Am heutigen ersten Weihnachtstag, dem 25. Dezember 2018, sank im Niehler Hafen ein Passagierschiff auf Grund, nachdem zuvor bei erheblicher Schräglage sehr viel Wasser in das Schiff eingedrungen war.

Glücklicherweise befanden sich an Bord keine Personen, denn das Schiff war, wie viele andere auch, zum Überwintern im Hafen vertäut. Die Feuerwehr Köln wurde um 10:11 Uhr über die Leitstelle der Wasserschutzpolizei in Duisburg über die Havarie im Hafenbecken informiert. Die ersten Kräfte, die an der Einsatzstelle eintrafen, fanden das 63 Meter lange Schiff mit dem Namen "Pure Liner 2“, das neben der "Pure Liner“ der gleichen Reederei vertäut war, bereits in erheblicher Schräglage nach Backbord vor.

Vermutlich hatte sich das Schiff bei dem derzeit steigenden Wasserstand mit der backbordseitigen Ecke des Hecks unter der Oberkante der Kaimauer verklemmt, sich deshalb auch nicht mit dem Wasserstand angehoben und bereits große Mengen Wasser übergeholt. Lenzpumpen des Schiffs liefen bereits auf Hochtouren, konnten aber nicht verhindern, dass die Wassermenge im Schiff anstieg. Das Schiff wurde zunächst mit dem Löschboot unter der Kante der Kaimauer hervorgezogen, damit das Heck freikam und aufschwimmen konnte. Unglücklicherweise war bereits so viel Wasser im Schiff, dass es nicht weiter auftauchte und immer mehr Wasser nahm. Es wurde noch nach Möglichkeiten gesucht, Wasser aus dem Schiff abzupumpen, doch die Pumpleistung der Feuerwehr reichte auch im Zusammenspiel mit den Lenzpumpen des Schiffs nicht aus. Daher konnten die Einsatzkräfte letztlich nur zusehen, wie das Schiff immer schneller Wasser aufnahm und innerhalb kürzester Zeit auf den Grund des derzeit etwa 6 Meter tiefen Hafenbeckens sank.

Dort liegt es nun so, dass vom Oberdeck und dem Steuerhaus noch etwa die Hälfte aus dem Wasser schauen. Das Schiff verlor beim und nach dem Sinken erhebliche Mengen an Diesel und anderen Betriebsstoffen. Daher wurde die südliche Spitze des Hafenbeckens von der Feuerwehr mit Ölschlängel und Ölsperren so abgeriegelt, dass die Betriebsstoffe keine anderen Bereiche kontaminieren können. Die Einsatzstelle wurde anschließend an die Untere Wasserbehörde und die Hafenmeisterei übergeben, die sich im Laufe der kommenden Tage um alle weiteren Schritte bis hin zur Bergung des Schiffs kümmern.

Die Feuerwehr Köln war mit zwei Booten, 14 Fahrzeugen und etwa 60 Einsatzkräften der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr vor Ort.