Götz Aly im Gespräch mit Stefan Koldehoff im Rautenstrauch-Joest-Museum

Das Rautenstrauch-Joest-Museum (RJM) setzt mit der Vorstellung von Götz Alys neuestem Buch "Das Prachtboot. Wie Deutsche die Kunstschätze der Südsee raubten." (Frankfurt: Fischer Verlag, Mai 2021) seine Veranstaltungsreihe über Rückgabe und Gerechtigkeit im Rahmen der Ausstellung "RESIST! Die Kunst des Widerstands" fort. Nach der Auseinandersetzung mit der Sammlungsgeschichte der Benin-Bronzen aus Nigeria legt das RJM nun den Fokus auf die Geschichte des Sammelns im Pazifik, einen Teil der deutschen Kolonialgeschichte, die bisher wenig beachtet und eher verharmlost wurde. Mit der Buchvorstellung von Götz Aly möchte das RJM auch diese gewaltvolle Geschichte transparent machen.

Der Historiker Götz Aly stellt sein neues Buch im Ausstellungsbereich von „RESIST!“ im Gespräch mit dem Journalisten Stefan Koldehoff erstmals öffentlich vor. Am Beispiel des "Luf-Boots", das von der Insel Luf stammt, die zum heutigen Papua-Neuguinea gehört, beschreibt Götz Aly die Umstände der deutschen Kolonialherrschaft in der damaligen Kolonie Deutsch-Guinea. Er schildert zudem, wie das fünfzehn Meter lange hochseetüchtige Auslegerboot, welches im Entrée des Ethnologischen Museums im Berliner Humboldt Forum gezeigt werden wird, nach Berlin gelangt ist. Götz Aly dokumentiert die Gewalt, Zerstörungswut und Gier, mit der deutsche Händler, Abenteurer und Ethnologen in der Südsee auf Raubzug gingen und mittels "Strafexpeditionen" über die kulturellen Schätze herfielen. Zudem deckt er auf, dass es sich bei vielen Objekten ethnologischer Sammlungen, die in der Kolonialzeit nach Europa verbracht wurden, um Raubkunst handelt.

Auch in der Sammlung des Rautenstrauch-Joest-Museums befinden sich 83 Objekte aus dem heutigen Papua-Neuguinea. Sie gelangten 1966 mit dem Ankauf der Sammlung des Künstlers Klaus Clausmeyer (1887–1968) ins Museum. Eine Übersicht dieser Sammlung sowie ein Auszug aus dem Bestandskatalog "Kunst und Kultur aus der Südsee. Sammlung Clausmeyer. Melanesien" von Waldemar Stöhr von 1987 ist auf der Website des RJM zugänglich. Interessierte können am Freitag, 11. Juni 2021, 19 Uhr, online an der Buchvorstellung teilnehmen. Das live gestreamte Gespräch findet auf Deutsch statt und wird simultan ins Englische übersetzt. Im Anschluss gibt es eine Fragerunde.

Zur Anmeldung der Onlineveranstaltung Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit