Stadt plant frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit für das Masterplan-Projekt

Die Verwaltung plant zur zukünftigen Gestaltung der so genannten "Ost-West-Achse", des zentralen Bereichs zwischen Aachener Weiher und Heumarkt, eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung. Eine entsprechende Beschlussvorlage wurde den Gremien nun vorgelegt.  

Die Diskussion mit der Stadtgesellschaft zu einem solch frühen Zeitpunkt dokumentiert, dass wir es mit der Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in wichtige Planungsprozesse ernst meinen

so Oberbürgermeisterin Henriette Reker.  

Die Ost-West-Achse ist in dem vom Rat der Stadt Köln am 5. Mai 2009 beschlossenen "Städtebaulichen Masterplan für die Kölner Innenstadt" einer der sieben definierten Interventionsräume. Die Zielvorgabe des Masterplanes ist es, die Ost-West-Achse verkehrlich und städtebaulich neu zu bestimmen. Die Umgestaltung wird zum Anlass genommen, auch die Auswirkungen einer Kapazitätserweiterung der Stadtbahn auf der Ost-West-Achse zu betrachten.  

Diese ist zwingend erforderlich, weil die Kapazitäten der Stadtbahn in den Spitzenzeiten ausgeschöpft sind. Die neue Gestaltung der Ost-West-Achse hat daher elementare Bedeutung zur Erreichung der Modal-Split-Ziele für ein individuelles Verkehrsverhalten, die im Strategiepapier zur Mobilitätsentwicklung "Köln mobil 2025" zugrunde gelegt wurden.  

Die notwendige Kapazitätserhöhung der Stadtbahnlinie 1 kann aufgrund der heutigen sehr hohen Auslastung der Strecke nicht mehr durch Taktverdichtungen erreicht werden. Geplant ist daher, längere Fahrzeuge einzusetzen, die die Platzkapazität der Linie 1 um 50 Prozent steigern. Die gesamtstädtische und regionale Bedeutung und Dringlichkeit der Ertüchtigung der Ost-West-Achse für den Stadtbahnverkehr ergibt sich zusätzlich aus den Entwicklungen weiterer geplanter Stadtbahnverlängerungen nach Widdersdorf, Neubrück, Bergisch Gladbach-Moitzfeld und Zündorf, die ohne eine Kapazitätserhöhung im Kernbereich nicht möglich sein werden.        

Aufgrund des Beschlusses des Verkehrsausschusses vom 10. Mai 2011 wurde ein Verkehrsgutachten für die Ost-West-Achse für den Abschnitt zwischen Deutzer Brücke und Universitätsstraße mit dem Ziel erarbeitet, die Machbarkeit und die Umsetzungsmöglichkeiten der Vorschläge des Masterplans unter Berücksichtigung der Einführung der "Langzüge" der Stadtbahn zu prüfen.  

Das wesentliche Ziel des erstellten Verkehrsgutachtens war die Auseinandersetzung mit der Frage, ob die im Masterplan Innenstadt vorgeschlagene Umgestaltung der Ost-West-Achse aus verkehrlicher Sicht möglich und in Einklang mit den städtebaulichen Zielen zu bringen ist.  

Im gesamten Verlauf der Ost-West-Achse im Untersuchungsraum sollen die Straßenverkehrsflächen auf das – unter Berücksichtigung der Förderung des umweltfreundlichen Mobilitätsverhaltens (Umweltverbund: Öffentlicher Personennahverkehr, Fahrrad, Fußgänger) – notwendige Maß reduziert werden. Dies soll erfolgen, um straßenbegleitende Seitenräume und Plätze entsprechend den Nutzungsansprüchen der nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer gestalten sowie stadträumlich aufwerten zu können. Gleichzeitig sind die Leistungsfähigkeit der Verkehrsanlagen, die Erreichbarkeit der Quartiere sowie Nutzungsansprüche des Wirtschaftsverkehrs sicherzustellen.  

Des Weiteren wurden drei Varianten mit Tieferlegung der Stadtbahn betrachtet: eine kurze (Heumarkt bis Neumarkt), mittlere (Heumarkt bis Rudolfplatz) und große Tunnellösung (Heumarkt bis Universitätsstraße), die ebenfalls Auswirkungen auf das Stadtbild sowie die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Verkehrs haben.  

Die Ergebnisse der gesamten Untersuchung zeigen deutlich, dass die weitgehenden Veränderungen auf der Achse das Stadtbild sehr stark beeinflussen. Dabei sind insbesondere für die großen Plätze – Heumarkt, Neumarkt und Rudolfplatz – positive Impulse möglich. Aufgrund der neuen Entwicklungsmöglichkeiten auf der Achse und in den Bereichen nördlich und südlich der Achse spielt eine möglichst breite Akzeptanz der Öffentlichkeit für neue Lösungen in dem zentralen innenstädtischen Bereich eine entscheidende Rolle. Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung sollen in den weiteren Planungsprozess und in die Entscheidung für eine Vorzugsvariante einfließen.  

Die politische Beratung über die Durchführung der Bürgerbeteiligung im Verkehrsausschuss ist in Kürze vorgesehen.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit