Politisches Begleitgremium über Stand der Planung im Innenstadtbereich informiert

Das politische Begleitgremium zum Projekt "Kapazitätserweiterung auf der Ost-West-Achse" hat zum dritten Mal getagt. Diesmal wurde der aktuelle Stand der Ausbauplanung der oberirdischen Projektalternative im Innenstadtbereich vorgestellt. Zurzeit wird die oberirdische Alternative von der Stadtverwaltung parallel und gleichberechtigt zu einer Tunnellösung geplant.  

Über das politische Begleitgremium

Um einen regelmäßigen Austausch zu den aktuellen Planungen der Ost-West-Achse zwischen der Politik und den beteiligten Ämtern zu sichern, beauftragte der Rat der Stadt Köln die Verwaltung in seiner Sitzung am 3. Februar 2022, ein politisches Begleitgremium für das Projekt Kapazitätserweiterung auf der Ost-West-Achse einzurichten. Es setzt sich zusammen aus Vertreter*innen des Verkehrs- und des Stadtentwicklungsausschusses, den Bezirksbürgermeister*innen der Stadtbezirke Innenstadt, Lindenthal und Kalk, Vertreter*innen der KVB sowie Vertreter*innen der Verwaltung.  

Das Begleitgremium tagt bis zur Entscheidung durch den Rat der Stadt Köln für eine ober- oder unterirdische Projektalternative viermal jährlich. Anschließend ist zweimal jährlich eine Sitzung geplant, um das Projekt weiter zu begleiten.  

Prozessablauf

Ascan Egerer, Beigeordneter für Mobilität der Stadt Köln, erläutert den Prozess:

Thema dieser ersten Sitzung zum Innenstadtbereich war ein erster Blick auf die Planungen der oberirdischen Projektalternative. Dabei konzentrieren wir uns auf den optimalen Verlauf der Stadtbahnstrecke in Zusammenhang mit den anderen Verkehrsmitteln. Die zukünftige Gestaltung entlang der Strecke, beispielsweise die Detailplanung von Plätzen, erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Bei der unterirdischen Projektalternative nimmt die Erarbeitung der Varianten mehr Zeit in Anspruch, da parallel zur Tunnellösung inklusive Haltestellen, die Verkehrsanlagen an der Oberfläche geplant werden müssen. Aus diesem Grund kann erst in der Sitzung im Mai 2023 über den Stand dieser Planung informiert werden. Da beide Projektalternativen gleichwertig behandelt werden, beginnen wir erst danach, mit einem fundierten, zuvor abgestimmten Kriterienkatalog diese miteinander zu vergleichen. Nur so können wir eine solide Grundlage für die Entscheidung über die Vorzugsalternative durch den Rat der Stadt Köln entwickeln.  

Die Teilnehmenden des politischen Begleitgremiums betonten mehrheitlich die Wichtigkeit, dass beide Projektalternativen in der Innenstadt gleichwertig und gleichberechtigt zu betrachten sind. Es sei im Interesse aller, sich erst im nächsten Jahr nach Vorlage aller Fakten und des fundierten Kriterienkatalogs mit dem Vergleich der beiden Projektalternativen zu beschäftigen.  

Inhalt der Sitzung

Die Projektverantwortlichen gaben einen Einblick in den möglichen oberirdischen Verlauf. Sie zeigten, wie die Stadtbahnlinien 1, 7 und 9 zukünftig durch die Innenstadt fahren, die Haltestellen angeordnet und die übrigen Verkehrsflächen gestaltet sein könnten. Der Bereich umfasst acht Planungsabschnitte zwischen Aachener Weiher und Deutzer Brücke: Aachener Weiher, Moltkestraße, Richard-Wagner-Straße, Rudolfplatz, Hahnenstraße, Neumarkt, Cäcilienstraße und Heumarkt inklusive der vier Haltestellen "Moltkestraße", "Rudolfplatz", "Neumarkt" und "Heumarkt".  

Projektleiterin Hildegard Heide erklärt die Besonderheit des Vorgehens:

Die vier Haltestellen sind nur ein Teil der Planung. Wir erarbeiten für jeden der acht Abschnitte Konzepte, wie die Verkehrswege für alle Verkehrsteilnehmenden gestaltet werden. Pro Abschnitt erstellen wir verschiedene Varianten zum Beispiel für die Lage der Haltestellen, die wir mithilfe eines umfangreichen Kriterienkatalogs bewerten. So bestimmen wir jeweils eine Vorzugsvariante. Der Katalog betrachtet beispielsweise die verkehrlichen Bedingungen, die Verkehrssicherheit, städtebauliche Aspekte und die Auswirkungen auf die Umwelt.  

Neben der Präsentation berichteten die Projektverantwortlichen von den stattgefundenen Fachgesprächen mit Kölner Interessensgruppen aus der Stadtgesellschaft sowie zur Öffentlichkeitsbeteiligung im Bereich West aus dem August 2022, deren Ergebnisse derzeit ausgewertet werden.  

Über das Projekt

Das Bauvorhaben "Kapazitätserweiterung auf der Ost-West-Achse" ist ein Großprojekt mit wesentlicher Bedeutung für den ÖPNV, die Verkehrswende sowie die Entwicklung der Kölner Innenstadt. Dabei planen die Kölner Stadtverwaltung und die KVB die Infrastruktur für eine leistungsfähigere Linie 1. Das betrifft insgesamt 34 Haltestellen, an denen künftig längere Züge eingesetzt werden. Diese sind 90 statt 60 Meter lang und können rund 50 Prozent mehr Fahrgäste aufnehmen. Dafür werden fast alle Haltestellen der Linie 1 umgebaut und die Bahnsteige verlängert. Drei Haltestellen ("Deutzer Freiheit", "Bahnhof Deutz/Messe" und "Höhenberg Frankfurter Straße") müssen nicht angepasst werden. Sie sind nicht Teil des Projekts.  

Auftraggeberinnen sind die Stadt Köln und die KVB. Die ämterübergreifende „Projektgruppe Ost-West-Achse“ betreut das Projekt. Sie besteht aus Mitarbeitenden des Amtes für Straßen und Radwegebau sowie des Amtes für Brücken, Tunnel und Stadtbahnbau. Die Projektgruppe arbeitet eng mit den KVB zusammen. Innerhalb des Projekts gibt es einzelne Teilprojektleitungen. So verantwortet die KVB den rechtsrheinischen Ausbau, inklusive der Haltestellen im Bestandstunnel. Die beiden städtischen Ämter sind für die linksrheinische Planung verantwortlich.

Kapazitätserweiterung auf der Ost-West-Achse
Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit