GU/TU-Programm läuft seit April 2017 - Fertigstellung bis 2022

Um den Schulbau in Köln zu forcieren, geht die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln neue Wege. Der Rat der Stadt Köln hat einem "GU/TU"-Sonderprogramm zugestimmt, Schulbaumaßnahmen an elf Standorten an Generalunternehmer (GU) oder Totalunternehmer (TU) zu vergeben. Die 16 Maßnahmen haben ein Gesamtvolumen von rund 340 Millionen Euro und damit werden mehr als 7.000 Schulplätze gesichert oder neu schaffen. Innerhalb von fünf Jahren, also bis zum Jahr 2022, sollen sämtliche Maßnahmen des Sonderprogramms realisiert sein. Das bedeutet eine Investition von 68 Millionen Euro pro Jahr alleine im GU/TU-Projekt. Zuletzt hatte die Gebäudewirtschaft 70 Millionen Euro pro Jahr für alle von ihr betreuten 664 Objekte zusammen investiert. Im vergangenen Jahr hat die Gebäudewirtschaft in zweistelliger Millionenhöhe über ihrem Plan in Neubauten und Generalinstandsetzungen investiert: 57,1 Millionen Euro waren für investive Maßnahmen im Schulbereich bereitgestellt, tatsächlich wurden daraus 87,7 Millionen Euro. Im neuen Wirtschaftsplan 2018 werden alleine für den Bereich "Neubau, Erweiterungsbau und Generalinstandsetzung" rund 168,2 Millionen Euro für Großprojekte im Schulbau bereitgestellt. Das ist eine Verdreifachung der Mittel für den Schulbau, sprich eine Steigerung um 195 Prozent. Hinzu kommen weitere 52 Millionen Euro, die in 2017 für Instandhaltung der Kölner Schulen vorgesehen waren. In 2018 sind hierfür 54,8 Millionen Euro vorgesehen.

Da private Partner bei Ausschreibungen andere Vorgaben und kürzere Fristen als kommunaler Auftraggeber haben, können bei Großprojekten wie Neubauten, Erweiterungsbauten und Generalinstandsetzungen die Zeit- und Kostenrisiken durch GU/TU deutlich minimiert werden. Das gilt auch für die Errichtung von Containereinheiten oder Turnhallen. Auch nach der Vergabe an einen GU oder TU ist und bleibt die Gebäudewirtschaft Herrin des Verfahrens sowie Eigentümerin der Objekte. Sie erbringt umfassende Vorarbeiten in der Planung und bereitet die höchst komplexen Vergaben juristisch und baufachlich vor. Nach nur rund einem Jahr Projektarbeit, sind bereits die ersten drei Ausschreibungen (für Zusestraße, Alte Wallgasse und Severinswall) veröffentlicht.

Für die Königin-Luise-Schule wird der Altbau in der Alten Wallgasse instand gesetzt und es entsteht ein neuer Erweiterungsbau auf einem Grundstück an der Palmstraße. Durch die Baumaßnahmen werden 740 Schulplätze erhalten und 240 neue geschaffen. Die Sekundarstufe II der Integrierten Gesamtschule Innenstadt (IGIS) startet 2020 ihren Betrieb für zwei Jahre im ehemaligen Rautenstrauch-Joest-Museum (RJM) am Ubierring mit Raum für 240 Jugendliche. Später beziehen sie das neu gebaute Oberstufenzentrum am Severinswall. Derzeit befindet sich am Severinswall noch die Theodor-Heuss-Realschule, die zum Sommer 2019 ausläuft. Das an neue Schülerzahlenprognosen und die Rückkehr zu G9 angepasste GU/TU-Paket umfasst auch einen Erweiterungsbau für die Förderschule Auf dem Sandberg in Köln-Poll. Bedingt durch die "Insellage" des Schulgrundstücks Auf dem Sandberg muss der Erweiterungsbau der Förderschule synchron mit dem Neubau für den neuen Teilstandort der Janusz-Korczak-Grundschule an der Siegburger Straße errichtet werden. Die beiden benachbarten Schulen nutzen künftig einen gemeinsamen Schulhof. An beiden Schulen entstehen durch die beiden Erweiterungsbauten 300 zusätzliche Plätze.

Hintergrund

Wegen der äußerst angespannten Lage im Bausektor und des Fachkräftemangels ist Hochbau insbesondere für öffentliche Auftraggeber wie Kommunen eine wachsende Herausforderung. Deshalb bedient sich die Gebäudewirtschaft immer häufiger besonderer Vergabeformen mit privaten Partnern, Wirtschaftlichkeit und Machbarkeit vorausgesetzt. Dazu gehört auch das so genannte "GU/TU"-Sonderprogramm. Anders als privatwirtschaftliche Unternehmen muss die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln jeden Auftrag annehmen, selbst wenn dafür keine Kapazitäten vorhanden sind.

Der Generalunternehmer (GU) ist Vertragspartner der Bauherrin Stadt Köln zur Umsetzung sämtlicher Bauleistungen. Varianten hinsichtlich der Planungsleistungen sind in GU-Verfahren möglich. Das bestehende Planungsteam bleibt dabei in jedem Fall zur Qualitätssicherung bis zur Fertigstellung der Maßnahme unter Vertrag. Das Leistungsbild weicht dann nach der Genehmigungsplanung gegenüber dem klassischen Fall mit Einzelvergaben entsprechend ab.

Der Totalunternehmer (TU) ist Vertragspartner der Bauherrin Stadt Köln zur Umsetzung aller Planungs- und Bauleistungen. Die Grundlagenermittlung, die Ermittlung aller Standort relevanten Daten sowie die Klärung des Bau- und Planungsrechts muss seitens der Stadt Köln im Vorfeld erfolgen. Hierfür ist die Beauftragung eines kompetenten Teams aus Planern aller Fachdisziplinen notwendig.

Liste der 16 Maßnahmen des Schulbaupaktes GU/TU
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Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit