Historisches Archiv kann 3.000 Quadratmeter im ehemaligen Landesarchiv nutzen

Am 1. September unterzeichneten der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) und die Stadt Köln einen Mietvertrag über die Nutzung des ehemaligen Landesarchivs in Düsseldorf.

Der Vertrag umfasst mehr als 2.500 Quadratmeter klimatisierte Magazinflächen, rund 400 Quadratmeter Büro-, Neben- und Verkehrsflächen sowie zwei Kfz-Stellplätze. Der Mietzins ist ab dem siebten Nutzungsmonat zu leisten und beträgt monatlich knapp 34.600 Euro, jährlich rund 415.000 Euro. Die Archiv-Regale des ehemaligen Landesarchivs werden vom Historischen Archiv genutzt; eine kostenintensive Neuanschaffung entfällt damit.

Unmittelbar nach dem Einsturz des Historischen Archivs in der Kölner Südstadt stellten bundesweit viele andere Archive zum Teil unentgeltlich klimatisierte Magazinflächen zur Verfügung, um das geborgene Archivgut sicher unterzubringen. Diese Interimsnutzungen neigen sich zunehmend dem Ende, die Archive benötigen ihre bereit gestellten Flächen für eigene Zwecke.

Von ursprünglich 20 sogenannten Asylarchiven werden derzeit noch Flächen in folgenden Einrichtungen genutzt, die in den nächsten Monaten geräumt werden sollen:

  • Bundesarchiv Freiburg bis Januar 2015
  • Stadtarchiv Freudenberg bis Januar 2015
  • LVR Brauweiler bis Januar 2015
  • Stadtarchiv Bonn bis März 2015
  • Landesarchiv Schleswig bis April 2015
  • Stadtarchiv Siegen bis 2016
  • Landesarchiv NRW Münster bis 2016
  • Landesarchiv NRW Detmold bis Dezember 2017

Daneben sind entgeltliche Magazinflächen in einer Kunstspedition in Anspruch genommen. Hierfür fallen jährlich rund 120.000 Euro Mietkosten an, die mit der Nutzung der Flächen in Düsseldorf eingespart werden. Vorerst erhalten bleiben angemietete Archivflächen des Erzbistums Köln und in Frechen.

Die Magazinflächen im Restaurierungs- und Digitalisierungszentrum in Köln-Porz sind durch den Volumenzuwachs der Archivalien nach der Restaurierung, durch Übernahmen von städtischen Akten und privaten Nachlässen und durch Räumung anderer Asylarchive inzwischen vollständig belegt.

Angesichts dieser sich abzeichnenden Problematik und der veränderten Neubauplanung wurden in 2013 bereits erste Kontakte mit dem BLB geknüpft, um geeignete Ersatzflächen für die Kölner Archivalien in Düsseldorf zu prüfen.

Die Laufzeit des Vertrages endet zunächst Ende 2015. Die Verwaltung hat eine Beschlussvorlage für den Rat vorbereitet, um die Düsseldorfer Archivflächen darüber hinaus bis zum Bezug des geplanten Neubaus am Eifelwall – voraussichtlich in 2019 – nutzen zu können.

Mit der Düsseldorfer Lösung können die zukünftig wegfallenden Flächen in den Asyl-Archiven kompensiert werden. 20 Regalkilometer können dort untergebracht werden.

In Düsseldorf werden die geborgenen Archivbestände erfasst und erschlossen. Die Nähe zu Köln reduziert zeitintensive Dienst- und Transportfahrten.

Durch den Neubau des Landesarchivs in Duisburg wurden die Flächen in Düsseldorf frei. Bevor das Kölner Archiv dort Bestände unterbringen kann, sind Sanierungs- und Renovierungsarbeiten erforderlich. Eine nennenswerte Nutzung kann deswegen erst in 2015 erfolgen.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit