Kräftezehrende Brandbekämpfung seit den frühen Morgenstunden im Stadtteil Weidenpesch

Um 4:12 Uhr am heutigen Samstagmorgen erreichte die Leitstelle der Feuerwehr Köln einen Notruf über den Brand in einem Hochhaus im Stadtteil Weidenpesch.

Bei dem Brand wurde eine circa 30-jährige schwangere Frau leicht verletzt. Mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung erfolgte zunächst eine notärztliche Versorgung vor Ort und im Anschluss ein Transport in ein Krankenhaus zur weiteren medizinischen Behandlung. Weitere Verletzte gab es glücklicherweise nicht zu beklagen. Zwischenzeitlich erfolgte eine Betreuung und medizinische Sichtung durch den Rettungsdienst von gut 30 Hausbewohnerinnen und Hausbewohnern in den zwei Rettungsbussen der Feuerwehr Köln vor Ort. Diese Menschen hatten ihre Wohnungen aufgrund der starken Rauchentwicklung verlassen. Außentemperaturen unterhalb des Gefrierpunktes machten eine Betreuung im Freien unmöglich.

Einsatzkräfte der nahegelegenen Feuer- und Rettungswache Weidenpesch erreichten die Einsatzstelle binnen weniger Minuten. Bereits auf der Anfahrt konnte eine starke Rauchentwicklung an einem Wohnhochhaus in der Jesuitengasse festgestellt werden. Aufgrund der Größe des Gebäudes, mit einer Vielzahl an Bewohnerinnen und Bewohnern wurde bereits zu Einsatzbeginn Alarmstufe 2 ausgelöst. Die Feuerwehr war zu Beginn mit einer enorm starken Rauchentwicklung konfrontiert. Darüber hinaus galt es eine Vielzahl hilfesuchender Menschen in Sicherheit zu bringen. Der Brandrauch drohte sich unkontrolliert auszubreiten.

Zunächst wurden Einsatzkräfte unter schwerem Atemschutz zur Kontrolle der Treppenräume und zur Erkundung des Brandherdes eingesetzt. Schnell war klar, dass der Brand im Keller des Wohnhochhauses ausgebrochen war. Ohne jegliche Sicht und bei enormer Hitzebelastung durch den Brand, kämpften sich mehrere Einsatztrupps in den Keller des Gebäudes vor. Der Brandherd konnte erst über eine Stunde nach Notrufeingang gefunden werden. Es brannten neben mehreren Kellerverschlägen dort gelagerte Reifen. Diese führten auch zur ungewöhnlich starken Rauchentwicklung.

Die brennenden Reifen erschwerten zudem die Brandbekämpfung mit Löschwasser, sodass letztendlich erst der Einsatz von Löschschaum Erfolg zeigte und das Feuer gegen kurz nach 6 Uhr am frühen Morgen gelöscht werden konnte. Die Belastung der Einsatzkräfte war derart hoch, dass die zur Brandbekämpfung eingesetzten Trupps mehrfach abgelöst werden mussten. Nachdem der Brand gelöscht war, wurden fortlaufend Kontrollen auf verbliebene Glutnester notwendig. Zur Stunde dauert der Einsatz immer noch an. Gefangener Rauch in Teilen des weitläufigen Kellergeschosses gilt es mit speziellen Be- und Entlüftungsgeräten aus dem Gebäude zu führen. Parallel dazu werden Messungen auf Brandgase im Gebäude durchgeführt. Die Bewohnerinnen und Bewohner konnten bereits in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Messwerte hier waren durchweg unauffällig.

In der Hochphase des Einsatzes waren nach Auslösung der Alarmstufe 3 gegen 5:20 Uhr gut 85 Einsatzkräfte mit knapp 30 Fahrzeugen vor Ort. Neben der Berufsfeuerwehr unterstützte auch die Löschgruppe Longerich der Freiwilligen Feuerwehr Köln die Brandbekämpfung vor Ort. Die Einsatzleitung wurde vom Führungsdienst der Branddirektion wahrgenommen.

Da eine Vielzahl von Feuerwachen der Berufsfeuerwehr im Einsatz gebunden wurde, erfolgte noch am frühen Morgen eine Verlegung nicht beteiligter Einheiten der Berufsfeuerwehr um den Grundschutz im Bereich der verwaisten Feuerwachen sicherzustellen.

Der Einsatz wird voraussichtlich noch bis zum frühen Nachmittag andauern.

Die Brandursache und Schadenhöhe sind derzeit unklar. Das zuständige Kriminalkommissariat der Polizei Köln wird die Ermittlungen zur Brandursache aufnehmen.