Stadt Köln und Hohe Domkirche wollen Projektgesellschaft gründen

Mit einer gemeinsamen Projektgesellschaft will die Bauherrengemeinschaft aus Stadt Köln und Hoher Domkirche die neue "Historische Mitte" im Schatten des Kölner Domes realisieren. In der "Rentkammer" des Historischen Rathauses, Kölns prominentestem Trauzimmer, stellten heute, Donnerstag, 29. August 2019, Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Dompropst Gerd Bachner den gemeinsam entwickelten Gesellschaftsvertrag für eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) "Historische Mitte" vor, in deren Bauherrenschaft das 144 Millionen-Euro-Projekt an der Südseite des Roncalliplatzes entstehen soll. In diesem Großprojekt will die Stadt Köln mit kalkulierten Projektkosten von 116 Millionen Euro den Neubau des Kölnischen Stadtmuseums und eines Studiengebäudes für das benachbarte Römisch-Germanische-Museum realisieren, die Hohe Domkirche den Neubau eines Kurienhauses. Der Kölner Rat hatte im Mai 2018 den erweiterten Planungsbeschluss zur Realisierung der "Historischen Mitte" gefasst. Das Projekt wird nach den Plänen des Berliner Architekten Volker Staab realisiert, der als erster Preisträger aus dem internationalen Architekturwettbewerb hervorgegangen ist.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker:

Die Stadtverwaltung setzt bei der Umsetzung des Projekts auf die Projektpartnerschaft mit der Hohen Domkirche, einer starken und zuverlässigen Partnerin. Die GbR "Historische Mitte" soll schlank und schlagfertig sein. Ziel der Stadtverwaltung ist es, mit dieser Organisationsform das Großprojekt Historische Mitte qualitätsvoll, termin- und kostensicher durchzuführen. Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, in intensiven Verhandlungen mit der Hohen Domkirche die Interessen beider Projektpartnerinnen so abzustimmen, dass wir dem Rat der Stadt Köln nunmehr die Gründung der GbR "Historische Mitte" vorschlagen können. Durch die Historische Mitte eröffnet sich die nicht wiederkehrende Chance, im Herzen der Stadt das Alleinstellungsmerkmal einer 2.000-jährigen Geschichte durch eine moderne Museumslandschaft inhaltlich und baulich weiter anzureichern. Wir investieren über 116 Millionen in den Neubau des Stadtmuseums und des Studienhauses des Römisch-Germanischen Museums an einem würdigen Ort. Die Stadt Köln und die Hohe Domkirche verfolgen das gleiche Ziel: die Historische Mitte als herausragendes Gebäudeensemble im Schatten des Kölner Doms Wirklichkeit werden zu lassen.

Dompropst Gerd Bachner:

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die wir schließlich gemeinsam als Organisationsform für unsere Bauherrengemeinschaft gewählt haben: Sie ermöglicht es uns, die Planung und die Errichtung wesentlicher Gebäudeteile – wie zum Beispiel Rohbau und Fassade für den Baukomplex der Historischen Mitte – gemeinsam auszuführen, während wir in anderen Bereichen unabhängig voneinander agieren können. Die Organisationsform GbR ist ein schlankes, effektives und kosteneffizientes Instrument zur praktischen Umsetzung unserer gemeinsamen Idee. Deshalb hat das Domkapitel ihrer Gründung bereits zugestimmt. Jetzt brauchen wir ergänzend ein konsequentes und verlässliches Bekenntnis der Stadt für die GbR.

Die neue GbR "Historische Mitte" wird Bauherrin des Projektes und übernimmt sowohl die Planung als auch die schlüsselfertige Errichtung der Gebäude. Ihr werden alle notwendigen Kompetenzen zur Durchführung des Projektes übertragen. Dazu gehören der Neubau des Kölnischen Stadtmuseums inclusive der notwendigen Verwaltung, der Neubau des Studienhauses für das Römisch-Germanische Museum, der Neubau des Kurienhauses der Hohen Domkirche, der Verbindungsbau zum Römisch-Germanischen Museum und die Anbindung des Museums-Ensembles an das Römische Hafentor.

Die Gesellschaftsgründung ist notwendig, um die angestrebte Bauherrengemeinschaft in eine geregelte Form zu überführen, die künftige Gesellschaft mit eigenen Organen und eigenem Personal auszustatten und die Aufteilung von Kosten und Haftungsangelegenheiten unter den Projektpartnerinnen und künftigen Gesellschafterinnen zu regeln. Der Verteilungsschlüssel der von der GbR erbrachten Leistungen und Projektkosten orientiert sich grundsätzlich an der Flächenverteilung beider Projektpartnerinnen. Die Stadt Köln wird über 80 Prozent, die Hohe Domkirche über 20 Prozent der Flächen verfügen. Von dieser Regelung werden ausgenommen: Sonderleistungen wie zum Beispiel besondere Ausstattungen, die nur einer der beiden Gesellschafterinnen dienen.

Organe der Gesellschaft sind die Geschäftsführung, die Gesellschafterversammlung und der Lenkungskreis. Für die Realisierung des Projekts Historische Mitte sind die Stadt Köln und die Hohe Domkirche als Gesellschafterinnen gleichberechtigte Partnerinnen. Die Gesellschafterversammlung und der Lenkungskreis sollen daher paritätisch besetzt werden.   Sowohl der Rat der Stadt Köln als auch das Metropolitankapitel der Hohen Domkirche müssen der Gesellschaftsgründung zustimmen. Das Metropolitankapitel hat bereits am 6. August 2019 getagt und sich für die GbR-Gründung ausgesprochen. Der Rat der Stadt Köln wird sich am 26. September 2019 mit der Gründung der GbR "Historische Mitte" befassen.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit