Stadt, RheinEnergie, AWB und privates Engagement gegen die Trockenheit

Die Wetterprognosen für die kommenden Wochen lassen erwarten, dass es in Köln nur wenig oder gar keinen Regen geben wird. Da schon April und Mai nicht die ersehnten Niederschläge gebracht haben, kommt nun auf viele Kölner Bäume erneut ein Härtetest zu. Die Regenfälle des vergangenen Wochenendes haben zwar etwas Linderung für die Vegetation gebracht, für die Kölner Stadtbäume war die Regenmenge jedoch nicht ausreichend.  

Vor allem junge Bäume sind besonders gestresst, weil sie meist noch kein ausreichendes Wurzelwerk ausbilden konnten. In den ersten drei Jahren nach Anpflanzung werden sie von beauftragten Unternehmen gewässert. Danach haben sie bei normalen Witterungsverläufen ausreichend tiefe Wurzeln entwickelt, um in untere, noch feuchte Bodenschichten vorzudringen.  

Diesen Jungbäumen widmen wir besondere Aufmerksamkeit. Aufgrund der langen Trockenheiten in den letzten beiden Jahre gehen wir dazu über, diese Jungbäume sogar bis zum siebten Jahr zusätzlich regelmäßig mit Wasser zu versorgen

so Dr. Joachim Bauer vom Amt für Landschaftspflege und Grünflächen.

Vor allem Straßenbäume, die auf schwierigen Untergründen stehen, wie beispielsweise über Tiefgaragen und Stadtbahntunneln oder in Pflanztrögen, erfordern in langen Trockenperioden zusätzliche Hilfe. Anders sieht es bei älteren Bäumen aus: Sie benötigen in der Regel kein zusätzliches Wasser, weil deren Wurzeln so weit verzweigt sind, dass sie sich in tiefen Erdschichten selbst versorgen können.  

Zur Bewässerung hat das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen aktuell vier Fahrzeuge mit neuen Gießaufbauten ausgerüstet. Jedes Fahrzeug ist mit einem Wassertank von 2.500 Litern ausgestattet. Auch die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln unterstützen in diesem Jahr bei der Wässerung.  

In enger Abstimmung mit der städtischen Grünverwaltung stellt die Kölner RheinEnergie darüber hinaus Standrohre für die mobile Wasserentnahme durch Bürgerinnen und Bürger bereit. Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen koordiniert deren Einsatz. Aufgrund der begrenzten Anzahl der Standrohre können diese ausschließlich an Vereine, Initiativen und Gruppen, die sich für das öffentliche Grün engagieren, vergeben werden. Aufgrund der großen Nachfrage konnten alle verfügbaren Standrohre in diesem Jahr bereits binnen weniger Tage verteilt werden.  

Aktuell setzt die Stadt erneut die schon im letzten Jahr erprobten Wassersäcke ein. Diese werden gut gefüllt an den Baumstämmen platziert und geben über einen längeren Zeitraum tröpfchenweise ihr Wasser direkt an den Wurzelraum ab. Die Stadt verfügt über rund 1.000 dieser Wasserspender. Die Kölner RheinEnergie hat 500 Wassersäcke angeschafft und gibt sie zusammen mit den Standrohren aus, damit die Säcke vor Ort direkt befüllt werden können.  

Die Wassersäcke stehen auch den Baumpatinnen und Baumpaten zur Verfügung, um deren Engagement für die Kölner Straßenbäume zu unterstützen. Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen dankt an dieser Stelle noch einmal herzlich den mehr als 1.000 Baumpaten, die durch ihr großes ehrenamtliches Engagement ebenfalls zu einer Entspannung der Lage beitragen. Aber auch den vielen weiteren Kölnerinnen und Kölnern, die sich um den Baum "vor ihrer Haustüre" kümmern und ihn mit dem einen oder anderen Eimer Wasser bedenken, gilt der Dank der Stadt.  

Wer noch ein Baumbeet bepflanzen oder einfach nur "Gießpatin" oder "Gießpate" werden möchte, kann sich jederzeit bei der Stadt melden. Hierzu reicht eine E-Mail. Die Paten erhalten dann einen der Wassersäcke und als Dank und Anerkennung eine Urkunde über ihr ehrenamtliches Engagement.

E-Mail "Gießpatin" oder "Gießpate" Mitgestalten Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit