Stadt bereitet Bau von Archäologischer Zone und Jüdischem Museum vor

Bevor der Bau der „Archäologische Zone und des Jüdisches Museums Köln“ auf dem Rathausplatz beginnen kann, sind einige vorbereitende Arbeiten erforderlich. Neben der "tiefbaulichen Erschließung" (siehe Presse-Information 986 vom 8. Juli 2015) muss die Stadt Köln die Bodenverhältnisse untersuchen lassen. Dazu versenkt ein beauftragtes Unternehmen so genannte Probe- und Reaktionspfähle im Boden. Das geschieht mit Hilfe eines 27 Meter hohen und 198 Tonnen schweren Großbohrgeräts. Es trifft in der Nacht vom 21. auf den morgigen 22. Juli gegen 0.30 Uhr mit einem Schwertransport an der Baustelle ein.

Was sind Probepfähle und wozu dienen sie?

Zur Errichtung eines Gebäudes gehört es, alle Lasten wie das Gewicht der Bauteile, des Mobiliars und der darin befindlichen Personen durch Decken und Wände in die Bodenplatte zu leiten. Diese muss die Lasten weiter auf den Boden verteilen. Das geschieht im Bauwesen mit so genannten Gründungen oder Fundamenten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten wie Tief-, Flach- und Pfahlgründungen. Letztere besteht in der Regel aus langen Betonpfählen. Wie das aussieht, verdeutlich die untenstehende Skizze schematisch.

Was wird konkret gemacht?

Bei der Pfahlgründung werden Pfähle so tief in den Baugrund gebohrt, bis eine tragfähige Boden- oder Gesteinsschicht erreicht ist. Druck und Reibung leiten die Lasten des Gebäudes dann in den Untergrund. Die Probepfähle sollen vorher die Richtigkeit des Entwurfs, der Abmessungen und der Tragfähigkeit des Pfahlsystems bestätigen. Die Reaktionspfähle dienen bei der Probebelastung mit Druck als Widerlager.

Was genau wird gemacht?

Bei der Archäologischen Zone bohrt das beauftragte Unternehmen zunächst vier bis zu 30 Meter lange Probepfähle mit einem Durchmesser von 88 Zentimetern und sechs Reaktionspfähle in den Boden. Weil im gesamten Baufeld archäologische Fundstellen liegen, erfordert die Bestimmung der Position der Pfähle größte Sorgfalt, um diese nicht zu beschädigen. Für die vier Probepfähle wird zunächst ein Rohr in den Boden gebohrt und dann mit Beton verfüllt. Drei von ihnen sollen bei der späteren Gründung als sogenannte Bauwerkspfähle stehen bleiben. Damit spart die Stadt Köln Ressourcen.

Durch das Bohren der Pfähle kann es zu Erschütterungen und Lärm kommen. Letzterer entsteht auch durch den Transport von Materialien per Lastwagen zur Baustelle. Die beauftragten Firmen arbeiten montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr. Die Stadt Köln bittet um Verständnis und bemüht sich, die Belastungen für die Anliegerinnen und Anlieger so gering wie möglich zu halten.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit