© Kölner Verkehrs-Betriebe AG

Köln wächst und gerade in der Innenstadt ist viel in Bewegung. Immer mehr Autos, Fahrräder, Fußgängerinnen, Fußgänger sowie ÖPNV-Fahrgäste teilen sich einen begrenzten Raum.

Auf der sogenannten Ost-West-Achse machen sich in den Stadtbahnen Kapazitätsengpässe bemerkbar. Zwischen Deutzer Brücke und Universitätsstraße führen die Linien 1 und 7 über die zentralen Plätze Heumarkt, Neumarkt und Rudolfplatz. Zudem verkehrt dort die Linie 9, die zwischen Neumarkt und Rudolfplatz in Fahrtrichtung Sülz abbiegt. Die Stadtbahnen sind schon heute gerade zu den Stoßzeiten voll ausgelastet. Mit der zu erwartenden Zunahme der Bevölkerungszahl in Köln werden die Engpässe wohl noch größer. Daher besteht dringender Handlungsbedarf. 

Da eine höhere ÖPNV-Taktung auf der Ost-West-Achse aufgrund der derzeitigen Gegebenheiten nicht möglich ist, müssen wir sie umgestalten und damit fit für die Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen machen. 

Neben der verkehrlichen Machbarkeit sind für die Umgestaltung der Ost-West-Achse zudem städtebauliche Aspekte von großer Relevanz.

Die Ost-West-Achse ist ein zentraler Teilbereich des Masterplans Köln. Dieses Regiebuch für die Stadtentwicklung in Köln wurde vom Stadtplaner Professor Dr. Albert Speer erarbeitet. Es ist "Kompass, grundsätzliche Handlungsempfehlung und strategische Zielausrichtung für die zukünftige Entwicklung der Innenstadt". 

Städtebaulicher Masterplan für Köln

Planungsbeschluss zur Ost-West-Achse

In seiner Sitzung am 21. Mai 2019 hat der Rat die entscheidenden Schritte zur Umgestaltung der Ost-West-Achse in die Wege geleitet. Mit der Fassung des Planungsbeschlusses sind wir beauftragt, für die Stadtbahnlinien der Ost-West-Achse in der Innenstadt zwei verschiedene Ausbauvarianten zu planen: eine rein oberirdische und eine unterirdische Lösung. Zwischen Universitätsstraße und Weiden-West wird eine oberirdische Kapazitätserweiterung für den Betrieb von Langzügen angestrebt. Nach dem Ratsbeschluss bereiten wir derzeit die Vergabe von Planungsleistungen zur Umgestaltung vor. 

Ratsbeschluss vom 21. Mai 2019

Die Bürgerbeteiligung

Vor der Erarbeitung der Beschlussvorlage für den Rat haben wir die Bürgerinnen und Bürger zur Zukunft der Ost-West-Achse befragt. Im Rahmen eines aufwändigen, rund ein Jahr dauernden Beteiligungsverfahren hatten sie die Möglichkeit, mögliche Ausbauvarianten der Stadtbahn auf der Ost-West-Achse zu bewerten und auch städtebauliche Potenziale mit einzubeziehen.

Zur Abstimmung standen zunächst vier unterschiedlich lange Tunnelvarianten sowie eine oberirdische Lösung.

Stakeholderveranstaltung

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Am 28. November 2017 haben wir den ersten Schritt zur Beteiligung der Stadtgesellschaft getan: Gemeinsam mit den Kölner Verkehrs-Betrieben haben wir einen so genannten Stakeholderkreis in das Wallraf-Richartz-Museum/Fondation Corboud eingeladen. Dort wurden ausgewählten, von der Umgestaltung betroffenen Verbänden, Vereinen, Interessensgemeinschaften, Hauptanliegerinnen und Hauptanliegern sowie der Politik die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Umgestaltung vorgestellt und an Thementischen diskutiert.

Auftakt Dialog-Forum

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Am 17. März 2018 fiel der offizielle Startschuss zur Bürgerbeteiligung im Rahmen eines Auftakt Dialog-Forums. Rund 350 interessierte Bürgerinnen und Bürger fanden den Weg ins Historische Rathaus, um sich über die verschiedenen Varianten zu informieren sowie mit Expertinnen und Experten zu diskutieren. Im Rahmen der Veranstaltung konnten sich die Bürgerinnen und Bürger in Vorträgen sowie an 13 Thementischen über die verschiedenen Aspekte der Umgestaltung und des Beteiligungsprozesses informieren, Fragen stellen und Anregungen geben.

Expeditionen vor Ort

© Sabine Große-Wortmann

Im April und Mai 2018 wurden jeweils zweiteilige Expeditionstermine mit den Schwerpunkten Anwohnerinnen und Anwohner, ÖPNV-Nutzerinnen und Nutzer sowie Individualverkehr durchgeführt. Im ersten Termin sammelten die Teilnehmenden im Rahmen von Expeditionen vor Ort konkrete Erkenntnisse. In einem zweiten Termin wurden diese Ergebnisse in Workshops ausgewertet, diskutiert und mit den vorliegenden fünf Planungsvarianten abgeglichen. Freiwillige aus den jeweiligen Perspektiven bereiteten schließlich eine Ergebnispräsentation für die Auswertungskonferenz vor.

Auswertungskonferenz

© Pascal Nordmann

Mit der großen Auswertungskonferenz fand die Bürgerbeteiligung am 30. Juni 2018 ihren vorläufigen Abschluss. Im Zentrum der Veranstaltung stand die Präsentation der Ergebnisse der drei Konsultationsgruppen. Darüber hinaus stellten wir in einer Ausstellung alle bisherigen Ergebnisse der Beteiligung vor. Mit einer offenen und lebhaften Diskussion fand die Veranstaltung ihren Abschluss.

Zudem präsentierten wir die Machbarkeitsstudie zur Variantenfindung dem Arbeitskreis Behindertenverbände und nahmen auch von dort Anregungen, Kritik und Wünsche mit. Diese brachten wir ebenfalls in die Abschlusskonferenz ein. 

Darüber hinaus konnten sich Interessierte an insgesamt sieben Terminen im März und Juni 2018 in einer Info-Stadtbahn am Neumarkt mit Expertinnen und Experten über die Zukunft der West-Achse austauschen. Sie hatten auch hier Gelegenheit, Fragen zu stellen oder Anregungen zu geben.

Die Hintergründe, den Ablauf und die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung zur Umgestaltung der Ost-West-Achse haben wir Ihnen zusammengestellt.

Dokumentation der Bürgerbeteiligung
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Abschlusspräsentation der Auswertungskonferenz
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Untersuchung zusätzlicher Varianten verschiedener Ratsfraktionen

Zwischenzeitlich hatten verschiedene Ratsfraktionen ergänzende Varianten der Umgestaltung ins Spiel gebracht. Zu diesen ergänzenden Varianten wurden weitere Analysen und Studien erarbeitet. Diese Ergebnisse haben wir am 27. Oktober 2018 im Historischen Rathaus vorgestellt.

Die zusätzlichen Untersuchungsergebnisse fanden, neben den bisherigen Machbarkeitsstudien und den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung, Berücksichtigung in der Beschlussvorlage.

250 Bürgerinnen und Bürger informierten sich über die Ergebnisse aus der Untersuchung weiterer Varianten

Die Machbarkeitsstudien

Grundlage für die Bürgerbeteiligung waren zwei Machbarkeitsstudien für die Umgestaltung der Ost-West-Achse. Am 10. Mai 2011 beauftragte uns der Verkehrsausschuss mit der Erstellung der Machbarkeitsstudien für die Umgestaltung der Ost-West-Achse. Um im öffentlichen Personennahverkehr eine Kapazitätserhöhung von 50 Prozent zu erreichen, ist der Einsatz von Langzügen auf der Ost-West-Achse eine denkbare Lösung. In der verkehrlichen Machbarkeitsstudie galt es, hierfür verschiedene Ansätze zu klären:

  • Welche Möglichkeiten bestehen für eine oberirdische Führung von Langzügen der Stadtbahn?
  • Welche Vorschläge bietet der städtebauliche Masterplan hinsichtlich der Kapazitätssteigerung und Kapazitätsumverteilung?
  • Welche Alternativen bestehen zu einer oberirdischen Führung von Langzügen?

Die Machbarkeitsstudie prüfte für die verkehrliche wie städtebauliche Gestaltung neben der oberirdischen Variante der Stadtbahnführung alternativ verschiedene Tunnelvarianten: ein kurzer Tunnel zwischen Heumarkt und Neumarkt, eine mittlere Tunnelvariante bis Rudolfplatz und zwei große Tunnellösungen bis zur Stadtkante West respektive zum Melatenfriedhof. Die Vorschläge unterscheiden sich in den baulichen Qualitäten und den Tunnellängen hinsichtlich der entstehenden Kosten und der Förderfähigkeit sowie der Planungs- und Bauzeiten. 

Neben der verkehrlichen Machbarkeit bedarf es der Berücksichtigung der städtebaulichen Aspekte. Nur so lässt sich den planerischen Fragestellungen ganzheitlich gerecht werden. Zusätzlich haben wir gemeinsam mit Landschaftsplanerinnen und Landschaftsplanern im Rahmen der vorliegenden Machbarkeitsstudie eine begleitende städtebauliche Ausarbeitung zur Studie der Ost-West-Achse erstellt. Bei dieser Freiraumplanung wurden straßenräumliche Ideen, Grundsätze, Strukturen und Identifikationsmerkmale entwickelt. Die entstandenen Szenarien und Varianten zeigen, welche Möglichkeiten für Veränderung bestehen.

Machbarkeitsstudie und Visualisierungen - November 2017
PDF, 73325 kb

Maßnahmen zur Entlastung der Ost-West-Achse bis zur Umgestaltung

© Stadt Köln

Um die Engpässe im ÖPNV auf der Ost-West-Achse zeitnah auszugleichen, haben wir bereits Maßnahmen umgesetzt, mit denen wir die Kapazitäten erhöhen konnten.

So haben wir beispielsweise auf der Linie 7 die an der Haltestelle Haus Vorst endenden Fahrten um eine Haltestelle bis Frechen-Bahnhof verlängert. Am Nachmittag wird eine Fahrt bis nach Frechen-Benzelrath verlängert. 

Auf der Achse zwischen Dom/Hauptbahnhof und Widdersdorf/Weiden sind die neuen KVB-Buslinien 172 und 173 unterwegs. Diese nehmen zu den Hauptverkehrszeiten morgens sowie nachmittags und abends Fahrgäste aus Widdersdorf, Lövenich, Weiden und Junkersdorf auf und bringen sie ohne Umstiege in die Innenstadt. Damit versprechen wir uns vor allem eine Entlastung der Linie 1. Für eine weitere Entlastung der Linie 1 sorgt die Buslinie 171, die ebenfalls neu eingerichtet wurde. Damit können von Mülheim und Kalk aus Ziele in der Innenstadt ohne Umstiege oder weite Fußwege erreicht werden.

Daneben planen wir den Einsatz von Langzügen auf der Ost-West-Achse. Diese sollen voraussichtlich ab 2024, nach der Auslieferung der neuen Stadtbahnwagen, zum Einsatz kommen. Im Vorfeld müssen wir dafür die meisten Bahnsteige baulich für den Betrieb der Langzüge erweitern.

Neue Busverbindungen auf der Ost-West-Achse

Kontakt

Bei Fragen zur Neugestaltung der Ost-West-Achse können Sie uns gerne unter den Telefonnummern 0221 / 221-27039 oder -27956 anrufen oder Sie nutzen unser Kontaktformular.

Kontakt Amt für Straßen und Verkehrsentwicklung