Beweissicherung soll im Januar 2018 abgeschlossen werden

Die Beweisaufnahme zur Ermittlung der Schadensursache für den Einsturz des Historischen Archivs am 3. März 2009 soll voraussichtlich im Januar 2018 abgeschlossen werden können. Diese Angabe basiert auf einer aktuell getroffenen Aussage des vom Landgericht Köln bestellten Sachverständigen Professor Hans-Georg Kempfert, der die Untersuchungen im Rahmen eines von der Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB) und der Stadt Köln beantragten Beweissicherungsverfahrens leitet. Dazu haben jetzt Stadt Köln und KVB eine neue Hochrechnung der bis zum Abschluss der Untersuchungen entstehenden Aufwendungen für die Arbeiten am Einsturzgelände Waidmarkt dem Verkehrsausschuss des Rates vorgelegt. Im Ergebnis würden sich demnach die bisher von der Stadt Köln genehmigten Kosten von 70,1 Millionen Euro um 54,8 Millionen Euro auf insgesamt 124,9 Millionen Euro erhöhen. Der Verkehrsausschuss hat die Verwaltungsvorlage zur weiteren Beratung in den Finanzausschuss und den Rat weitergeleitet.

Nach der Havarie am 3. März 2009, die den Tod zweier Menschen und den Einsturz des historischen Archivs zur Folge hatte, wird das Beweissicherungsverfahren vom Landgericht Köln betrieben. Im Juli 2014 hat der Gutachter nach Fertigstellung des Besichtigungsbauwerks mit dem Aushub und somit mit der Beweissicherung begonnen, um die in 26 bis 33 Meter Tiefe vermutete Schadensursache herauszufinden und die Verantwortungsträger des Einsturzes identifizieren zu können. Die Arbeiten verzögern sich aufgrund des einerseits hochkomplexen und zugleich einmaligen Verfahrens erheblich. Neue Erkenntnisse führten dabei wiederholt zu Verfahrensanpassungen.

Vor allem aufgrund dieses extrem schwierigen Bau- und Beweissicherungsverfahrens und der dadurch verursachten Bauzeitverlängerung erhöhen sich die Kosten der Beweisaufnahme sowie die damit einhergehenden Neben- und Folgekosten. Von den Mehrkosten entfallen allein etwa 37,3 Millionen Euro auf Zusatzkosten am und im Besichtigungsbauwerk und der Beweissicherung vor Ort, die fast nur durch die erhebliche Bauzeitverzögerung verursacht sind. Die restlichen 17,5 Millionen Euro sind auf erhöhte Bau- und Baunebenkosten, ebenfalls als Folge der Bauzeitenverlängerung, zurückzuführen.

Die Finanzierung der Mehrkosten wird ebenso wie die bislang entstandenen Kosten unabhängig von Regress- und Entschädigungsansprüche von der Stadt Köln zunächst übernommen.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit