© Stadt Köln/Gerd Puhl

Einsatzkräfte der Feuerwehr werden oft mit Leid, Sterben und Tod konfrontiert. Daraus können psychische Überbelastungen entstehen. Erstes Ziel des PSU-Teams ist es, solche psychischen Überlastungen zu minimieren. Wenn Symptome frühzeitig erkannt werden, kann die Entwicklung von Störungen und Krankheiten verhindert werden.

Vor- und Nachsorge

Am Anfang unserer Arbeit stand die Nachsorge im Mittelpunkt. Es entwickelte sich jedoch sehr schnell die Erkenntnis, dass die Stärkung der persönlichen Fähigkeiten der Einsatzkraft mit kritischen oder belastenden Einsatzsituationen umzugehen in unserem Fokus stehen muss. Ein Beispiel hierfür sind Stressbewältigungsstrategien. Damit werden aufwendige Nachsorgemaßnahmen oft erleichtert oder sogar überflüssig. Sind dennoch Probleme bei der Stressbewältigung zu erkennen, so muss der Einsatzkraft eine Hilfestellung angeboten werden. Diese soll sowohl bei dienstlichen als auch bei privaten Problemen greifen. Die Personalverantwortung der Vorgesetzten bleibt hierbei unangetastet. Durch Hilfe und Mitarbeit der PSU-Kräfte wird diese gestärkt und unterstützt.

Um eine möglichst hohe Akzeptanz bei den Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und Einsatzkräften zu erhalten, werden die PSU-Kräfte als "Kollegen helfen Kollegen beziehungsweise im ehrenamtlichen Bereich "Kameraden helfen Kameraden" eingesetzt.

Am Anfang einer Begleitung steht eine Einschätzung, wie die jeweilige Einsatzkraft die psychische Überlastung verarbeitet. Daraus erfolgen abgestimmte Hilfsangebote.

Psychosoziale Unterstützung für Einsatzkräfte

Das PSU-Team der Feuerwehr Köln ist für über 2100 Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Köln zuständig.

Im Jahr 2009 erfolgten durch das PSU-Team:

  • 13 Gruppengespräche
  • 175 Einzelgespräche
  • 296 Telefonische Beratungen
  • 69 Aus- und Fortbildungen
  • 20 Begleitungen zu Therapeutinnen und Therapeuten
  • 8 moderierte Gespräche
  • 25 Beratungen von Vorgesetzten
  • 3 Unterstützungen für andere Ämter

Psychosoziale Unterstützung für die Bürgerinnen und Bürger

Bei Schadenslagen, die eine psychische Belastung für die Bürgerinnen und Bürger darstellen, kann das PSU-Team auch eingesetzt werden.

So wurde dem PSU-Team die psychosoziale Betreuung von Betroffenen nach dem Einsturz des Stadtarchivs am 3. März 2009 vom Krisenstab übertragen.

Über mehrere Monate hinweg organisierte und koordinierte das PSU-Team die psychologische Unterstützung von Betroffenen des Archiveinsturzes. Das waren Hinterbliebene der Opfer, Mitbürgerinnen und Mitbürger, deren Häuser und Wohnungen eingestürzt waren, Augenzeuginnen und Augenzeugen sowie die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dieser Einsatz war der bisher umfangreichste in der Geschichte des PSU-Teams und erforderte circa 3.500 Arbeitsstunden.

Wer ist im PSU-Team der Feuerwehr?

Das PSU-Team besteht aus 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: 13 besonders ausgebildeten Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr, zwei Mitarbeitern der Feuerwehr der Uniklinik Köln, zwei Mitarbeitern der Johanniter-Unfall-Hilfe, zwei Feuerwehrseelsorgern und einem Diplom-Psychologen.

Die Teammitglieder erhalten am Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen eine Grundausbildung im Umfang von 110 Stunden. Jedes Jahr müssen mindestens 30 Stunden Fortbildung durch die Teammitglieder besucht werden.

Wenn Sie mehr über das PSU-Team erfahren wollen, wenden Sie sich bitte an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter der Telefonnummer: 0221 / 9748-9393.