Für die Generalsanierung und Erweiterung der Kölner Flora haben wir die renommierte Auszeichnung des Sozialverbandes VdK Nordrhein-Westfalen e. V. "Unser Dank dem Bauherren" erhalten. Sie wurde durch VdK-Landesgeschäftsführer Thomas Zander im Dachsalon der Flora als Urkunde sowie Plakette überreicht. Bauherrin für die Sanierung sowie den neuen Anbau des denkmalgeschützten Veranstaltungsgebäudes der Flora war die Kämmerei, die durch den Leiter der für städtische Beteiligungsgesellschaften zuständigen Abteilung für Zentrale Finanzwirtschaft, Frank Höller, vertreten war. Projektleitung und Projektsteuerung lagen bei der Gebäudewirtschaft, deren Betriebsleiterin Petra Rinnenburger den Preis entgegennahm. Bernhard Conin, Chef von KölnKongress, freute sich als Nutzer und Betreiber der Flora mit uns.

Auch für das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium gab es bereits einen Preis

© Stadt Köln
Barrierefreie Rampe

Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes sprach in ihrem Grußwort zur Preisverleihung von einem "Leuchtturmprojekt" mit Strahlkraft weit über Köln hinaus sowie Vorbild für andere denkmalgeschützte öffentliche Veranstaltungszentren. In der Fachpresse war die Barrierefreiheit der Flora bereits durch mehrere Veröffentlichungen gewürdigt worden. Wir haben damit bereits zum zweiten Mal eine Würdigung durch den VdK für besondere Verdienste für die Realisierung der Barrierefreiheit erhalten. Eine erste Auszeichnung war dem VdK die barrierefreie Generalsanierung des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums würdig.

Die Preisplakette in der Flora wird im Außenbereich in Höhe der Terrasse des Gartenlokals "Dank Augusta" angebracht werden, das nun nicht nur für Menschen mit Rollstuhl, Rollatoren oder anderen Gehbehinderungen, sondern auch Familien mit Kinderwagen problemlos erreichbar ist. Unter großem Aufwand haben wir dazu eine 112 Meter lange Rampe errichten lassen, die sich harmonisch in die Natur einfügt und 2,57 Meter Höhenunterschied überwindet. Das Gartenrestaurant war ursprünglich nur für die Nutzung von Gästen der Säle geplant. Der großen Nachfrage von Parkbesucherinnen und Parkbesuchern folgend wurde im August 2017 die barrierefreie Zugänglichkeit vom Park durch die Rampe möglich gemacht.

Eine geschlechtsneutrale Toilette für Menschen, die Betreuung brauchen

Mobilitätseingeschränkte Besucherinnen und Besucher erreichen alle Nutzungsebenen zudem über zwei Aufzüge. Auch stehen vier barrierefreie Toiletten zur Verfügung. Davon ist eine Toilette außen vom Park erreichbar. Jeweils eine weitere barrierefreie Toilette befindet sich in der Damen- und Herrentoilette des Foyers. Eine barrierefreie Toilette im Dachgeschoss haben wir bewusst geschlechtsneutral konzipiert. Dies ist günstig für alle, die auf die Hilfe einer Betreuungsperson mit dem jeweils anderen Geschlecht angewiesen sind.  

Das Veranstaltungsgebäude der Flora in der ehemaligen Orangerie von 1863 liegt im symmetrisch angelegten Botanischen Garten in Köln. Ursprünglich in Form eines Glaspalastes erbaut, wurde die Flora während des Krieges zerstört und danach einige Male umgebaut.

Für alle Bereiche, außen wie innen, hatte unser Kollege für Barrierefreiheit, Martin Lersmacher, mit Unterstützung des Arbeitskreises Barrierefreies Köln, der sich aus Betroffenen mit ganz unterschiedlichen Behinderungen zusammensetzt, sehr ästhetische und denkmalgerechte Lösungen entwickelt. Zum Beispiel moderne Blindenleitsysteme sowie rollstuhlgerechte Zu- und Aufgänge, die er mit Beteiligung der Zielgruppe speziell für die Flora entwickelt hat.

So sind nunmehr die Pracht des großen Ballsaals im Obergeschoss sowie die angrenzenden Salons, das Restaurant sowie der Kuppelsaal im Dachgeschoss auch für Gäste und Bedienstete mit Behinderung erlebbar. Alle Räume wurden zur besseren Orientierung für sehbehinderte und blinde Nutzerinnen und Nutzer besonders kontrastreich gestaltet und erhielten ein taktiles Bodenleitsystem. Alle Treppenstufen haben wir ebenso kontrastreich gestaltet, damit sie für Sehbehinderte sicher nutzbar sind. Taktile Handlaufmarkierungen helfen Blinden, sich zu orientieren. Gäste mit einem reduzierten Hörvermögen profitieren von der Induktionsanlage im großen Ballsaal.