Zahlreiche Projekte gehen in die Umsetzung / zusätzliche Stellen für Fahrradbeauftragten

Radverkehrsförderung ist wesentlicher Strategiebaustein der Stadt Köln für ein zukunftsfähiges Verkehrssystem und saubere Luft. Der Radverkehr hat gerade kurzfristig das größte Zuwachspotenzial aller Verkehrsmittel des Umweltverbundes. Der Radverkehrsanteil wächst stetig. So werden auch an Hauptverkehrsstraßen teilweise schon heute Tagesspitzenwerte im Radverkehr erzielt, die sehr nah an die Zahlen des Autoverkehrs heranreichen (z.B. Dauerzählstelle Venloer Straße).

Die Anstrengungen zur Förderung des Radverkehrs sollen jetzt weiter intensiviert werden, um die Ziele des Strategiepapiers "Köln mobil 2025" mit 2/3 Anteil des Umweltverbundes am Modal Split zu erreichen. Für das Team des Fahrradbeauftragten wurden gerade drei neue Stellen bewilligt, sodass künftig mehr Projekte parallel bearbeitet werden können.

Zahlreiche aktuelle Projekte zur Förderung des Radverkehrs stehen vor der Umsetzung. In der Innenstadt liegt der Schwerpunkt auf den Kölner Ringen. Neben dem Pilotprojekt auf dem Hohenstaufenring wird auf dem Theodor-Heuss-Ring sowie dem Sachsenrings Radverkehrsinfrastruktur geschaffen. Insgesamt wird dieses Jahr auf 2400 Metern entlang der Ringe mit der Umsetzung von Maßnahmen für den Radverkehr begonnen. Mit der Öffnung der Gladbacher Straße wird außerdem eine wichtige Netzlücke zwischen Ehrenfeld und der Innenstadt geschlossen. In Lindenthal wird dieses Jahr mit der Umsetzung des ersten Abschnittes der Achse Kitschburger Straße / Mommsenstraße begonnen. In Ehrenfeld wird der erste Abschnitt der Vitalisstraße fahrradfreundlich gestaltet. Im Rahmen des Schulneubaus in der Ossietzkystraße wird in Nippes die Radachse Etzelstraße optimiert. Mit der Anlage des Radweges auf der ehemaligen HGK-Trasse in Chorweiler wird Ende dieses Jahr sogar mit einem kompletten Neubau einer Radanlage begonnen. In Kalk/ Mülheim wird mit der Erneuerung der Ampelanlage an der Kreuzung Solinger Straße/ Waldecker Straße eine geradlinige, direkte Führung für den Radverkehr erzielt.

Auch die Konzeptentwicklung für das zukünftige Radwegenetz Kölns wird weiter intensiviert. In den vergangenen Jahren wurden mit intensiver Bürgerbeteiligung die Radverkehrskonzepte für die Innenstadt und für die innenstadtnahen Stadtteile Lindenthals erstellt. Aktuell wird das Radverkehrskonzept Ehrenfeld nach dem gleichen Verfahren entwickelt. In den Jahren 2018 und 2019 sollen nun in einem vereinfachten Verfahren Radnetzkonzepte für die übrigen Bezirke entwickelt werden, die dann nach Bedarf verdichtet werden. Dies wird sicherlich für Nippes, ggf. aber auch für weitere Stadtteile erfolgen.

Bundesweit werden derzeit Radschnellwege geplant. Radschnellwege sind durch einheitliche Qualitätsstandards definierte Verbindungen für den Radverkehr. Dabei ist auf komfortable Breiten ( 4,0m) ebenso zu achten wie auf die Reduzierung der notwendigen Halte und Wartezeiten.

Die Zunahme der Nutzung von Pedelecs in Kombination mit attraktiven Radschnellwegen bietet die Chance, den Radverkehr für Pendlerinnen und Pendler auf Distanzen 5 bis 15 km zu einem attraktiven Verkehrsmittel zu entwickeln. Das umwelt- und stadtverträgliche Verkehrsmittel Fahrrad wird damit gerade in der Stadt-Umland-Verflechtung zu einer echten Alternative zum eigenen Pkw. Dies ist gerade in Köln mit stark wachsenden Pendlerströmen ein wichtiger Handlungsansatz. In Köln wird zurzeit die Detailplanung für den Radschnellweg Köln – Frechen erstellt. Weitere Radschnellverbindungen werden folgen, entsprechende Konzeptstudien wurden beauftragt.

Radverkehr ist ein zentraler Baustein der zukünftigen Mobilität in Köln. Um das Bewusstsein hierfür in den Institutionen, bei Stakeholdern und der in der Zivilgesellschaft zu schärfen, wurde "tippingpoints - Agentur für nachhaltige Kommunikation" aus Bonn beauftragt. Aufgabe und Selbstverständnis von tippingpoints ist, das Fokus-Thema "Radfahren" durch eine umfassende Kommunikationsstrategie voran zu bringen. Schlagworte sind Information, Transparenz und Akzeptanz.

Allgemeine Informationen zum Radverkehr in Köln

Daten, Zahlen und Fakten

Mehr als 2.500 Kilometer Straßennetz.

Rund eine Million Fahrräder in Köln (zum Vergleich: rund 488.000 zugelassene Pkw).

Etwa 8 bis 17 Prozent Radverkehrsanteile in den Stadtbezirken.

 

Radverkehrsförderung der Stadt Köln

Köln gehörte im Jahr 1993 zu den Gründungsmitgliedern der AGFS - Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundliche Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen.

Die Kölner Radverkehrsförderung verfolgt einen systemischen Ansatz mit den drei zentralen Bereichen "Fahren", "Parken", "Service":

Der Bereich "Fahren" umfasst infrastrukturelle Maßnahmen, wie etwa:

  • Radwegsanierungsprogramm zur Sanierung besonders schadhafter Radwege
  • Prüfung aller Straßenunterhaltungsmaßnahmen auf Verbesserungsmöglichkeiten durch Markierungen für den Radverkehr.
  • Kleinere bauliche Anpassungen (etwa Bordsteinabsenkungen).

 

Der Bereich "Parken" umfasst vorwiegend:

  • Aufstellung/Einrichtung von jährlich mehr als 1.000 zusätzlichen Abstellplätzen.
  • Kontinuierlicher Ausbau sicherer Abstellmöglichkeiten in Haltestellenbereichen des ÖPNV gemäß dem Bike+Ride-Konzept sowie dessen Fortschreibung.

 

Der Bereich "Service" umfasst alle kommunikativen Maßnahmen. Unter anderem:

  • E-Mail-Postfach fahrradbeauftragter@stadt-koeln.de und "Fahrrad-Hotline" 0221-221-0 oder 115.
  • Newsletter "Rad fahren in Köln".
  • Etwa 50 Internetmeldungen, 20 bis 30 Pressemitteilungen und 10 Pressetermine pro Jahr zum Themenbereich "Rad fahren in Köln".
  • Regelmäßige Präsenz des Teams des Fahrradbeauftragten "vor Ort" mit eigenem Info- oder Messestand.
  • Durchführung verschiedener, themenbezogener Aktionen und Kampagnen.
  • Konzeption, Erstellung und Verteilung von Infomaterial und Flyern mit Radverkehrsbezug, beispielsweise verschiedene Faltblätter mit Radtouren in Köln;
  • Innerbetriebliche Radverkehrsförderung

 

E-Mail an den Fahrradbeauftragten Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit