Aus Deeskalationsgründen auf heutige Räumung verzichtet

Die Stadt Köln hat nach intensiver Beratung mit der Kölner Polizei am heutigen Morgen (25. Juni 2020) auf eine Räumung eines besetzten Abbruchhauses in der Nähe der Bonner Straße aus Deeskalationsgründen verzichtet. Rund 30 Hausbesetzer nutzen das im Eigentum der Stadt Köln befindliche ehemalige Bürogebäude seit mehreren Monaten illegal als Unterkunft, trotz schwerwiegender Sicherheitsmängel in dem Gebäude. Während der vergangenen Nacht folgten verschiedene Gruppierungen und polizeibekannte Einzelpersonen aus Köln und aus anderen Regionen der Bundesrepublik einem Aufruf, sich vor Ort der Besetzung anzuschließen und eine Räumung zu verhindern. Dies führte zu einer neuen Sicherheitseinschätzung am heutigen Morgen. Nach Feststellungen der Polizei hatten im Haus Personen Vorkehrungen gegen eine zwangsweise Räumung getroffen, so z.B. Steine auf den Fensterbänken platziert. In Abstimmung mit der Polizei wurde aus Deeskalationsgründen heute auf eine Räumung verzichtet.

Die gravierenden Sicherheitsmängel des Gebäudes liegen überwiegend im Bereich Elektroinstallation, Brandschutz und Bausubstanz und wurden gutachterlich festgestellt. Durch die illegale Benutzung des Abbruchhauses haben sich diese relevanten Mängel weiter verstärkt.

Ursprünglich war die Räumung bereits für den 30. März 2020 geplant. Aufgrund der damals in Köln herrschenden hohen Infektionszahlen im Rahmen der Corona-Pandemie wurde nach mehreren Gesprächen zwischen Stadt und Hausbesetzern von einer Räumung abgesehen, aber klargestellt, dass das Gebäude umgehend von den Besetzern zu verlassen ist, sobald die pandemiebedingte Situation dies zulässt.

Im Zuge der Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen lassen die eklatanten Sicherheitsbedenken die weitere illegale Nutzung des leerstehenden Bürogebäudes als Notbehausung nicht mehr zu.

Den rund 30 Hausbesetzern wird die Stadt Köln heute nochmals die Sicherheitslage des Gebäudes verdeutlichen und konkrete Einrichtungen für alternative Unterbringungen, beziehungsweise Kontaktpersonen benennen, die bei der Vermittlung behilflich sind.

Der Rat der Stadt Köln hat den Abriss des Bürogebäudes sowie der benachbarten Hallen im Zuge der Entwicklung der Parkstadt Süd in seiner Sitzung am 26. März 2020 beschlossen. Die Abrissarbeiten an dem Gebäudekomplex sollen kurzfristig beginnen.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit