Am Montag werden die Gerüste für den ersten Bauabschnitt aufgestellt

Die Fassade der "Guten Stube" Kölns bekommt eine Auffrischungskur: Die städtische Gebäudewirtschaft beginnt am kommenden Montag, 2. September 2019, mit der Sanierung der Fassade des Gürzenichs. Dazu werden zunächst die Fassade an der Martinstraße und eine Teilfläche des Gürzenichs zum Günter-Wand-Platz eingerüstet. Dieser erste Bauabschnitt soll bis Ende Dezember 2019 fertiggestellt sein. Für einen zweiten Bauabschnitt, der nach den Karnevalstagen 2020 beginnt, werden die Fassade am Quartermarkt und die restliche Fläche am Günter-Wand-Platz für fünf bis sechs Monate eingerüstet sein.  

Die Natursteine der Fassade des im 15. Jahrhundert erbauten gotischen Gebäudes werden auf Schäden hin überprüft und restauriert. Insbesondere der verbaute Drachenfels-Trachyt ist aufgrund seiner Zusammensetzung ein empfindliches Material. Nach einer schonenden Reinigung der Oberfläche werden Fehlstellen durch Vierungen (steinerne Ersatzstücke an historischen Gebäuden) ergänzt, stark zerstörte Werkstücke werden erneuert und vorhandene Risse fachgerecht verschlossen. Auch eine Überprüfung und Teilerneuerung der Verfugung ist erforderlich.  

Der Gürzenich befindet sich im städtischen Eigentum. Die eigenbetriebsähnliche Einrichtung "Veranstaltungszentrum Köln" hat die städtische Gebäudewirtschaft mit der Planung und Durchführung der Arbeiten beauftragt. Die veranschlagten Sanierungskosten liegen bei rund 850.000 Euro. Laut Betreiber "KölnKongress" können während der Sanierung alle Veranstaltungen im Gürzenich planmäßig stattfinden. "KölnKongress" veranstaltet im Gürzenich rund 200 Veranstaltungen mit etwa 135.000 Besuchern pro Jahr.  

Das Erscheinungsbild der Fassade ist das einzige, das noch aus der Entstehungszeit des Gürzenichs erhalten ist. Die originale Substanz wurde in unterschiedlichem Umfang im 19. und 20. Jahrhundert ausgewechselt. Alle drei Fassadenabschnitte weisen eine ähnliche Gliederung auf: Jede ist in drei horizontale Zonen gegliedert. Während die untere Zone recht schmucklos ist, nimmt der Schmuckreichtum nach oben hin zu. Die mittlere Zone wird jeweils in voller Höhe von Kreuzstockfenstern eingenommen und bildet mit der blendmaßwerkgezierten, zinngekrönten Dachzone eine Einheit. Die ornamentalen Details nehmen nach oben hin zu. Dies gilt insbesondere für die Ostfassade, die auf die Fernwirkung hin ausgerichtet ist.“ (Quelle: Stadtspuren – Denkmäler in Köln/ NE: Kier, Hiltrud [Red.] Krings, Ulrich, hrsg. von der Stadt Köln, Bachem Verlag.)

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