Jury lobt seine "hellsichtige, unbestechliche Analyse unserer Gegenwart"

Die Stadt Köln verleiht den Heinrich-Böll-Preis in diesem Jahr an den 1956 in Krefeld geborenen Romancier und Essayisten Ulrich Peltzer. Die Jury hat Anfang der Woche unter Vorsitz von Oberbürgermeister Jürgen Roters getagt. Sie würdigt Peltzer als geduldigen und sensiblen Begleiter des gesellschaftlichen Wandels in der Bundesrepublik Deutschland.

Weiter heißt es in der Begründung:

Sei es in seinem 1995 erschienenen Großroman "Stefan Martinez", der das Leben in der Enklave West-Berlin bis zum Tag des Mauerfalls wie unter dem Brennglas in den Blick nimmt, sei es in "Teil der Lösung" (2007), seinem vielgelesenen, im Berlin des frühen dritten Jahrtausends angesiedelten Roman zur Frage der gesellschaftlichen Verantwortung des Einzelnen in Zeiten weltweiter Vernetzung: Stets begreift der Autor die klassische Moderne als ein Werkzeug zur hellsichtigen, unbestechlichen und sprachbewussten Analyse unserer Gegenwart. Für Ulrich Peltzer liegt das Politische nicht zuletzt in der sprachlichen Genauigkeit, und diese Einsicht macht ihn zu einem Erzähler von europäischem Rang.

Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird am Freitag, 2. Dezember 2011, um 18:30 Uhr im Historischen Rathaus der Stadt Köln verliehen. Der Jury gehörten neben Oberbürgermeister Roters und Vertretern aus Rat und Verwaltung als Fachjuroren Marcel Beyer, Professor Dr. Günter Blamberger, Liane Dirks und Hajo Steinert an.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit