Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Standortwahl Kalkberg für die Rettungshubschrauberstation haben wir für Sie zusammengestellt.

Wieso muss ein neuer Standort für die Rettungshubschrauber gesucht werden?

Der Rettungshubschrauber Christoph 3 war ursprünglich am Krankenhaus Merheim stationiert. Neue internationale Sicherheitsbestimmungen (JAR-OPS 3 Vorschriften) wurden 2005 in deutsches Recht umgesetzt. Da die Hubschrauberbetriebsstation am Krankenhaus Merheim diesen verschärften Bestimmungen nicht mehr entsprach, musste sie entweder angepasst oder geschlossen werden. Eine nur einjährige Übergangsfrist führte zu einem enormen Zeitdruck und letztlich zu einer Verlagerung des Rettungshubschraubers Christoph 3 an den Flughafen Köln/Bonn.

Warum kann der aktuelle Standort am Flughafen Köln/Bonn nur eine Übergangslösung sein?

Der derzeitige Standort der Rettungshubschrauber am Flughafen Köln/Bonn bringt viele Nachteile mit sich. Hierzu gehört, dass durch die Randlage die notärztliche Spitzenabdeckung in der vorgeschriebenen Eintreffzeit von maximal 12 Minuten nicht im gesamten Stadtgebiet gewährleistet ist. Außerdem wird die neue Rettungshubschrauberstation am Kalkberg für einige zentral gelegene Krankenhäuser zukünftig die Landeplätze ersetzen, da diese nicht mehr den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen. Diese Funktion kann die Hubschrauberstationierung am Flughafen nicht erfüllen.

Der Flughafen Köln/Bonn hat bislang mit erheblichem eigenem Aufwand die Stationierung der Hubschrauber unterstützt. Er hat sich ebenfalls intensiv dafür eingesetzt, einen dauerhaften Verbleib zu ermöglichen. Im Juni 2011 ist er jedoch zu dem Ergebnis gekommen, dass eine fachgerechte und dauerhafte Betriebsstation am Flughafen Köln/Bonn nicht möglich ist.

Wieso wurde der Kalkberg als Standort für die Rettungshubschrauberstation ausgewählt?

Bei einer intensiven Prüfung hat sich der Kalkberg unter mehr als 30 überprüften Standorten als der Standort mit den meisten Vorteilen für eine zentrale Rettungshubschrauberstation herauskristallisiert. Mit seinen vier Abflug- und Landesektoren sowie der erhöhten Lage wird die Geräuschbelastung für die Umgebung am geringsten gehalten. Er liegt zentral, und von dort aus können alle Punkte im Kölner Stadtgebiet innerhalb einer Eintreffzeit von 12 Minuten erreicht werden. Damit ist er der beste Ausgangspunkt für schnelle Hilfe durch die fliegenden Retter.

Welche Rettungshubschrauber sollen auf dem Kalkberg stationiert werden?

In der neuen Rettungshubschrauberstation Kalkberg sollen künftig der Rettungshubschrauber Christoph 3 (RTH) und der Intensivtransporthubschrauber Christoph Rheinland (ITH) untergebracht werden.

Welche Hubschraubertypen werden eingesetzt?

Als Rettungshubschrauber wird aktuell das Modell EC 135 eingesetzt. Es handelt sich dabei um das leistete Modell seiner Leistungsklasse.

Als Intensivtransporthubschrauber wird das Standardmodell BK 117 genutzt. Es soll jedoch mit der Ausschreibung der Betreiberschaft des Intensivtransporthubschraubers durch ein leiseres Modell abgelöst werden.

Wie groß ist das Einsatzgebiet der Rettungshubschrauber?

Der Rettungshubschrauber Christoph 3 fliegt in einem Umkreis von 50 Kilometern. Seit Jahren fliegt er die Hälfte seiner Rettungseinsätze im Kölner Stadtgebiet. 

Der Intensivtransporthubschrauber Christoph Rheinland führt Verlegungstransporte regelmäßig in etwa der Hälfte der Landesfläche von Nordrhein-Westfalen durch. Soweit Christoph 3 durch Rettungseinsätze gebunden ist, führt er jedoch auch Rettungsflüge durch.

Der Rettungshubschrauber startet in der Regel dann, wenn Lebensgefahr droht. Er sorgt dafür, dass in schweren Fällen eine schnelle notärztliche Versorgung möglich ist, wenn die zuständige bodengebundene Notärztin oder der zuständige bodengebundene Notarzt bereits in einem anderen Einsatz tätig ist.

Wie viele Einsätze fliegen die Rettungshubschrauber?

Beide Hubschrauber absolvieren pro Jahr zusammen etwa 2.400 Einsätze. Sie haben bereits tausenden Patientinnen und Patienten das Leben gerettet.

Zu welchen Zeiten fliegen die Rettungshubschrauber?

Die beiden Rettungshubschrauber leisten Luftrettungsdienste ausschließlich tagsüber im Sichtflug. Die Einsätze im Sommer liegen in einem Zeitfenster von 7 Uhr bis Sonnenuntergang; im Winter von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Im Einzelfall ist die Rückkehr von Einsätzen zum Verbleib auf der Betriebsstation auch nach Sonnenuntergang notwendig. In der Nacht werden grundsätzlich Rettungswagen eingesetzt.

Wird es zu einer zusätzlichen Lärmbelästigung durch die Rettungshubschrauber kommen?

Nein. Die zusätzlichen Lärmemissionen der Hubschrauber sind nur sehr gering.

Ein Lärmgutachten eines Sachverständigenbüros hat gezeigt, dass die Lärmbelastung unterhalb des Orientierungswerts der DIN 18005 "Schallschutz im Städtebau" für allgemeine Wohngebiete von 55 dB(A) liegt.

Die Ausrichtung der Abflugsektoren wurde so gewählt, dass der Abflug in alle Himmelsrichtungen möglich ist. Sowohl durch die lärmabschirmende Bauweise der Anlage als auch durch die Flugkorridore der Abflugsektoren wird die benachbarte Wohnbevölkerung so wenig wie möglich belastet. Der nordöstliche Sektor entlang der Bahnanlage in Richtung Mülheim soll hingegen nur in Ausnahmefällen genutzt werden.

Wer hat die Rettungshubschrauberstation genehmigt?

Die zuständige Luftaufsichtsbehörde, also die Bezirksregierung Düsseldorf.

Diese hat nach sorgfältigem Abwägungsprozess im Herbst 2008 die Genehmigung erteilt. Dabei wurden viele Untersuchungen sowie eine öffentliche Anhörung im Februar 2007 durchgeführt. Die Genehmigung wurde jedoch fristgerecht beklagt. Das Verwaltungsgericht Köln hat im Sommer 2011 in der ersten Instanz die Klage aus formalen Gründen abgewiesen. Die Klägerin und die Kläger haben einen Antrag auf Zulassung der Berufung gegen das Urteil gestellt.

Das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen hat im April 2012 die Zulassung zur Berufung gegen das Urteil jedoch zurückgewiesen. Die luftverkehrsrechtliche Genehmigung ist damit bestandskräftig.

Was bedeutet "Anordnung der sofortigen Vollziehung"?

Von der durch die Bezirksregierung Düsseldorf erteilten Genehmigung kann trotz der anhängigen Klage unmittelbar Gebrauch gemacht werden.

Können auch weiterhin Patientinnen und Patienten mit dem Hubschrauber nach Merheim gebracht werden?

Ja, der Landeplatz am Krankenhaus Merheim bleibt erhalten. Patientinnen und Patienten können weiterhin dort hingeflogen werden.

Wird sich der Verkehr von Rettungsfahrzeugen durch die Rettungshubschrauberstation um den Kalkberg erhöhen?

Es wird pro Woche mit etwa zwei Fahrten von Rettungsfahrzeugen gerechnet, die Patientinnen und Patienten vom Hubschrauber abholen und dorthin bringen.

Sind Prüfungen im Rahmen der Umweltverträglichkeit vorgenommen worden?

Die neue Rettungshubschrauberstation hat keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen. Dies hat die Bezirksregierung Düsseldorf am 21. Oktober 2008 in einer Vorprüfung, gemäß § 3 a Satz 1 UVPG, festgestellt. Daher muss auch keine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden.

Wie viel Kerosin wird durch das Wohngebiet jährlich transportiert werden? Wie gefährlich ist dieses Flugbenzin?

Alle Fahrzeuge, auch die Tankfahrzeuge, fahren die Rettungshubschrauberstation über die Straße des 17. Juni und die Istanbulstraße an. Dadurch wird kein Kerosin durch Wohngebiete transportiert. Mit modernen Tankfahrzeugen werden etwa sechs bis sieben Anlieferungen jährlich notwendig sein.

Die beiden Hubschrauber verbrauchen im Jahr etwa 40.000 Liter Kerosin. Die hieraus entstehenden Abgase entfallen nur zu einem sehr geringen Teil auf das Gebiet am Kalkberg, da hier die Maschinen nur starten und landen. Kerosin ist in seiner chemischen Zusammensetzung und seinen chemischen Eigenschaften mit Heizöl vergleichbar.

Wie sieht der Altlastenstatus des Kalkberges aus?

Der Kalkberg wird in unserem Altlastenkataster als Altlast geführt.

Es handelt sich um eine zwischen 1930 und 1973 mit Produktionsrückständen aus der chemischen Industrie aufgeschüttete Halde. Untersuchungen zu Schadstoffbelastungen wurden 1993 bis 1997 durchgeführt und mündeten in einem 1999 zwischen uns und der Eigentümerin geschlossenen Sanierungsvertrag.

Im Rahmen der Verpflichtungen aus dem Sanierungsvertrag ist der Kalkberg mit geeignetem Material abgedeckt und eine Versickerungsanlage zum Ableiten des anfallenden Niederschlagswassers gebaut worden. Beeinträchtigungen für das Umfeld konnten so ausgeschlossen werden.

2011 wurden bisher nicht bekannte Belastungen des Grundwassers durch Cyanide und PAK festgestellt. Die neuesten Messungen zeigen weiterhin keine beunruhigenden Werte für die Schadstoffbelastung. Trotzdem wird das Umweltamt mit Hilfe von langjährigen Messreihen der Ursache auf den Grund gehen. Umweltexperten schließen eindeutig aus, dass der Kalkberg wegen einer Schadstoffbelastung abgetragen werden muss.

Gibt es alternative Nutzungsüberlegungen für den Kalkberg?

Nach dem aktuellen Stand der Prüfung kann die geplante Rettungshubschrauberstation nur auf dem Kalkberg gebaut werden. Eine alternative Nutzung des Kalkberges ist nicht vorgesehen. Allerdings wird der Vorschlag einer Aussichtsplattform auf dem Kalkberg, zusätzlich zur Rettungshubschrauberstation, geprüft. Dafür stehen jedoch derzeit keine Finanzmittel zur Verfügung.

Wie viel leiser sind die Hubschrauber im Vergleich zu ihren jeweiligen Vorgängermodellen?

Der Lärm eines Hubschraubers wird in Deutschland als Schallpegel in dB(A) angegeben. Eine Verminderung um 3 dB(A) wird vom Menschen als erheblich leiser wahrgenommen. Wies der ehemalige Rettungshubschrauber - die BO105 - beim Überflug noch einen Schallpegel von 90,9 dB(A) auf, sind das beim Nachfolgemodell EC 135 nur noch 85,7 dB(A), das bedeutet eine Reduzierung um 5,2 dB(A).

Als Intensivtransporthubschrauber dient derzeit eine BK 117, diese weist je nach Ausstattung und Beladung einen Überfluggeräuschpegel zwischen 87,2 und 92,9 dB(A) auf. Neben dem bereits erfolgten Einsatz lärmreduzierter Modelle beim Rettungshubschrauber wird dies künftig auch beim Intensivtransporthubschrauber der Fall sein.

Wie hoch ist das Risiko, dass im Kalkberg Blindgänger enthalten sind?

Aus Sicht des Kampfmittelräumdienstes der Bezirksregierung Düsseldorf kann mit den Bauarbeiten am Kalkberg begonnen werden. Die Bezirksregierung hat am 6. Juni 2005 mitgeteilt, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass Blindgänger bei den Tiefbauarbeiten auftreten, auch wenn es nicht vollständig ausgeschlossen werden kann.

Im zweiten Weltkrieg haben die aliierten Bomber auch im Bereich des heutigen Kalkbergs Bomben abgeworfen. Damals war der Kalkberg ein Ringwall, der erst nach dem Krieg bis Anfang der 1970er-Jahre aufgefüllt wurde. Eventuell noch vorhandene "Blindgänger" würden demnach heute in großer Tiefe liegen.

Welche Maßnahmen sind zur Lärmentlastung in Buchforst geplant?

Neben dem bereits erfolgten Einsatz lärmreduzierter Modelle beim Rettungshubschrauber wird dies künftig auch beim Intensivtransporthubschrauber der Fall sein. Ebenso trägt die Architektur der Rettungshubschrauberstation zur Lärmabschirmung für die Wohnbevölkerung bei.

Als zusätzlicher Ausgleich für Buchforst und zur Steigerung der Lebensqualität in Buchforst sowie im nördlichen Kalk sind weitere Lärm verringernde Maßnahmen geplant, beschlossen oder vor der Umsetzung.

So wird die Stadtautobahn B55a einen lärmoptimierten Belag, den sogenannten "Flüsterasphalt" erhalten. Hierbei wird auch der Abschnitt zwischen der Ausfahrt Buchforst und der Auffahrt zur Zoobrücke (mindestens aber bis zur Kalk-Mülheimer Straße) einbezogen.

Die Waldecker Straße in Buchforst wird 2012 umgestaltet. Der Rückbau auf nur zwei Fahrspuren und ein Kreisverkehr an der Zufahrt zur Stadtautobahn vermindern dann Durchgangsverkehr und Lärm. Zudem werden positive Auswirkungen auf die örtliche Geschäftswelt erwartet.