Vielstimmiger internationaler Appell für eine humanitäre Haltung

Europa: Wir müssen reden!

Mit diesen Worten endet ein gemeinsamer Appell, den Oberbürgermeisterin Henriette Reker und ihr italienischer Amtskollege aus Palermo, Bürgermeister Leoluca Orlando, als "Palermo Appell" kurz nach der Europa-Wahl veröffentlicht haben.  

In der etwa zweiminütigen Videobotschaft rufen die beiden zu mehr Solidarität und einer gerechten Verteilung geflüchteter Menschen durch die europäische Staatengemeinschaft auf. Die hohe Wahlbeteiligung habe gezeigt, dass die

europäische Idee lebt, eine Einheit in Vielfalt zu sein,

erklärt Reker. Diesem Gedanke widerspreche der

Umgang mit Menschen zutiefst, die sich weiterhin auf den Weg über das Mittelmeer machen, um vor Krieg und Terror zu fliehen, auf der Suche nach einem besseren Leben für ihre Familien, Lebensgefahr in Kauf nehmen, um zumindest eine winzige Chance auf ein Leben in Sicherheit und Freiheit zu haben,

mahnt die Oberbürgermeisterin.  

Zugleich bekräftigte sie noch einmal die Bereitschaft vieler Städte und Gemeinden als "sichere Häfen" ein "Signal für Humanität, für das Recht auf Asyl und für die Integration Geflüchteter" zu setzen und in Not geratene Geflüchtete aufzunehmen. Reker:

Wir stellen uns gegen die vermeintlich vorherrschende Stimmung, dass Zäune und Mauern statt eines gerechten europäischen Verteilsystems humanitäre Probleme lösen können.  

Neben einer Entkriminalisierung der zivilen Seenotrettung, die als humanitäre Aufgabe eine gesamteuropäische Verpflichtung sei, gehe es darum, noch im Verlauf des Sommers einen zumindest vorübergehenden Verteilmechanismus für Bootsflüchtlinge in der europäischen Flüchtlingspolitik zu entwickeln.  

Die Stadtoberhäupter forderten die Adressaten ihrer Botschaft im Internet auf, die neu gewählten Europa-Abgeordneten zum politischen Diskurs einzuladen

in Eure Bürgerversammlungen, Kirchengemeinden, Schulen und Sportvereine! Europa: Wir müssen reden!

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit