Verwaltung stellt Maßnahmen zur Personalgewinnung und -bindung vor

Demographischer Wandel, Digitalisierung und Fachkräftemangel stellen die Stadt Köln als eine der größten Arbeitgeberinnen der Region mit rund 20.000 Beschäftigten vor Herausforderungen in der Personalgewinnung. Die Angebote und Aufgaben der Stadtverwaltung haben in den vergangenen Jahren zugenommen, und auf dem derzeit angespannten Arbeitsmarkt konkurriert sie mit privaten Unternehmen.

Trotzdem konnte die Stadt Köln erfolgreich qualifiziertes Personal für sich gewinnen. Stadtdirektor und Personaldezernent Dr. Stephan Keller:

Alleine im vergangenen Jahr haben wir rund 1.900 neue Mitarbeitende für uns gewinnen können. Davon sind rund 300 Nachwuchskräfte, die wir in 37 unterschiedlichen Berufsbildern zu den Fachkräften ausbilden, die wir in Zukunft brauchen.

Bei den Auszubildenden erreichte die Stadt Köln eine Ausbildungsquote von 8,8 Prozent, die in den kommenden Jahren noch weiter gesteigert werden soll.

Es gibt bei der Stadt Köln mehr als 700 Berufsbilder, in denen die Mitarbeitenden der Verwaltung tätig sind. In den kommenden Jahren muss die Stadtverwaltung weiter daran arbeiten, ihren Personalbedarf zu decken. Rund 4.800 Mitarbeitende werden die Verwaltung in den nächsten zehn Jahren altersbedingt verlassen. Die Stadt Köln bereitet sich aktiv darauf vor. Mit einem Szenarioprojekt zur Zukunft der Verwaltungsarbeit unter Leitung eines erfahrenen Zukunftsforschers entwickelt die Verwaltung Strategien für mögliche Gegebenheiten in zehn Jahren, bei denen die Alterung der Belegschaft nur ein Faktor ist. So können unter anderem durch Einschätzung von Trends und Zukunftsfaktoren Szenarien antizipiert und vorbereitet werden. Es lassen sich Organisationsstrukturen zukunftsgerecht gestalten und Arbeitsumfelder vorausschauend modernisieren.

Um neue Mitarbeitende zu gewinnen, nutzt die Stadt Köln die unterschiedlichsten Wege. Sie ist mit Personalmarketing-Kampagnen im Stadtbild und auf Social-Media-Kanälen vertreten und die Stadt Köln präsentiert sich 2020 auf den 14 wichtigsten Job- und Ausbildungsmessen der Region. Zudem besteht eine enge Kooperation mit der Agentur für Arbeit, die unter anderem bei speziell organisierten Bewerbertagen zum Tragen kommt. Die aktive Personalgewinnung jenseits von Veranstaltungen wird bei der Stadt Köln derzeit weiter professionalisiert. Für das laufende Jahr sind in der Verwaltung etwa 1.400 Stellen zu besetzen. Dies entspricht einer Vakanzquote von 7,3 Prozent. Hier befindet sich die Stadt Köln auf einem guten Weg, diese Quote weiter zu senken.

Ein wesentlicher Faktor bei der Personalgewinnung ist die Bereitstellung von vielfältigen Arbeitsperspektiven. Olaf Wagner, Leiter Personal- und Verwaltungsmanagement:

Wir bieten diverse Arbeitszeitmodelle für jede Lebenslage, je nach Gegebenheiten Home Office und mobiles Arbeiten sowie vielfältige Aufgaben in unterschiedlichen Ämtern. Außerdem sind wir eine Arbeitsstätte, die Sinn schafft. Viele, gerade auch jüngere Bewerber, wünschen sich eine sinnstiftende Tätigkeit in einem offenen Umfeld.

Zu diesem offenen Umfeld gehören auch die beruflichen Aufstiegschancen. Die Weiterbildung der Mitarbeitenden nimmt dabei einen hohen Stellenwert ein. Um Aufstiegsmöglichkeiten zu eröffnen, fördert die Stadt berufsbegleitende Masterstudiengänge und bietet sogenannte modulare Qualifizierungen an, wodurch sich Mitarbeitende für eine höhere Laufbahngruppe qualifizieren können. Bei der Erstellung von Anforderungsprofilen und Festlegung der Ausbildungserfordernisse werden regelmäßig die Möglichkeiten von Öffnungen für weitere Berufs- und Studienabschlüsse geprüft und umgesetzt.

Mit dem neu geschaffenen Bündnis "BerufLeben" soll das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben in der Stadtverwaltung weiter vorangebracht werden. Hierfür haben sich das Amt für Personal- und Verwaltungsmanagement, sowie das Amt zur Gleichstellung von Frauen und Männern zusammengeschlossen und ein Projektteam gebildet, das sich ausschließlich diesem Themenfeld widmet. Im Zentrum stehen vor allem die Verbindung von Familie und Karriere, das Schaffen von Freiräumen für Mitarbeitende, die Angehörige pflegen sowie eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Dafür entwickelt das Team 2020 unter anderem Maßnahmen wie ein Väternetzwerk, die Beauftragung eines Familienservices, den Aufbau eines betrieblichen Kinderbetreuungskontingents und die sukzessive Ausstattung von Dienstgebäuden mit Eltern-Kind-Zimmern. Außerdem unterstützt die Stadt Köln den Ausbau von "Führen in Teilzeit" zum Beispiel durch Jobsharing. Viele dieser Maßnahmen sind auch Teil der aktuell laufenden Auditierung als familienfreundliches Unternehmen, für die im Juni voraussichtlich die Zertifikatübergabe erfolgt.

Zurzeit arbeiten 31 Prozent der städtischen Beschäftigten in Teilzeit – davon sind 89 Prozent Frauen. Gleichstellungsbeauftragte Bettina Mötting:

Es ist das Thema unserer Zukunft. Bessere Vereinbarkeit steigert die Motivation der Mitarbeiterschaft, erhöht die Arbeitnehmerbindung und fördert unsere Attraktivität auf dem Bewerbermarkt. Egalitäre Familienmodelle, die so besser möglich werden, setzen weitere Potentiale frei und sind darüber hinaus ein wichtiger Schlüssel, die gesellschaftlich tradierten Rollen von Frauen und Männern zu durchbrechen.

 

Doch nicht nur die Mitarbeitenden profitieren von guter Vereinbarkeit: Durch weniger Personalausfälle wegen Kinderbetreuung oder der Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger profitiert die Allgemeinheit. Aufgrund der erwarteten Reduzierung der Vakanzen geht weniger Fachlichkeit verloren und die Bürgerinnen und Bürger werden weiterhin kompetent beraten und ihre Anliegen bearbeitet.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit