Park nach Lyrikerin Hilde Domin benannt

„Nur eine Rose als Stütze" - so war der erste Gedichtband der Lyrikerin Hilde Domin 1959 betitelt. In dem Titelgedicht findet die gebürtige Kölnerin die für sie so typischen Bilder für ihr wechselvolles Leben im Exil:

Meine Hand greift nach einem Halt und findet
nur eine Rose als Stütze.

Zu Ehren einer der bedeutendsten Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts benennt die Stadt Köln einen Park am Fort X nach Hilde Domin. Die feierliche Einweihung des Rosengartens am Eingang zum Fort X, Neusser Wall / Hülchrather Straße, Köln-Neustadt-Nord, nehmen am Donnerstag, 19. Juni 2008, um 14 Uhr Oberbürgermeister Fritz Schramma und Bezirksbürgermeister Andreas Hupke vor. Die Veranstaltung ist öffentlich, die Kölnerinnen und Kölner sind herzlich eingeladen daran teilzunehmen.

Oberbürgermeister Fritz Schramma:

Nicht zufällig ist, dass ein Rosengarten in Köln, nicht weit von ihrem Geburtshaus entfernt, den Namen Hilde-Domin-Park tragen wird, hatte die Dichterin doch diese Blume als Inbegriff der Schönheit besonders geliebt. Dieser Rosengarten mit ihrem Namen kann eine 'Gedächtnis-Stütze' sein, sich an die Lyrikerin und ihr Werk zu erinnern. Hilde Domin fühlte sich auch in hohem Alter noch als Kölnerin. Es freut mich, dass ihr Name künftig im Stadtbild von Köln immer einen besonderen Platz haben wird.

Hilde Domin wurde am 27. Juli 1909 in Köln als Hilde Löwenstein geboren. Ihr Geburtshaus steht in der Riehler Straße 23. Ihr Vater, der jüdische Rechtsanwalt Siegfried Löwenstein, war in unmittelbarer Nähe am Gericht tätig. Aus Bewunderung für ihren Vater begann Hilde Domin nach dem Abitur zuerst ein Jurastudium. Später wechselte sie zu Volkswirtschaftslehre, Soziologie und Philosophie. Sie studierte unter anderem in Heidelberg, Berlin und Bonn.

1932 emigrierte Hilde Domin mit ihrem Lebensgefährten, dem Archäologiestudenten Walter Palm, nach Rom. Dort lebten beide zunächst in, wie man damals sagte, „wilder Ehe" zusammen, weswegen Heinrich Böll, ein guter Freund, das Paar auch als Avantgardisten bezeichnete. 1936 promovierte Hilde Domin und heiratete im selben Jahr.

Drei Jahre später flohen beide, erst nach England, dann über die USA in die Dominikanische Republik nach Santo Domingo. Hilde Palm, so ihr damaliger Name, arbeitete dort als Dozentin, Übersetzerin und Architektur-Fotografin. 1951, nach dem Tod ihrer Eltern, begann sie wie in einer Art Schockzustand mit dem Schreiben. 1959 legte sie ihren ersten Gedichtband „Nur eine Rose als Stütze" vor.

1961 kehrte das Ehepaar nach Deutschland zurück und ließ sich in Heidelberg nieder, wo Hilde Domin 2006 an den Folgen eines Sturzes starb. Aus Dankbarkeit für den Schutz im Exil der Dominikanischen Republik hatte sie sich den Künstlernamen „Domin" zugelegt. Die Lyrikerin verfasste auch Prosa, Essays, autobiografische und literaturtheoretische Schriften und bekam zahlreiche Preise und Auszeichnungen.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit