dem Bau des Denkmals begonnen werden kann. Doch die Realisierung des Denkmals rückt nun in greifbare Nähe. Für die Maßnahme liegt die Kostenkalkulation vor, auf deren Grundlage die Haushaltsgelder für die Beauftragung der Planungsbüros freizugeben sind.  

Oberbürgermeisterin Henriette Reker:

Ich bin froh, dass das Denkmal nun endlich errichtet werden kann. Ich habe mich immer für das Denkmal eingesetzt. Es ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität mit den Opfern rechten Terrors. Die Auseinandersetzung mit den Taten von damals darf nicht beendet sein. Wir brauchen eine Erneuerung und ein stärkeres Bekenntnis zu unserer wehrhaften Demokratie, um unsere Werte Meinungsfreiheit, Vielfalt und Solidarität vor Angriffen, wie wir sie auch in Köln erleben mussten, zu schützen.  

Auf rund 550 Quadratmetern entsteht ein kleiner Platz, auf dem nicht nur das Denkmal ausreichend und würdig aufgestellt werden kann, sondern auch ein Ort des Aufenthalts und der Begegnung im Viertel entsteht. Der zukünftige Platz wird zum interaktiven Lern- und Erinnerungsort. Ziel ist es, die Lebensbedingungen der Bürgerinnen und Bürger sowie die Qualität des öffentlichen Stadtraums zu verbessern und durch die Umgestaltung die Aufenthaltsqualität für die unterschiedlichen Nutzer*innen zu etablieren.  

2016 führte das NS-Dokumentationszentrum einen künstlerischen Wettbewerb für ein Denkmal durch, bei dem alle Opfer der Anschläge in der Keupstraße und der Probsteigasse beteiligt waren. Einstimmig hatte sich die Jury für einen Entwurf des Berliner Künstlers Ulf Aminde entschieden. Gebaut werden soll eine Bodenplatte aus Beton in demselben Maß wie die Betonplatte des Friseurgeschäftes, vor dem 2004 die Nagelbombe explodierte. Mit einem WLAN-Netzwerk vor Ort und einer speziellen App können Besucherinnen und Besucher auf dem Smartphone oder Tablet ein virtuelles Gebäude errichten. Die Bausteine sind in Wirklichkeit Filme.  

So wird das Denkmal nicht nur ein Zeichen der Solidarität mit den Opfern rechten Terrors sowie den Betroffenen von Rassismus und Diskriminierung. Es regt zur Auseinandersetzung mit aktuellem Rechtsextremismus und Rassismus an. Und es vermittelt auch eine positive, auf die Zukunft gerichtete Botschaft: Alle Menschen, die hier leben, gehören zu unserer Stadtgesellschaft. So soll das Denkmal auch zeigen, dass das Ziel des NSU, mit Morden die Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Deutschland zu bedrohen und gesellschaftlich zu isolieren, letztlich nicht erreicht wurde. Es ist vielmehr ein Plädoyer für den Schutz der Menschenwürde, für eine offene, tolerante, plurale Gesellschaft, in der alle Menschen selbstbestimmt und ohne Ausgrenzung leben können.  

Die Keupstraße erhält ein neues Zentrum, Mülheim und die gesamte Stadt ein viel beachtetes Denkmal, das auch weit über die Stadtgrenzen hinaus große Beachtung finden wird.

Der Link zur Vorlage kann unter hier eingesehen werden.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit