Stadt Köln veröffentlicht zweite Ausschreibung zur Gestaltung der Kunstsäulen

© Maurits Boettger
Kunstsäule Wattstraße

Köln ist die erste Stadt, die ihre alten Werbesäulen langfristig als Kunstsäulen nutzt und wechselnden Künstlerinnen und Künstlern zur Gestaltung übergibt. Zur Auswahl der Motive findet jährlich eine öffentliche Ausschreibung statt und eine Jury wählt gemeinsam mit dem Kulturamt die fünf bis sechs Motive aus.

2019 konnten die Kölner Bürgerinnen und Bürger eine ganze Reihe von künstlerischen Motiven auf den 25 Kunstsäulen entdecken, die sich in den verschiedensten Stadtbezirken von Köln an gut einsehbaren und viel frequentierten Orten befinden. Sie stammten von Philipp Hamann, Marcel Stahn, Doris Frohnapfel und Lyoudmila Milanova.

Nach "360° Stillstand" des Kölner Künstlers Maurits Boettger sind seit 23. März 2020 die "Bodenproben" von Johannes Post zu sehen. Seine gestalteten Litfaßsäulen erwecken den Eindruck, als seien sie gerade dem Erdboden entnommen. Was sonst stets unter dem Asphalt verborgen ist, wird ans Tageslicht geholt. Der Künstler offenbart einen Blick auf das Unterirdische, was neben jeder Menge Erde auch die ein oder andere Überraschung birgt.

Johannes Post sagt dazu:

Der Erdboden ist die Festplatte unseres Planeten. Zudem ist er wie Luft, Wasser oder Licht eine natürliche und unentbehrliche Lebensgrundlage der Pflanzen, Tiere und Menschen. In einer Hand voll Erde gibt es mehr Lebewesen als Menschen auf der Welt.

Die verschiedenen "Bodenproben" von Johannes Post werden noch für zwei bis drei Monate auf den 25 Litfaßsäulen in der ganzen Stadt "open air" zu sehen sein.

Johannes Post, dessen Gestaltung im vergangenen Jahr aus 136 Einsendungen ausgewählt wurde, studierte zuerst an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und anschließend an der KHM Köln. Er erhielt 2015 den Spiridon-Neven-DuMont-Preis und das Arbeitsstipendium der Kunststiftung NRW, 2020 das Arbeitsstipendium der Stiftung-Kunstfonds. 2019 hat er an der Überblicksshow "Next Generations – Aktuelle Fotografie made in Rheinland" im Museum Morsbroich teilgenommen und aktuell wären seine Arbeiten in der Ausstellung "Subjekt und Objekt. Foto Rhein Ruhr" der Düsseldorfer Kunsthalle zu sehen, die bis Mitte Juni läuft, zurzeit aber Corona-bedingt geschlossen ist.

Im Rahmen der nun laufenden zweiten Ausschreibung der Stadt Köln können sich Künstlerinnen und Künstler aus dem In- und Ausland wieder mit ihren Motivvorschlägen für die Gestaltung der 25 Kunstsäulen bewerben. Auch Kuratorinnen und Kuratoren oder in Köln verortete freie Kunsträume und Initiativen sowie städtische Museen können Künstlerinnen und Künstler vorschlagen. Die Kosten für die zweimonatige Plakatierung der 25 Litfaßsäulen mit ein bis zwei Ganzsäulenmotiven inklusive Plakatdruck, Plakatierung und Pflege in Höhe von 3.500 Euro je Aktion übernimmt das Kulturamt der Stadt Köln, ebenso wie ein Honorar in Höhe von jeweils 500 Euro für die ausgewählten vier bis sechs Künstlerinnen und Künstler.

Einsendeschluss ist Donnerstag, 14. Mai 2020.

Hintergrund

Der Stadt Köln ist es 2019 gelungen, nach dreieinhalb Jahren erfolgreichem Projektverlaufes in Kooperation mit der Kunsthochschule für Medien und dem Medienhaus Ströer, die vertraglichen Weichen so zu stellen, dass die Aktion "Kunst an Kölner Litfaßsäulen" bis 2029 weitergeführt werden kann. 25 ehemalige Werbesäulen werden langfristig zu "Kunstsäulen der Stadt Köln": einem "Open Air Museum". Das Budget für die ganzjährige Gestaltung beläuft sich auf 24.000 Euro und wird vom Kulturamt vergeben.

Kontakt bei inhaltlichen Rückfragen:

Kulturamt der Stadt Köln, Referat Bildende Kunst, Literatur und Neue Medien, Richartzstr. 2-4, 50667 Köln, Tel. 0221 / 221-23643

Kontakt bei Rückfragen zu den Bewerbungsunterlagen und der Jurysitzung:

Kulturamt der Stadt Köln, Referat Bildende Kunst, Literatur und Neue Medien, Richartzstr. 2-4, 50667 Köln, Tel. 0221 / 221-23843 (montags, dienstags, freitags)

Weitere Informationen zu den Kölner Kunstsäulen und zu den Bewerbungsmodalitäten
© Johannes Post
Kunstsäule Bayenthalgürtel
© Johannes Post
Kunstsäule Roentgenstraße
© Maurits Boettger
Kunstsäule Marsilstein
Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit