Kölner Rettungsdienst verfügt über neue Geräte zum Monitoring

Die seit fast 20 Jahren im Rettungsdiensteinsatz der Stadt Köln befindlichen Geräte zum Patientienmonitoring, umgangssprachlich als "Defis" bezeichnet, werden durch neue Geräte ersetzt. Der Rettungsdienst verwendet künftig 161 Geräte modernster Generation in sämtlichen Rettungswagen, Notarzteinsatzfahrzeugen, im Rettungshubschrauber Christoph 3 und in Sonderfahrzeugen sowie im Schulungsbetrieb.

Neben der Defibrillation von Patienten mit lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen haben die neuen Geräte einen sehr viel größeren Anwendungsbereich. Sie werden zur Überwachung und Kontrolle von Puls, Sauerstoffsättigung, Blutdruck, Körpertemperatur und anderer Vitalparameter genutzt. Außerdem können sie die Funktion eines externen Herzschrittmachers übernehmen, verbessern die Qualität der Herzdruckmassage und analysieren die Qualität der Atmung. Weitere Vorteile sind die digitale Dokumentation von Mess- und Patientendaten sowie die Möglichkeit, wichtige Parameter oder EKG-Bilder vorab online beispielsweise an eine Klinik oder den Leitenden Notarzt in der Leitstelle zu übertragen (Telemedizin).

© Stadt Köln/Berufsfeuerwehr
Gerätetausch: Das orangefarbene Gerät ist das alte Modell "08/16", das Gerät mit dem großen Display ist das neue "Corpuls C3-Slim".

Für das Austauschprojekt hatte der Rat der Stadt Köln im vergangenen Jahr rund sechs Millionen Euro bereitgestellt. Aus der europaweiten Ausschreibung Anfang 2018 ging der Hersteller Corpuls mit dem Modell "Corpuls C3-Slim" als Sieger hervor. Die neuen Geräte lösen das Vorgängermodell "Corpuls 08/16" ab. Neben der Lieferung der Geräte sind in der Summe auch die Schulungskosten sowie Umrüstung und Wartung aller Geräte über den Zeitraum von vier Jahren enthalten. Von März bis Juni 2018 fanden mehr als 100 Termine auf den städtischen Feuer- und Rettungswachen, in zwei Kliniken, am Standort der Johanniter Unfallhilfe Köln sowie im Führungs- und Schulungszentrum Weidenpesch statt. Mehr als 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kölner Rettungsdienstes wurden auf die neuen Geräte und die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten geschult.

In den vergangenen Wochen sind die Geräte im Lager für Sanitätsmittel bei der Feuerwehr in Ehrenfeld angekommen und dort registriert sowie in einen Erstbetrieb übernommen worden. Inzwischen ist die Auslieferung an die Kölner Feuer- und Rettungswachen und anderen Einsatzstandorte erfolgt.

Die Umstellung von den Alt- auf die Neugeräte wird am Montag, 30. Juli 2018, erfolgen. Durch eine logistisch aufwändige Vorbereitung ist es möglich, dass alle 161 Geräte innerhalb von nur einer Rettungsdienstschicht (12 Stunden) auf allen Rettungswagen, Notarzteinsatzfahrzeugen, Sonderfahrzeugen und im Rettungshubschrauber ohne Ausfallzeiten innerhalb weniger Minuten ausgetauscht werden können und damit nahezu gleichzeitig für den Echteinsatz zur Verfügung stehen. Ab dann wird auch der gesamte rettungsdienstliche Schul- und Ausbildungsbetrieb ausschließlich mit den neuen Geräten arbeiten.

Die notwendige Vorbereitung, Planung und Umsetzung in dieser Größenordnung war für alle Beteiligten der Abteilungen Technik/Beschaffung, Verwaltung, den Servicebereich im Materiallager und die für Köln zuständige Vertriebsfirma Hans-Peter Esser GmbH aus Kürten eine besondere Herausforderung. Keine sechs Monate sind von der Bestellung bis zur kompletten Inbetriebnahme vergangen. Zudem gab es die zeitliche Vorgabe, den Austausch noch im Juli dieses Jahres vorzunehmen, denn im August wäre ansonsten eine erneute Jahreswartung der Altgeräte in den Fahrzeugen fällig geworden. Die gute Zusammenarbeit der beteiligten Partner und die Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen auf den Feuer- und Rettungswachen hat es möglich gemacht, dieses Ziel zu erreichen.

Ab 31. Juli 2018 wird die rettungsdienstliche Versorgung in Köln ausschließlich mit den neuen Geräten erfolgen. Damit wird die effiziente Behandlung von Notfallpatienten am Einsatzort und während des Transports stadtweit einheitlich sichergestellt.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit