So wird die neue Museums-Nachbarschaft aussehen

Mit dem Erweiterungsbau des Wallraf-Richartz-Museums & Fondation Corboud entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Kaufhauses Kutz eine wahre Schatztruhe für die kostbaren Sammlungen des ältesten Museums der Stadt. Im Januar 2019 haben wir mit dem Basler Architektenbüro Christ & Gantenbein dazu den Vertrag unterzeichnet. Es war als Sieger aus dem durch die großzügige Unterstützung des Stifterrats des Museums ermöglichten Architektenwettbewerbs für einen Erweiterungsbau hervorgegangen. Das 2001 eröffnete Wallraf-Richartz-Museum von Oswald Mathias Ungers wird um ein klar definiertes Gebäude mit Backsteinfassade ergänzt.

Der Erweiterungsbau wird rund 1.000 Quadratmeter netto Ausstellungsfläche sowie weitere 500 Quadratmeter für Nebenräume bieten. Mit einem unterirdischen Bau werden wir ihn mit dem bestehenden Museum verbinden. Die städtebaulich und architektonisch anspruchsvolle Gestaltung des Komplexes soll sich stimmig in das direkte Umfeld mit dem vorhandenen Museumsgebäude, dem Rathaus und dem sich ebenfalls im Bau befindlichen "MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln" einfügen. So wird die Fassade von zeitloser Materialität sein und der Sockel modern anmuten. Neben dem Erweiterungsbau wird es noch eine Blockrandbebauung geben. In dieser sind moderne Büroflächen für die Verwaltung sowie ein weiterer Sitzungs- und Veranstaltungssaal vorgesehen. 

Die Blockrandbebauung

Eine Blockrandbebauung bezeichnet eine Anordnung von mehreren Gebäuden um einen Innenhof. Beim Erweiterungsbau wird sie aus zwei Gebäudekomplexen bestehen, die miteinander verbunden werden und wie ein Mantel um die Erweiterung herumliegen sollen. Beide Gebäudekomplexe sollen entlang der Martinstraße und dem Steinweg an die bestehende Bebauung im Süden anschließen und einen Innenhof ausbilden. Das künftige Gebäude Martinstraße wird als "Gemeinschaftshaus", das künftige Gebäude Steinweg als "Arbeitshaus und Büroheimat" konzipiert. Die Nutzung der Blockrandbebauung war in mehreren Workshops mit den Projektbeteiligten erarbeitet worden, die zur Abstimmung und Festsetzung der Planung dienten. Aus ihnen gingen ein Gesamtentwurf, eine Wirtschaftlichkeitsberechnung und eine Kostenplanung hervor. Diese Planung bildet die Grundlage für die Beantragung der Baugenehmigung, die für 2020 erwartet wird. 

Die Historie des Bauvorhabens

Mit Beschluss vom 28. Juni 2012 beauftragte der Rat die Verwaltung mit der Planung der Erweiterung des Wallraf-Richartz-Museums & Fondation Corboud. Anschließend wurde ein europaweiter Architektenwettbewerb durchgeführt. Das Büro Christ & Gantenbein setzte sich gegen 15 Konkurrenten aus England, Frankreich, der Schweiz und Deutschland durch und wurde am 18. November 2013 als Sieger bestimmt. Am 8. April 2014 beauftragte der Rat die Verwaltung auf der Basis einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, die Errichtung des Erweiterungsbaus durch einen Investor durchführen zu lassen. Im Nachgang des Investorenwettbewerbs erhob ein potentieller Bieter im Wettbewerb jedoch eine Vergaberüge. Die Vergabekammer Köln stellte im Dezember 2016 einen Vergabeverstoß fest. Gegen diese Entscheidung erhoben wir Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf (OLG). Das OLG Düsseldorf hob im Juni 2017 endgültig den Investorenwettbewerb auf und entschied, dass wir die Ausführungsplanung hätten selbst durchführen müssen. Dies war nicht geschehen, um einem potentiellen Investor möglichst großen Freiraum bei der Planung einzuräumen. Zwischenzeitlich haben sich im Vergleich zu den bisherigen Planungen die Bedarfe für Nutzflächen verändert. Die Verwaltung benötigt zusätzliche Flächen in Rathausnähe. Der Rat hat deshalb im Juli 2017 entschieden, die Räumlichkeiten in der Blockrandbebauung städtisch zu nutzen. Außerdem werden wir selbst als Bauherrin auftreten. Damit sind die Vorgaben des OLG Düsseldorf erfüllt.

Über das Museum

Das Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud beheimatet eine der größten klassischen Gemäldegalerien Deutschlands. Das Gebäude des Kölner Architekten Oswald Mathias Ungers wurde 2001 eröffnet und besticht durch seine klaren Proportionen. Der moderne Bau beherbergt eine Sammlung mittelalterlicher Malerei, die Weltruhm genießt. Die Malerei des Barock mit Gemälden von Rubens, Rembrandt, Murillo bis Boucher, die deutsche Romantik sowie der französische Realismus und Impressionismus gehören zu den Höhepunkten des Museums. Mit den Bildern der Fondation Corboud besitzt das Wallraf die umfangreichste Sammlung impressionistischer und neoimpressionistischer Kunst in Deutschland. Aufgrund der beengten Raumsituation kann das Museum aktuell nur einen Teil seiner Kunstschätze präsentieren. Insbesondere der durch die Sammlung Corboud erheblich erweiterte Bestand an Gemälden des Impressionismus ist stets nur in einer Auswahl zu sehen. Mit dem Erweiterungsbau entsteht nun auf dem Gelände des ehemaligen Kaufhauses Kutz ein angemessener Ort für die kostbaren Sammlungen des ältesten Museums der Stadt.

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