Schnellerer Schulbau dank Baukastenprinzip

In den vergangenen zwölf Monaten haben wir drei Erweiterungsbauten für drei Schulstandorte in Modulbauweise realisiert, was im Vergleich zu konventionellen Bauten rekordverdächtig schnell ist. Auf dem Schulgrundstück der Katholischen Grundschule Fußfallstraße in Köln-Merheim ist mit der Systembauweise, ähnlich der bei Fertighäusern, ein Erweiterungsbau mit neun zusätzlichen Klassen sowie einem Sanitärbereich geplant und errichtet worden.

 

Astrid Schüßler, Abteilungsleiterin für Gebäudemanagement, übergab symbolisch den Schlüssel an Schulleiterin Uta Will. Beide öffneten zusammen die Türen.

Dann wurde das neue Gebäude von 100 Zweitklässlerinnen und Zweitklässlern erobert, die nun dort lernen. Aber auch die Angebote des "Offenen Ganztags" finden dort am Nachmittag von nun an mehr Raum.

In gleicher Bauart haben wir an der Heßhofstraße in Köln-Vingst für die dortige Katholische Grundschule sowie die benachbarte Heinzelmännchen-Schule ein Gebäude für acht zusätzliche Klassen sowie den "Offenen Ganztagsbetrieb" gebaut. Drittens wurde in der Nußbaumerstraße in Köln-Neuehrenfeld eine Mensa mit Küche für die dortige Gemeinschaftsgrundschule ermöglicht. Darüber hinaus konnte an einem vierten Standort mit der Firma Hochtief PPP als öffentlich-privatem Partner eine neue Mensa am Dellbrücker Mauspfad in Modulbauweise übergeben werden, die ab sofort von drei Schulen genutzt werden kann: der Heinrich-Schieffer-Hauptschule, der Realschule Dellbrücker Mauspfad sowie der Willy-Brandt-Gesamtschule, die am Dellbrücker Mauspfad einen Teilstandort errichtet hat.

Module sind einzelne Elemente aus Holz, Stahl oder Stahlbeton, die wie beim Fertighausbau in Systembauweise zusammengefügt werden. Nicht immer lässt sich jedoch ein Bau komplett modular errichten. Viele Grundstücke eignen sich aufgrund ihres Zuschnitts oder ihrer Topographie, auch nicht in Teilen, für eine Modulbauweise.

Beim Bauen mit Modulen werden die Bauteile industriell im Werk vorgefertigt. Zeitgleich können die Arbeiten vor Ort erfolgen, wie etwa Erd- und Fundamentarbeiten. Die Bauteile, die je nach Anbieterfirma bereits mit Fenstern, Sanitärinstallationen oder Ähnlichem ausgestattet sind, werden angeliefert und vor Ort nur noch zusammengesetzt. Die Vorfertigung im Werk ist frei von Witterungseinflüssen, kann also ganzjährig sowie im Schichtbetrieb erfolgen. Und wir haben deutlich weniger Schnittstellen im Zusammenhang mit Aufträgen oder Rechnungen, da wir jeweils nur einen oder wenige Vertragspartner haben.

Es gibt unterschiedliche Vorfertigungsgrade von Modulen, angefangen von einzelnen Bauteilen bis hin zu komplett ausgestatteten Raumzellen. Es können ganze Gebäude, wie mehrgeschossige Bürokomplexe oder nur einzelne Bauteile wie Fassaden und Wandelemente, in Modulbauweise realisiert werden. So wurde etwa der Neubau der Mensa für die Katharina-Henoth-Gesamtschule in Köln-Kalk, die im Jahr 2015 die "Auszeichnung vorbildlicher Bauten in NRW 2015" der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen erhalten hat, in Teilen modular errichtet. Der eingeschossige Neubau in Massivbauweise wurde mit einer Gebäudehülle aus Sichtbeton-Sandwichelementen konzipiert.

Und wir geben weiter Gas: Wir planen bereits drei weitere Schulen komplett in Modulbauweise als Neubauten zu errichten. Bei allen drei Projekten handelt es sich jeweils um den Neubau einer dreizügigen Grundschule mit Turnhalle. Es entstehen jeweils 276 Schulplätze an den Schulen, 69 in den Eingangsklassen. Es handelt sich um die Standorte Gaedestraße, Statthalterhofallee sowie Thessaloniki-Allee, in die die Katholische Grundschule Kapitelstraße umziehen soll. Wir beginnen mit dem Standort Gaedestraße und übertragen derzeit die Planung auf die übrigen Standorte und passen an. Mit allen drei Neubauten wollen wir bis 2021 fertig sein.

Worin unterscheiden sich Modul- und Containerbau?

Container? Das klingt nach Blechbüchse. Menschenunwürdig irgendwie. Wir können Ihnen an dieser Stelle versichern: Wir errichten sie von außen wie von innen viel hochwertiger als das Wort klingt. Die größten Vorteile von Containern sind für uns ihre Mobilität und Kombinierbarkeit miteinander. Unter architektonischen Gesichtspunkten sind die Gestaltungsmöglichkeiten jedoch eher eingeschränkt. Konstruktionsbedingt sind gewisse standardisierte Strukturen vorgegeben. Dagegen sind Modulbauten als hochwertiger zu bezeichnen sowie hinsichtlich der Flächenplanung im Rahmen des jeweiligen Herstellers etwas individueller gestaltbar. Modulbauten lassen mehr Geschosse sowie mehr Möglichkeiten der Ausstattung als Container zu. Ihre Qualität kommt der von Neubauten in konventioneller Bauweise am nächsten. Deshalb sind Modulbauten im Gegensatz zu Containerlösungen auch viel langlebiger, was unsere Nutzerinnen sowie Nutzer ebenso wie uns als Eigentümerin freut - und damit am Ende uns alle als Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zufrieden machen sollte.