Verwaltung legt den Gremien des Rates Beschlussvorschlag zur Realisierung vor

© studio Ulf Aminde
Grafik Denkmal

Nachdem das Denkmal zur Erinnerung an die Anschläge des NSU in der Kölner Probsteigasse und der Keupstraße mit einem Investorenwechsel nun an dem von vielen gewünschten Standort an der Ecke Keupstraße/Schanzenstraße in Köln-Mülheim verwirklicht werden kann, legt die Verwaltung den Gremien des Rates einen Beschlussvorschlag für die Realisierung des Denkmals vor. Am 28. September 2021 befasst sich zunächst der Integrationsrat, der 2014 die Initiative für die Errichtung eines Denkmals ergriffen hatte, mit der Vorlage, über die voraussichtlich am 9. November 2021 der Rat der Stadt Köln entscheiden wird.

In die Durchführung des in der Bundesrepublik bislang einzigartigen Wettbewerbs zur Errichtung des Denkmals waren Opfer und Betroffene eng eingebunden. Zum Sieger des Wettbewerbs wurde der Entwurf des Künstlers Ulf Aminde gekürt. Der Entwurf sieht eine Bodenplatte vor, die dem Grundriss des Hauses entspricht, vor dem 2004 die Nagelbombe in der Keupstraße explodierte, die mehr als zwanzig Menschen schwer verletzte. Mit einem WLAN-Netzwerk vor Ort und einer speziellen App können Besucher*innen auf dem Smartphone oder Tablet ein virtuelles Gebäude errichten. Die Bausteine sind in Wirklichkeit Filme. Diese können den NSU-Komplex, aber auch Themen wie alltägliche Ausgrenzung und Alltagsrassismus thematisieren. Geplant ist, immer wieder neue Filme einzuspielen. Darüber hinaus können an dem Ort des Denkmals verschiedene Veranstaltungen wie Lesungen und Diskussionen stattfinden. Die Vorlage der Verwaltung enthält auch den Vorschlag, eine Gedenktafel zur Erinnerung an den Anschlag in der Probsteigasse anzubringen.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker:

Ich bin froh, dass das Denkmal nun endlich errichtet werden kann. Ich habe mich immer für das Denkmal eingesetzt. Es ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität mit den Opfern rechten Terrors. Die Auseinandersetzung mit den Taten von damals darf nicht beendet sein. Wir brauchen eine Erneuerung und ein stärkeres Bekenntnis zu unserer wehrhaften Demokratie, um unsere Werte Meinungsfreiheit, Vielfalt und Solidarität vor Angriffen, wie wir sie auch in Köln erleben mussten, zu schützen.

Das Denkmal erinnert nicht nur an die Anschläge des NSU. Es regt auch zur Auseinandersetzung mit dem aktuellen Rechtsextremismus und Rassismus an. Und es vermittelt zudem eine positive, auf die Zukunft gerichtete Botschaft: Alle Menschen, die hier leben, gehören zu unserer Stadtgesellschaft.

Um es mit Leben zu füllen, soll das Denkmal zu einem lebendigen Erinnerungs-, Lern- und Gedenkort werden. Dazu sollen jährlich 15.000 Euro zur Verfügung stehen. Dieser Prozess wird begleitet werden von einem Kuratorium, dessen Auftrag und Besetzung in einem dialogischen Verfahren entwickelt werden wird. So wie der Weg zum Denkmal zusammen mit den Opfern der Anschläge, Betroffenen und zivilgesellschaftlichen Initiativen entstanden ist, soll auch die Frage der Zusammensetzung und der Aufgaben des Kuratoriums gemeinsam im nächsten Jahr diskutiert und beschlossen werden.

© Gentes
Grafik Denkmal
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