Oberbürgermeister Jürgen Roters, NRW-Finanzminister Dr. Norbert Walter-Borjans und Wegbegleiter würdigten seine Verdienste

Mit einer Trauerfeier im Historischen Rathaus, einer öffentlichen Messe im Kölner Dom sowie einer Trauerfeier und anschließenden Beisetzung auf dem Friedhof Melaten hat Köln heute Abschied genommen von seinem langjährigen früheren Oberbürgermeister und Ehrenbürger Dr. h. c. Norbert Burger.

© Rheinisches Bildarchiv Köln/Marion Mennicken
Oberbürgermeister Jürgen Roters

Im Rathaus - fast 20 Jahre Wirkungsstätte von Burger - nahmen über 500 geladene Gäste an der offiziellen Trauerfeier teil, unter ihnen neben den Angehörigen auch zahlreiche Freundinnen, Freunde, Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter sowie prominente Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Oberbürgermeister Jürgen Roters würdigte in seiner Rede Person und Wirken von Norbert Burger:

Wir trauern um einen großen Kölner. Mit seinem Tod ist unsere Stadt ärmer geworden. Seine fordernde und mahnende Stimme wird uns fehlen. Er war das Gesicht dieser Stadt und hat das Gesicht dieser Stadt in vielfältiger Weise geprägt.

Roters bezeichnete den Verstorbenen als

Weltbürger mit vielen internationalen Kontakten

und als

Vater zahlreicher Städtepartnerschaften.

Als Präsident des Weltverbandes der Oberbürgermeister habe er vor Gremien der Vereinten Nationen gesprochen und weltweit kommunale Interessen vertreten. Das habe ihn aber nicht gehindert, im Karneval, bei Schützen- und Straßenfesten das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern zu suchen, sich ihrer Wünsche und Sorgen anzunehmen.

Burger habe sich als "Anwalt der kleine Leute" gesehen, und sei auch so gesehen worden. Jürgen Roters weiter:

Norbert Burger war ein Kölner durch und durch. Er war begeistert von den Stärken seiner Stadt, verschwieg aber auch ihre Schwächen nicht.

Landtagsabgeordneter Martin Börschel, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion im Kölner Rat, der Burger 24 Jahre lang angehörte, erinnerte an die vielen Qualitäten des früheren Oberbürgermeisters und politischen Mitstreiters:

Er nahm sein Gegenüber ernst und hörte den Menschen zu. Er war ein äußerst populärer Oberbürgermeister, der geschätzt und geliebt wurde, auch über Parteigrenzen hinweg. Burger war ein Mann des Dialogs, er ging zu den Menschen vor Ort. Er war eine große Persönlichkeit und wurde mit vielen Auszeichnungen geehrt.

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Abdallah Frangi

Abdallah Frangi, langjähriger Generaldelegierter der palästinensischen Autonomiegebiete in der Bundesrepublik und heute Berater von Präsident Mahmud Abbas für außenpolitische Angelegenheiten, sprach die Bemühungen gemeinsam mit Burger an, auch auf kommunaler Ebene für ein friedliches Miteinander der Völker über die Grenzen hinweg hinzuwirken:

Aus Respekt für seine Leistung und seine Vermittlerrolle im Nahen Osten wurde Burger zum Ehrenbürger von Kölns Partnerstadt Bethlehem ernannt. Lieber Norbert, wir Palästinenser danken Dir und trauern um Dich!"

Auch Professor Dr. Jürgen Wilhelm, ein persönlicher Freund Burgers und Vorsitzender der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, betonte das weltweite Engagement des früheren Oberbürgermeisters. Damit habe er eine bedeutende Arbeit für Köln geleistet:

Norbert Burger lebte den respektvollen Umgang von Juden und Christen mit großer Empathie.

Für das Verhältnis von Christen und Juden in unserer Stadt sei das Wirken Burgers von überragender Bedeutung gewesen.

Viele in Köln werden den sympathischen Rat des klugen Kölners vermissen,

so Wilhelm weiter.

Die sich anschließende öffentliche Messe im Hohen Dom zu Köln nutzten viele Kölnerinnen und Kölner, um in geistlichem Rahmen Abschied von ihrem früheren Oberbürgermeister zu nehmen. Die Exequien zelebrierte der stellvertretende Stadtdechant, Monsignore Rainer Fischer. Die Lesung trug Oberbürgermeister Jürgen Roters vor.

Nach dem Gottesdienst zog ein Trauerkonvoi mit dem Sarg des Verstorbenen durch Teile der Innenstadt über die Aachener Straße in Richtung Friedhof Melaten.

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Die Trauerfeier in der dortigen Trauerhalle wurde gestaltet von Monsignore Rainer Fischer, Pfarrer Hans Mörtter, dem ehemaligen Kölner Messechef Jochen Witt als persönlichem Freund und Festkomitee-Präsident Markus Ritterbach. Mitglieder der "Bläck Fööss" sangen mit Kindern der Katholischen Hauptschule Großer Griechenmarkt zu Ehren von Norbert Burger das Lied "Stammbaum".

Für die nordrhein-westfälische Landesregierung sprach Finanzminister Dr. Norbert Walter-Borjans. Er nannte Norberg Burger nicht nur

einen großartigen Menschen, sondern eine prägende Institution

und erinnerte daran, dass Burgers Engagement auch Spuren im Land hinterlassen hat. Wörtlich sagte der NRW-Finanzminister:

Ich nehme Abschied als Vertreter der Landesregierung in Trauer, aber auch mit der Genugtuung, dass es das noch gibt - ein großes Leben und eine großes Lebenswerk.

Den Weg des Trauerzugs mit dem Sarg zur Grabstätte auf Melaten säumten Flaggenträger von Kölner Karnevalsgesellschaften.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit