Ausblick auf das Ausstellungsprogramm in den Museen der Stadt Köln

© Nihon no hanga, Amsterdam
Tsukioka Yoshitoshi, Mond über dem Berg Inaba, aus der Serie „Hundert Ansichten des Mondes“, Japan 1885

Das Ausstellungsprogramm der Museen der Stadt Köln im Jahr 2020 ist abwechslungsreich und setzt eigene Akzente: von der Kunst des Widerstands und zeitgenössischem Design über Meisterwerke der Holzschnittkunst und spätgotische Skulptur bis hin zur legendären Pop-Art-Ikone Andy Warhol. Die wichtigen Ausstellungsthemen für das Jahr 2020 fasst dieser Überblick zusammen. Informationen zu weiteren Ausstellungen der städtischen Museen bietet die Internetseite www.museen.koeln in der Rubrik "Presse".  

Die Ausstellung Pentagon Design im MAKK – Museum für Angewandte Kunst Köln vom 13. Januar bis zum 26. April 2020 bildet den Auftakt im Ausstellungsjahr 2020 der städtischen Museen. Das Neue Deutsche Design revolutionierte in den 1980er-Jahren das funktionale Designverständnis und schlug eine Brücke zu Kunst und Musik. Zu den Protagonisten zählt die Kölner Designergruppe Pentagon, 1985 gegründet von Gerd Arens, Wolfgang Laubersheimer, Reinhard Müller, Ralph Sommer und Meyer Voggenreiter. 35 Jahre nach der Gründung widmet das MAKK zeitgleich zur imm cologne und den PASSAGEN 2020 dem Kollektiv eine erste museale Retrospektive. Die Ausstellung verortet die Arbeiten, Entwürfe und Zeichnungen von Pentagon im Kontext des kulturellen Umfelds der 1980er- und 1990er-Jahre.  

Anlässlich der 75. Wiederkehr des Kriegsendes beschreitet das NS-DOK neue Wege. Vom 6. März bis zum 31. Mai 2020 eröffnet eine Kombination aus Licht- und Audioinstallationen, Film- und Bild-Projektionen unter dem Titel Kriegsenden in Köln. Stadt und Menschen zwischen dem 6. März und dem 8. Mai 1945 im Gewölbe des EL-DE-Hauses andere Zugänge zu den Themen "NS-Zeit", "Krieg" und "Umgang mit der Vergangenheit". Parallel dazu wird die Stadt selbst zur Ausstellungsfläche: An zwei Abenden werden an zentralen Punkten Kölns Lichtinstallationen und Film- und Bild-Projektionen gezeigt.  

Vom 21. März bis zum 28. Juni 2020 feiert das Kölnische Stadtmuseum 50 Jahre Black Fööss mit einer Jubiläumsausstellung. Mit der Single "Rievkooche-Walzer" begann 1970 die Erfolgsgeschichte der Bläck Fööss. Hervorgegangen aus einer Beat-Band, verknüpften die sechs Musiker erfolgreich zeitgenössische Einflüsse der Popmusik mit Karnevalsschlagern. Die Bläck Fööss traten dabei mit den Protestzeichen der Jugendkultur auf: Jeans, lange Haare, E-Gitarre – und nackte Füße. Gleichzeitig porträtierten sie liebevoll das Kölner Milieu und die Veedel der Stadt. Protestlieder und Milieuschilderungen aus dem einfachen Leben, immer gepaart mit einem Appell an eine menschliche Solidarität ohne Grenzen, wechseln sich bis heute mit Tanz-Nummern ab. Seit 50 Jahren gehört die "Mutter aller kölschen Bands" zu den erfolgreichsten Kölner Mundart-Gruppen. Sie sind nicht nur zum Markenzeichen und Aushängeschild der Stadt geworden, sondern zu einer musikalischen Institution weit über die Stadtgrenzen hinaus.  

Vom 2. April bis zum 5. Juli 2020 präsentiert das Museum Schnütgen die erste monographische Ausstellung zu Meister Arnt von Kalkar und Zwolle. Etwa 50 Werke des Begründers der reichen Bildschnitzerschule der Spätgotik am Niederrhein sind in der Ausstellung "Arnt der Bilderschneider – Meister der beseelten Skulpturen" zu sehen. Das Gesamtwerk des zwischen etwa 1460 und 1492 tätigen Künstlers zeichnet sich durch große Vielfalt und außerordentliche Lebendigkeit aus. Teil der Ausstellung ist eine Neuentdeckung: Anfang 2019 ist es dem Museum Schnütgen gelungen, vier bislang verschollene Fragmente zu erwerben, mit denen ein bereits in der Museumssammlung befindliches Hauptwerk von Meister Arnt, die Altartafel mit der Anbetung der Heiligen Drei Könige, vervollständigt werden kann.  

Das Museum für Ostasiatische Kunst zeigt vom 18. September 2020 bis 31. Januar 2021 mit der Sonderausstellung Hundert Ansichten des Mondes japanische Farbholzschnitte von Tsukioka Yoshitoshi (1839–1892). Die gleichnamige Serie gilt als das Meisterwerk des letzten großen Holzschnittkünstlers in der Tradition des Ukiyo-e (populäre Farbholzschnitte der Edo-Zeit). In Hundert Ansichten des Mondes werden die Geschichte und Mythologie des alten China und Japan lebendig. In allen 100 Drucken steht der Mond im Zentrum der Darstellung. Deutlich sichtbar als Bildmotiv oder in Gedichten über edle Prinzessinnen und militärische Eroberungen. Abbildung: Tsukioka Yoshitoshi, Mond über dem Berg Inaba, aus der Serie „Hundert Ansichten des Mondes“, Japan 1885, Foto: Nihon no hanga, Amsterdam  

 

Andy Warhol hat mit seiner Kunst wie auch mit seiner ambivalenten Persönlichkeit eine ganze Ära in seinen Bann gezogen. Sein von Charisma und Elan geprägtes Werk hat die Grenzen von Malerei, Skulptur, Film und Musik neu definiert. Die Ausstellung Andy Warhol vom 10. Oktober 2020 bis zum 21. Februar 2021 im Museum Ludwig rückt bislang weniger beachtete Aspekte in den Blick, so Warhols Migrationshintergrund als Sohn russischer Immigranten in Pittsburgh und seine Verarbeitung religiöser Motive; außerdem das Leben jenseits heterosexueller Normen, das er vielfach verarbeitete und als wesentlichen Faktor einer diversen Gesellschaft postulierte.  

Anlässlich seines zehnjährigen Bestehens am Neumarkt macht das Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt "Widerstand" zum Thema eines großen experimentellen und partizipativen Sonderausstellungsprojekts. Für die Sonderausstellung Resist! Die Kunst des Widerstands vom 6. November 2020 bis 11. April 2021 zeichnet das Museum persönliche Geschichten von stillem und lautem Widerstand auf. In dem neu geschaffenen Diskussionsforum "Die Baustelle" diskutiert das Museum ab dem 7. Dezember 2019 mit Besucherinnen und Besuchern, Künstlerinnen und Künstlern, Vereinen und Initiativen und sucht das Gespräch. Die Ausstellung entsteht so nach und nach mit und durch die Ideen und Beiträge der Teilnehmenden. Abbildung: Omar Victor Diop, Jean-Baptiste Belley, 2014, Series Diaspora Pigment inkjet printing on Harman By Hahnemuhle paper © Omar Victor Diop, Courtesy Galerie MAGNIN-A, Paris.  

Mit dem frisch sanierten Belgischen Haus in Neumarkt-Nähe bezieht das Römisch-Germanische Museum (RGM) am 14. November 2019 ein repräsentatives Übergangsquartier. Für den Zeitraum der Generalsanierung am Roncalliplatz zeigt das RGM am neuen Ort auf 1000 Quadratmetern eine komplett neu konzipierte Dauerausstellung: eine kleine, aber feine Auswahl – rund 600 Objekte von der Altsteinzeit bis ins Frühmittelalter. Darunter "alte Bekannte", aber auch selten gezeigte wie eine steinerne Theatermaske, die erst 2008 bei Bauarbeiten am Chlodwigplatz ausgegraben wurde. Direktor Prof. Dr. Marcus Trier verspricht den Besucherinnen und Besuchern einen "Lernort ohne erhobenen Zeigefinger", der anhand von Geschichten und historischen Zusammenhängen die Objekte der Sammlung lebendig macht.  

Mit seinen über 30 Museen und Institutionen hat Köln seit vielen Jahren einen exzellenten Ruf als Kunst- und Kulturstadt. Die außerordentliche Vielfalt und das breite thematische Spektrum der Kölner Museen suchen ihresgleichen. Die Qualität der neun städtischen Museen und ihrer Sammlungen ist herausragend und lockt Kunst- und Kulturinteressierte aus aller Welt an den Rhein. In keiner anderen Millionenstadt in Deutschland lassen sich in den Museen 2000 Jahre Menschheitsgeschichte durchstreifen, beginnend bei den Römern bis in die Gegenwart.

Weitere Informationen zu Ausstellungen der städtischen Museen Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit