Ärzte und Medizinstudierende für Index- und Kontaktpersonenmanagement gesucht

© Gesundheitsamt der Stadt Köln
Jan Feddern und Anja Jakobs

Das Gesundheitsamt der Stadt Köln sucht Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen – gerne auch im Ruhestand – sowie Medizinstudierende ab dem sechsten Semester, die das Index- und Kontaktpersonenmanagement verstärken. Im täglichen Telefonkontakt betreuen derzeit mehr als 280 städtische und externe Ärztinnen und Ärzte sowie Medizinstudierende höherer Semester im Schichtbetrieb an sieben Tagen in der Woche alle Kölnerinnen und Kölner, die unter Quarantäne stehen, weil sie positiv auf Covid-19 getestet wurden, und deren Kontaktpersonen, sofern sie einer Risikogruppe angehören oder Symptome zeigen.  

Im Schnitt benennt jeder positiv Getestete zehn Personen, zu denen er innerhalb von 48 Stunden vor dem Auftreten der ersten Symptome engeren Kontakt hatte. Als engerer Kontakt gilt dabei ein mindestens 15-minütiges Gespräch frontal von Angesicht zu Angesicht, bei dem nicht mindestens zwei Meter Abstand zwischen beiden Gesichtern eingehalten wurde oder aber ein Mund-Nasen-Schutz vor Ansteckung schützte.  

Die Aufgabe der Mitarbeitenden des Index- und Kontaktpersonenmanagements besteht darin, Betroffene, die Covid-19 positiv getestet wurden, darüber in Kenntnis zu setzen und sowohl sie als auch ihre Kontaktpersonen – sofern sie einer Risikogruppe angehören oder Symptome zeigen – während der Quarantänezeit eng zu begleiten. Dabei sind Engagement, Flexibilität und vor allem Belastbarkeit gefragt. Anja Jakobs, Ärztin im Gesundheitsamt, macht dies wie alle ihre Kolleginnen und Kollegen im Amt seit Wochen unter großen privaten und familiären Zugeständnissen, aber sehr solidarisch.

Die Stimmung im Team ist sehr gut. Alle ziehen an einem Strang

so die 41-Jährige.  

Im Fall einer positiv getesteten Mutter wachte deren kleines Kind nachts mit einem Alptraum auf und wollte bei der ansteckenden Mutter Trost suchen

erinnert sich Jan Feddern, ebenfalls Arzt und im Index- und Kontaktpersonenmanagement tätig.

In dem Moment ist die Mutter natürlich auch nicht in der Lage zu sagen‚ wende Dich bitte an Deinen Vater, um den Abstand einzuhalten. Das ist zutiefst menschlich.

Was rät das Team in solchen Fällen?

Medizinisch raten wir natürlich Abstand zu halten, aber wir wissen, dass das mit der Realität nicht vereinbar ist. Aber das seien Ausnahmefälle

betonen Jakobs und Feddern.

Größeren Kindern kann man das gut erklären und das kann von den Eltern auch umgesetzt werden. Im Großen und Ganzen reagierten die Angerufenen verständnisvoll und sehr kooperativ

so die Ärzte.

Im Vordergrund stehe zumeist die Sorge um weitere Kontaktpersonen.

Da schauen wir dann, ob diese noch verständigt werden müssen, um niemanden zu übersehen. Wir fragen, wann war der letzte Kontakt. Die Leute, die innerhalb von 48 Stunden vor Auftreten der ersten Symptome Kontakt hatten, die haben wir im Blickfeld. Alle, die davor Kontakt hatten, haben tatsächlich Glück, da sie sich zu diesem Zeitpunkt nicht anstecken konnten. Das ist infektiologisch sehr wichtig.

Der 49-jährige Feddern und seine Kolleginnen und Kollegen telefonieren auch oft mit alleinstehenden Menschen, die niemanden haben, der für sie einkaufen geht oder an den sie sich wenden könnten. Für sie ist das Kontaktmanagement eine besondere Stütze. Das berührt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Telefondienst – trotz aller Professionalität.  

Ärzten und Medizinstudierenden im Telefonkontakt mit Patienten kommt klinische Erfahrung zugute, da sie Zwischentöne heraushören und merken, wenn es etwa eine hohe seelische Belastung zu geben scheint. Dann haken sie nach. Feddern:

Da kann man nicht nur einen Fragenkatalog abarbeiten, sondern muss eine Antenne haben.

Alle bekannten Fälle werden im Blick gehalten und nachverfolgt, mit einem besonderen Augenmerk auf die sogenannten vulnerablen Gruppen wie zum Beispiel ältere Menschen und solche mit Grunderkrankungen.  

Wer auf Covid-19 getestet wird, erfährt bereits beim Abstrich, dass das Gesundheitsamt im Fall eines positiven Testergebnisses zeitnah anruft. Die Angerufenen seien dann erleichtert, wenn sie Gewissheit haben und dankbar für die Hilfe und Information, stellen Jakobs und Feddern fest. Positiv Getestete und Kontaktpersonen, die einer Risikogruppe angehören oder Symptome zeigen, werden täglich kontaktiert und nach ihrem Befinden gefragt, bekommen Anleitung zum Führen eines Online-Tagesbuchs und erfahren fortlaufend, wie es weitergeht. Alle Daten und Informationen fließen in einem Digitalen Kontaktmanagement zusammen, das das Gesundheitsamt mit dem Amt für Informationsverarbeitung in kürzester Zeit aufbauen konnte.

Bewerbungen interessierter Ärztinnen und Ärzte sowie Medizinstudierender nimmt die Stadt Köln per E-Mail entgegen.

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