Perspektiven eines kritischen Umgangs mit Bildern und der Fotografischen Sammlung

© Kiri Dalena
Kiri Dalena, Grieve and Resistance, 2021

Egal wohin wir heute blicken, Bilder begleiten unsere alltägliche Wahrnehmung: noch nie wurden so viele Fotografien produziert und verbreitet. Sie prägen unser Bild von Menschen und Orten in der Vergangenheit und Gegenwart. "Counter Images | Gegenbilder" nimmt überkommene Fotografien kritisch unter die Lupe und hinterfragt dabei die Bedingungen ihrer Herstellung, Auswahl, Verbreitung und Archivierung. Die Ausstellung ist als mehrjährige Reihe angelegt und stellt die Frage, welche Bilder in unseren Köpfen gespeichert sind, welche zu bestimmten Zeiten nicht gezeigt wurden und wie ganz neue Bilder entstehen und wirken können. Ab dem 2. Dezember 2021 entsteht sukzessive in der Dauerausstellung im Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt (RJM) der Auftakt zur Reihe unter dem Titel Prolog.  

Das Ausstellungsformat bietet internationalen Kurator*innen und Künstler*innen eine Plattform für Gegenpositionen zu tradierten Darstellungsweisen. Sie machen Stereotype sichtbar und ermöglichen einen Lernort für den Umgang mit dem Medium Fotografie.  

Der Prolog, der als Intervention in der Dauerausstellung stattfindet, präsentiert drei Positionen: Kuratorin Sandrine Colard (Brüssel, New York City) versammelt unter dem Titel "Undisciplined" Künstler*innen, die sich mit "undisziplinierten" Positionen gegen die selbsternannte Allmacht des Kolonialismus und der Disziplin der Ethnologie auflehnen. Kiri Dalena (Quezon City, Philippinen) erforscht historische Hintergründe von Fotos aus der Sammlung des Museums, widerspricht stereotypen Darstellungen und beleuchtet die Grenzen des fotografischen Mediums selbst. Das Kollektiv informelle Kurator*innen des RJM rund um Yasmine Eid-Sabbagh setzt sie sich machtkritisch mit der Institution Museum, dem Ausstellen und Ausgestellt sein auseinander. Kiri Dalena und Yasmine Eid-Sabbagh waren im vergangenen Jahr bereits als Artists in Residence für die aktuellen Sonderausstellungen "RESIST!" und "Rautenstrauch-Joests Katze" am RJM. Beide Künstler*innen werden 2022 auf der documenta vertreten sein.

In den kommenden Jahren soll "Counter Images | Gegenbilder" eine Plattform für eine kollektive, multiperspektivisch-kritische und dekoloniale Auseinandersetzung mit der fotografischen Sammlung werden. Ein zentrales Anliegen des Museums ist hierbei die Abgabe der Deutungshoheit, um neue Sichtweisen zu ermöglichen. Schlussendlich versteht sich "Counter Images | Gegenbilder" als Prozess – eine kontinuierliche Entwicklung mit noch offenem Ergebnis.  

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr; Donnerstag 10 bis 20 Uhr, 1. Donnerstag im Monat bis 22 Uhr; montags geschlossen.

Alle Veranstaltungen im Rautenstrauch-Joest-Museum finden unter der 2G-Regel und mit Maskenpflicht statt.

Rautenstrauch-Joest-Museum Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit