Oberbürgermeister Fritz Schramma zeichnete die Gewinner im Kölner Rathaus aus

Die Stadt Köln hat zum ersten Mal den Kölner Innovationspreis Behindertenpolitik - KIB - vergeben. Auf einer Feier vor mehr als 200 Gästen im Historischen Rathaus überreichte Oberbürgermeister Fritz Schramma am 21. Oktober 2008 Urkunden und Skulpturen sowie die damit verbundenen Geldpreise. Die Preisträger trugen sich anschließend in das Gästebuch der Stadt ein. Die Skulptur stammt aus der Kreativen Werkstatt „Allerhand" der Gemeinnützigen Werkstätten Köln und wurde von der Künstlerin Susanne Kümpel gestaltet.

Für den ersten Kölner Innovationspreis Behindertenpolitik hatte die Jury einen ersten Preis und zweimal den zweiten Preis ausgesprochen. Das Preisgeld insgesamt beträgt 5.000 Euro. Der Jury gehörten an: Sozialdezernentin Marlis Bredehorst als Vorsitzende, Hedwig Neven DuMont als Person des öffentlichen Lebens, Walter Kluth, Vorsitzender des Sozialausschusses der Stadt Köln, Horst Ladenberger, Geschäftsführer des „Zentrum für selbstbestimmtes Leben Köln", Bodo Neumann, Behindertensport NRW, Bezirk Köln, sowie die städtische Behindertenbeauftragte Marita Reinecke.

Die Preisträger

Mit dem ersten Preis wurden die Gemeinnützigen Werkstätten Köln in Zusammenarbeit mit dem Friedensbildungswerk Köln ausgezeichnet. Ihr Projekt „Streitschlichtung von und mit Menschen mit Behinderung" führten die Preisträger in eindrucksvoller Weise in Form eines Rollenspiels auf. Ihr Konzept der Streitschlichtung wurde in Rodenkirchen entwickelt und soll nun auch auf die übrigen Betriebsstätten und Wohnheime der Gemeinnützigen Werkstätten übertragen werden.

Einen zweiten Preis bekam die Projektgruppe „MiBoCap der Integrierten Gesamtschule Holweide und des Netzwerkes - Interkultureller Sozialer Service". „MiBoCap" steht für „Migration und Berufsorientierung mit Handicap". Das Projekt fördert die Integration von Kindern mit Behinderung und Migrationshintergrund und will den Übergang zwischen Schule und Beruf verbessern.

Ebenfalls mit dem zweiten Preis ausgezeichnet wurde der Arbeitskreis „Barrierefreies Köln". Er ist bereits seit 2001 aktiv und vertritt in regelmäßigen Treffen mit Stadtverwaltung und Kölner Verkehrs-Betrieben die Belange von Behinderten bei geplanten und laufenden Baumaßnahmen. Auch bei Planungen in privater Hand ist der Arbeitskreis Berater, um bestehende Barrieren zu beseitigen und neue Barrieren in der Planungsphase bereits zu vermeiden.

Belobigungen

Folgende vier Projekte erhielten daneben Belobigungen für ihre erfolgreiche Arbeit:

Die Karnevalsgruppe „mit Offenheit für mehr Integration" des städtischen Behindertenzentrums Stiftung Dr. Dormagen Guffanti nahm in diesem Jahr erstmals am Rosenmontagszug teil und erreichte damit ein positives Echo in der Öffentlichkeit.

Der „Mittendrin e.V." setzt sich als Elternverein für die Integration behinderter Kinder ein und trug mit einem Kongress dazu bei, dem Thema „Gemeinsamer Unterricht" in Köln neue Impulse zu verleihen.

Das Integrationsbistro im Mehrgenerationenhaus Deutz ist als Integrationsbetrieb anerkannt und wird von den Gästen des Bürgerzentrums sehr gut angenommen.

Das integrative Tanztheater „VersteckDichnicht" führt Menschen mit und ohne Behinderung zusammen und lässt sie gemeinsam künstlerische Arbeit erleben. Das Tanztheater bestritt auch den musikalischen Rahmen bei der Preisverleihung. Die ausgezeichneten und belobigten Projekte erhielten im Rathaus die Gelegenheit, sich und ihre Arbeit vorzustellen.

Oberbürgermeister Fritz Schramma, der den Innovationspreis Behindertenpolitik vor einem Jahr angeregt hatte, zeigte sich von der Vielfalt der prämierten Projekte beeindruckt:

Der Kölner Innovationspreis Behindertenpolitik rückt wunderbare Ideen und Initiativen zum Abbau von Widerständen, Sperren und Schranken ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit. Es sind alles Beispiele dafür, wie wir Barrieren abbauen können, gerade auch in unseren Köpfen. Die vielen überzeugenden Projekte bereichern unsere Stadt und tragen dazu bei, dass Köln noch liebenswerter und lebenswerter wird. Und eines ist auf jeden Fall klar: Es gibt neben den Gewinnern von heute einen zusätzlichen Gewinner. Ich würde sogar sagen, es ist der größte Gewinner - und das ist Köln!

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit