Der Elfte im Elften hält Feuerwehr und Rettungsdienst in Atem

Erwartungsgemäß sorgten die Feierlichkeiten zur Sessionseröffnung für überdurchschnittlich viele Einsätze bei Feuerwehr und Rettungsdienst.

Seit 7 Uhr gestern Morgen kann der Rettungsdienst insgesamt 755 Einsätze verzeichnen. Hierbei handelt es sich um Einsätze von Rettungswagen, teilweise unter Beteiligung von Notarztfahrzeugen. Im gleichen Zeitraum 2017 waren hingegen 1085 Einsätze in diesem Bereich zu verzeichnen. Dies stellt einen Rückgang von 330 Einsätzen dar.

Zurückzuführen ist dies nicht nur auf den Wochentag und das Wetter, sondern auch auf den Ausbau des Sanitätsdienstes mit zahlreichen Unfallhilfsstellen in den Kernveranstaltungsbereichen. Durch die dortige qualifizierte Behandlung und Versorgung Verletzter aus dem Veranstaltungsbereich sowie die Vorhaltung von Krankenwagen zum Transport, konnten die Ressourcen der Rettungswagen spürbar geschont werden. Insgesamt wurden im Veranstaltungsbereich Altstadt und Rheinufer bis 21 Uhr insgesamt 256 sanitätsdienstliche Hilfeleistungen durchgeführt. Hieraus resultierten 33 Transporte mit Krankenwagen zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser. Personell waren im Bereich Altstadt/Rheinufer 245 Helferinnen und Helfer im Einsatz. Durchgeführt wurde der dortige Sanitätsdienst von den beiden Hilfsorganisationen Malteser Hilfsdienst und Johanniter Unfallhilfe. Im Vorjahr gab es hier nur 227 Einsätze zu verzeichnen. 

Weiterer Sanitätsdienst war im Kwartier Latäng tätig. Auch hier waren zahlreiche Unfallhilfsstellen im Betrieb und sorgten für eine adäquate Erstversorgung Verletzter und Erkrankter im Veranstaltungsbereich der Zülpicher Straße. Durchgeführt wurde der Sanitätsdienst hier vom Deutschen Roten Kreuz. 

Die Einsatzkräfte des Brandschutzes hatten mit 45 Einsätzen auch deutlich mehr zu tun als an einem vergleichbaren Sonntag.

Gegen 14 Uhr stürzte ein circa 25 Jahre alter Mann auf der Zülpicher Straße vom Balkon einer Dachgeschosswohnung auf ein Flachdach im Hinterhof. Der Mann wurde schwer verletzt und musste von Feuerwehr und Rettungsdienst zunächst erstversorgt und stabilisiert werden, bis die technische Rettung und der Transport in ein Krankenhaus der Maximalversorgung erfolgen konnte.

Gegen 20 Uhr stellten gleich drei größere Einsätze die Feuerwehr vor eine besondere Herausforderung. So wurden unmittelbar aufeinander zwei schwerere Verkehrsunfälle sowie ein Brand in der Innenstadt gemeldet.

Bei den Verkehrsunfällen wurden insgesamt acht Menschen, überwiegend leicht verletzt. Eine Person wurde mittelschwer verletzt. Der gemeldete Brand entpuppte sich glücklicher Weise als angebranntes Essen. Jedoch musste sich die Feuerwehr hier gewaltsam Zugang zu einer verrauchten Wohnung schaffen. Trotz laut piepsendem Rauchmelder, musste durch die Feuerwehr in der Wohnung eine schlafende Person geweckt und aus der Wohnung in Sicherheit geführt werden.

Fast auf die Minute um 23:11 Uhr, zwölf Stunden nach Sessionsbeginn forderte der Tag sein erstes Todesopfer. Die Leitstelle der Feuerwehr wurde über einen Personenunfall im Gleisbereich der Deutschen Bahn in Kalk in Kenntnis gesetzt. Zahlreiche Einsatzkräfte machten sich auf den Weg zum Bahnhof Trimbornstraße. Leider konnte hier nur noch der Tod einer Person festgestellt werden. Die Ermittlungen zur Klärung des Unfallherganges hat die Polizei übernommen. Ob dieser Unfall im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten zum Elften im Elften steht, ist derzeit völlig unklar.

In der Nacht gab es dann noch zwei weitere Brände im rechtsrheinischen Deutz und Porz für die Feuerwehr zu löschen. Verletzt wurde hier niemand.

Insgesamt konnte diese besondere Herausforderung nur durch einen sehr hohen Kräfteansatz bewältigt werden. Unter anderem sorgten über 50 zusätzliche Rettungswagen für die Sicherheit in der Stadt. Personell stemmten dies neben der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr Köln auch die vier Hilfsorganisationen Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter Unfallhilfe, Malteser Hilfsdienst, Arbeiter Samariter Bund sowie die Firma Falck Rettungsdienst.