Mehr Platz für Fuß- und Radverkehr – Umsetzung des Verkehrskonzepts beginnt

Die Straßenräume in der Kölner Altstadt sollen aufgewertet werden. Die Stadt Köln beginnt ab Montag, 25. Mai 2020, mit der Umsetzung des im März 2019 vom Verkehrsausschuss beschlossenen "Verkehrsführungskonzept Altstadt". Das Konzept sieht eine Umgestaltung und Anpassung von öffentlichen Verkehrsflächen vor, um Stadträume erlebbarer zu machen. Die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen erfolgt in mehreren Phasen.  

Ziel des Konzepts ist es, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen, den Fuß- und Radverkehr zu stärken, die allgemeinen Parkflächen im öffentlichen Raum zu reduzieren und die Kfz-Verkehrsbelastung in der Altstadt zu senken. Zudem sollen die Wegebeziehungen für Fußgängerinnen und Fußgänger verbessert und erhöht werden – auch im Hinblick auf das kulturelle Highlight "Via Culturalis", ein Kulturpfad, der quer durch die Altstadt 2000 Jahre Kölner Stadtgeschichte, Stadtbaugeschichte und Architekturgeschichte erlebbar macht.  

In einem ersten Schritt werden an den Stellen Fußgängerzonen eingerichtet, an denen keine baulichen Veränderungen erforderlich sind. Diese werden für den Radverkehr geöffnet und nur für den Lieferverkehr zwischen 6 und 11 Uhr freigegeben. Folgende Straßen und Straßenabschnitte werden im ersten Schritt in Fußgängerzonen umgewandelt:

  • Östlicher Teil der Bolzengasse
  • Östlicher Teil des Heumarktes
  • Hühnergasse
  • Unter Käster
  • Südlicher Teil des Alter Marktes  

Zudem entfallen die Kurzzeitparkplätze im öffentlichen Straßenraum und machen Platz für attraktive Stadtraumnutzungen. Kurzzeitparkende werden in den derzeit nicht ausgelasteten Parkhäusern der Altstadt ausreichend Stellplätze finden. In den Bereichen am Laurenzgittergäßchen, Am Leystapel und auf den Parkplätzen Obenmarspforten/Marspfortengasse und Markmannsgasse werden Stellplätze als reservierte Bewohnerparkplätze ausgewiesen. Die Reduktion der Stellplätze erfolgt nach der Notwendigkeit der Umbaumaßnahmen. Es wird darauf geachtet, dass die Umnutzungen der Stellplätze so spät wie möglich vorgenommen werden, um den Anwohnenden ausreichend Zeit für eine Umgewöhnung einzuräumen.

© Stadt Köln
Bewohnerparken City

Alle Anliegerinnen und Anlieger erhalten eine Anlieger-Information mit allen wichtigen Änderungen, die mit der Umsetzung des ersten Schritts des Verkehrsführungskonzepts Altstadt einhergehen. Außerdem erhalten alle Inhaberinnen und Inhaber eines Bewohnerparkausweises City/Martinsviertel (CITY) in diesen Tagen ein separates Schreiben, in dem ein Übersichtsplan enthalten ist, der über die künftig zur Verfügung stehenden Parkmöglichkeiten informiert. Ihnen wird, wenn sie den Bewohnerparkausweis nicht weiter nutzen möchten, die Möglichkeit eröffnet, gegen Erstattung der Kosten den Parkausweis zurückzugeben. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, bis zum 31. Dezember 2020 vergünstigte Stellplätze in den umliegenden Parkhäusern Philharmonie und Groß St. Martin zu nutzen.  

Bereits in der ersten Umsetzungsphase sind die Ausweitung des Fahrradparkens (auch des Lastenradparkens) und die Einrichtung von Sharing-Angeboten vorgesehen. Gleichzeitig zu diesen ersten Maßnahmen des Verkehrsführungskonzepts werden auch städtebauliche Aufwertungen vorgenommen. So werden beispielsweise Sitzelemente installiert, 35 Bäume in großen Pflanzenkübeln aufgestellt, Fahrrad-Abstellplätze geschaffen sowie kleinere bauliche Anpassungen, etwa die Anhebung bisheriger Stellflächen auf Bürgersteigniveau, vorgenommen.  

Bei all diesen Maßnahmen werden die aktuellen oder in den nächsten Jahren anstehenden Hochbauprojekte und dadurch notwendige Möglichkeiten für Baustellenzufahrten mitgedacht. Flexible und nachhaltige Lösungen – etwa die "mobilen Bäume" – ermöglichen kurzfristige und kostengünstige Demontagen oder Umplatzierungen. Die Aufwertung des öffentlichen Raums wird von der "Kölner Grün Stiftung" in besonderem Maße mit einem sechsstelligen Betrag finanziell unterstützt.  

Oberbürgermeisterin Henriette Reker begrüßt sehr, dass sich die Aufenthaltsqualität der Altstadträume verbessert:

Der erste Umsetzungsschritt des Verkehrsführungskonzepts Altstadt hat mehr als nur Signalwirkung. Wir schaffen Platz für Fahrräder und Fußgängerinnen und Fußgänger und leisten einen deutlichen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität. Wir machen den öffentlichen Raum attraktiver und stärken die Kölner Altstadt langfristig. Das Verkehrsführungskonzept Altstadt weist den Weg zu mehr Platz für Fußgängerinnen, Fußgänger und Fahrradfahrende, genauso wie es lebenswerte Städte, etwa Kopenhagen oder Zürich, umsetzen. Es legt den Grundstein für mehr Lebensqualität im Herzen der Kölner Innenstadt und macht ihre vielen historischen und architektonischen Schätze auf der 'Via culturalis erlebbar.   

Die Maßnahmen der ersten Umsetzungsphase stellt die Stadt Köln nach Fertigstellung (voraussichtlich Ende Juni 2020) in einem Pressetermin in der Altstadt vor.  

Parkplätze 

  • Insgesamt entfallen durch die Umsetzung der Maßnahmen im Geltungsbereich des Verkehrsführungskonzepts Altstadt (östlich der Hohe Straße) 118 Parkplätze, die bislang für Fremdparkende mit Parkschein und für Bewohnerinnen und Bewohner mit Bewohnerparkausweis CITY nutzbar waren. Stellplätze werden von allgemeinen Kurzzeitparkflächen zu Teilen in reservierte Bewohnerstellplätze umgewandelt. Es stehen somit 51 Stellplätze ausschließlich für Inhaberinnen und Inhaber eines Bewohnerparkausweises CITY zur Verfügung.
  • Im gesamten Bewohnerparkgebiet City/Martinsviertel stehen mit diesen Anpassungen den Anwohnenden zukünftig 264 statt bisher 382 Stellplätze zur Verfügung. Der Geltungsbereich des Verkehrsführungskonzepts Altstadt liegt innerhalb des Bewohnerparkgebietes City/Martinsviertel und erstreckt sich östlich der Hohe Straße.
  • Mit Einrichtung der Fußgängerzone entfallen zwei Behindertenstellplätze im südlichen Teil des Alter Markt sowie am Senatshotel. Das Angebot wird kompensiert, indem in der Martinstraße zwei neue Behindertenstellplätze eingerichtet werden. Die personalisierten Behindertenparkplätze (Hinweisschilder mit Ausweisnummern) bleiben davon unberührt.
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