Der Masterplan und die Ost-West-Achse

© team m&m

Es ist eines der bedeutendsten städtebaulichen Projekte in Köln: der Masterplan Köln. Im Mai 2009 verabschiedete der Rat dieses von Stadtplaner Professor Dr. Albert Speer entwickelte Konzept. Es ist "Kompass, grundsätzliche Handlungsempfehlung und strategische Zielausrichtung für die zukünftige Entwicklung der Innenstadt" und setzt sich zusammen aus einer Vielzahl von Teilprojekten, von denen sich inzwischen einige in der Umsetzung befinden oder bereits realisiert wurden. Die Ost-West-Achse ist ein zentraler Teilbereich dieses umfassenden Regiebuchs für die Stadtentwicklung. Sie umfasst die wichtige und hoch frequentierte Verkehrsachse zwischen Deutzer Brücke und Universitätsstraße und führt über die zentralen Plätze Heumarkt, Neumarkt und Rudolfplatz sowie die "Stadtkante West" bis zur Höhe Aachener Weiher.

Mögliche Varianten der künftigen Verkehrsführung

Die dargestellten Bilder sind Teil der Machbarkeitsstudie und zeigen Ihnen die möglichen baulichen Szenarien der geplanten Neugestaltung der Ost-West-Achse, insbesondere an den bisherigen und zukünftigen Verkehrsknotenpunkten.

Sie geben einen ersten Eindruck über die potenziellen Verkehrsführungen und das sich daraus ergebende Stadtbild. Unser Ziel ist es, eine möglichst effiziente und zukunftsorientierte Ost-West-Achse zu schaffen, die für das wachsende Verkehrsaufkommen optimal ausgerichtet ist.

Verkehrliche Anforderungen – Die Machbarkeitsstudie zur Ost-West-Achse

© Kölner Verkehrs-Betriebe AG

Die Innenstadt ist in Bewegung: mehr Autos, mehr Fahrräder, mehr Fußgängerinnen, mehr Fußgänger, mehr Fahrgäste. Schon heute gibt es bei der KVB Kapazitätsengpässe auf der Ost-West-Achse. Diese werden mit Zunahme der Bevölkerungszahl noch größer werden. Es besteht dringender Handlungsbedarf, denn ohne einen Ausbau ist der öffentliche Nahverkehr nicht zukunftsfähig. Für höhere Kapazitäten sollen auf der Ost-West-Achse längere Züge eingesetzt werden. Dafür müssen fast alle Haltestellen verlängert werden. Für den Innenstadtbereich ergeben sich daraus besondere städtebauliche Chancen.

Bei verkehrlichen Veränderungen im städtischen Hauptverkehrsnetz sind die Erhaltung der Leistungsfähigkeit des öffentlichen Personennahverkehrs, des Radverkehrs und des motorisierten Individualverkehrs von entscheidender Bedeutung. Der Verkehrsausschuss beauftragte uns daher am 10. Mai 2011 mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie für die Umgestaltung der Ost-West-Achse.

Variantenentwicklung - Lösungsvorschläge für die Ost-West-Achse

Um im öffentlichen Personennahverkehr eine Kapazitätserhöhung von 50 Prozent zu erreichen, ist der Einsatz von Langzügen auf der Ost-West-Achse eine denkbare Lösung. In der Machbarkeitsstudie galt es, hierfür verschiedene Ansätze zu klären:

  • Welche Möglichkeiten bestehen für eine oberirdische Führung von Langzügen der Stadtbahn?
  • Welche Vorschläge bietet der städtebauliche Masterplan hinsichtlich der Kapazitätssteigerung und Kapazitätsumverteilung?
  • Welche Alternativen bestehen zu einer oberirdischen Führung von Langzügen?

 

Die Machbarkeitsstudie prüfte neben der oberirdischen für die verkehrliche wie städtebauliche Gestaltung alternativ verschiedene Tunnelvarianten: ein kurzer Tunnel zwischen Heumarkt und Neumarkt, eine mittlere Tunnelvariante bis Rudolfplatz und zwei große Tunnellösungen bis zur Stadtkante West respektive zum Melatenfriedhof. Die Vorschläge unterscheiden sich in den baulichen Qualitäten und den Tunnellängen hinsichtlich der entstehenden Kosten und der Förderfähigkeit sowie der Planungs- und Bauzeiten.

Städtebauliche Studie – Eine Freiraumplanung zur Ost-West-Achse

© WES GmbH LandschaftsArchitektur
Visualisierung des Neumarkts

Neben der verkehrlichen Machbarkeit bedarf es der Berücksichtigung der städtebaulichen Aspekte. Nur so lässt sich den planerischen Fragestellungen ganzheitlich gerecht werden. Zusätzlich haben wir gemeinsam mit Landschaftsplanerinnen und Landschaftsplanern im Rahmen der vorliegenden Machbarkeitsstudie eine begleitende städtebauliche Ausarbeitung zur Studie der Ost-West-Achse erstellt. Bei dieser Freiraumplanung wurden straßenräumliche Ideen, Grundsätze, Strukturen und Identifikationsmerkmale entwickelt. Die entstandenen Szenarien und Varianten zeigen, welche Möglichkeiten für Veränderung bestehen.

Ganzheitlich planen – "Emissionsfreier Verkehr"

Die Machbarkeitsstudie hat verschiedene Variante hervorgebracht. Nun gilt es, die verkehrliche und die städtebauliche Neugestaltung der Ost-West-Achse in einen Gesamtzusammenhang zu stellen. Ziel ist es, den zunehmenden Verkehr unter Berücksichtigung der notwendig werdenden städtebaulichen Veränderungen neu zu strukturieren und nachhaltig und umweltfreundlich zu planen. Dafür besteht gerade jetzt eine große Chance zur Weichenstellung für die zukünftige Entwicklung.

Denkbare Möglichkeiten - Veränderungen für alle

Stadtpolitisch hat das Projekt eine historische Bedeutung für Köln. Es geht um nicht weniger als das Kernstück des vorliegenden Masterplanes. Die auf der Grundlage der Machbarkeitsstudie und der Freiraumplanung entwickelten Varianten bieten eine Grundlage zur Diskussion, sie sind keine entschiedenen Baupläne. Sie sind Möglichkeiten, in denen weiter gedacht werden kann. Sicher ist, dass es verkehrliche wie städtebauliche Veränderungen geben wird. Diese Veränderungen betreffen alle Bürgerinnen und Bürger, daher ist ihre intensive Beteiligung an der Entscheidung über die Umgestaltung der Ost-West-Achse vorgesehen.

Öffentlichkeitsbeteiligung zur Variantenentscheidung

© HHVISION für WES GmbH LandschaftsArchitektur
Visualisierung des Rudolfplatzes

Die vorliegenden Varianten für eine oberirdische Stadtbahnführung oder einen kurzen, mittellangen oder langen Tunnel bilden den Rahmen für das geplante Beteiligungsverfahren. Mit den Bürgerinnen und Bürgern möchten wir uns für eine Variante entscheiden. Es gilt, die verschiedenen Perspektiven auf das Vorhaben zu eröffnen und die Auseinandersetzung aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu ermöglichen, um ein umfassendes Verständnis für die Komplexität und Vielschichtigkeit des Zukunftsprojektes zu erreichen. Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung werden in den weiteren Planungsprozess einfließen und eine Grundlage für die Entscheidung für eine Vorzugsvariante darstellen. Diese wird den politischen Gremien zur weiteren planerischen Verfolgung vorgelegt.

Daher machen wir uns gemeinsam mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern auf den Weg, die zentralen Fragen zur Zukunft der Ost-West-Achse zu beantworten: Wünschen Sie sich einen oberirdischen Ausbau oder eine der vier Tunnelvarianten?

Als Expertin und Experte für Ihre Lebenswirklichkeit vor Ort können Sie sich nicht nur über die Möglichkeiten der Umgestaltung informieren. Sie sollen die Entwicklungen und Planungen inhaltlich aktiv unterstützen. Denn Fachleute wissen nicht alles, sie brauchen die Unterstützung der Nutzerinnen und Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs, der Aktiven im Straßenverkehr, der Fußgängerinnen, Fußgänger, Radfahrerinnen, Radfahrer, Anwohnerinnen und Anwohner. Kurz: Es braucht Ihre Beteiligung als Expertinnen und Experten der Praxis.

Streckenplan Ost-West-Achse - Die 5 Varianten im Überblick
PDF, 14058 kb

Stakeholder-Veranstaltung am 28. November 2017

Am 28. November 2017 wurde der erste Schritt zur Beteiligung der Stadtgesellschaft getan: Gemeinsam mit den Kölner Verkehrs-Betrieben hatten wir einen so genannten Stakeholderkreis in das Wallraf-Richartz-Museum/Fondation Corboud eingeladen. Dort wurden ausgewählten, von der Umgestaltung betroffenen Verbänden, Vereinen, Interessengemeinschaften, Hauptanliegerinnen und Hauptanliegern sowie der Politik die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Umgestaltung vorgestellt. In einem zweiten Schritt gab es Gelegenheit, sich an Thementischen im Dialog mit den Expertinnen und Experten detailliert über die Vorschläge zu informieren, Fragen zu stellen und erste Anregungen zu geben.

So wurde an Thementischen zu den vier Verkehrsknotenpunkten Heumarkt, Neumarkt, Rudolfplatz und der so genannten "Stadtkante West" (Aachener Straße/Richard-Wagner-Straße) engagiert diskutiert. Darüber hinaus gab es Expertenkreise zu den Themen:

  • Städtebau
  • Masterplan und Bürgerbeteiligung
  • Verkehrliche und städtebauliche Machbarkeitsstudie
  • Stadtbahn - Ausbau des ÖPNV

Auftaktveranstaltung Dialog-Forum

Am Samstag, 17. März 2018, fiel der Startschuss zur Bürgerbeteiligung. Rund 350 interessierte Bürgerinnen und Bürger hatten den Weg ins Historische Rathaus gefunden, um sich über die verschiedenen Varianten zu informieren sowie mit Expertinnen und Experten zu diskutieren. Alleine die große Zahl von Teilnehmerinnen und Teilnehmern offenbart, wie sehr die Zukunft der Ost-West-Achse die Kölner Menschen bewegt. Im Rahmen der Veranstaltung konnten sich die Bürgerinnen und Bürger in Vorträgen sowie an 13 Thementischen über die verschiedenen Aspekte der Umgestaltung und des Beteiligungsprozesses informieren, Fragen stellen und Anregungen geben.

Es zeigte sich, dass gerade die Erfahrungen der Verkehrsteilnehmerinnen, Verkehrsteilnehmer, Anwohnerinnen und Anwohner sowie der Gewerbetreibenden im Hinblick auf die weiteren Überlegungen zur Kapazitätserweiterung und Umgestaltung der wichtigen Kölner Verkehrsader von großem Wert sind. Gleichzeitig wurde deutlich, wie weit die Meinungen bei der Frage, ob ein oberirdischer oder unterirdischer Ausbau der Ost-West Achse sinnvoller ist, auseinandergehen.

Weitere Informationen zum erfolgreichen Start der Bürgerbeteiligung

Expeditionen und Workshops

© Sabine Große-Wortmann

Im April und Mai 2018 wurden jeweils zweiteilige Expeditionstermine mit folgenden Schwerpunkten durchgeführt:

  • Anwohnerinnen und Anwohner
  • Individualverkehr
  • ÖPNV-Nutzerinnen und Nutzer

Im ersten Termin sammelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen von Expeditionen vor Ort konkrete Erkenntnisse. Sie fuhren mit dem Auto, mit dem Fahrrad, nutzten die Stadtbahn und gingen Teilstrecken der Ost-West-Achse ab.

Im Rahmen der Expeditionen wurde untersucht, was genau die Situation auf den Straßen, Schienen, Wegen und Plätzen ausmacht, welche Konflikte es konkret gibt, was gut funktioniert und welche Veränderungen denkbar sind. Die Beobachtungen wurden anschließend in einem Workshop festgehalten.

In einem zweiten Termin wurden diese Ergebnisse in Workshops ausgewertet, diskutiert und mit den vorliegenden fünf Planungsvarianten abgeglichen. Freiwillige aus den jeweiligen Perspektiven bereiteten schließlich eine Ergebnispräsentation vor, die sie im Rahmen der Auswertungskonferenz am 30. Juni der Öffentlichkeit vorgestellt haben. 

 

Die Fotoprotokolle zu den Expeditions- und Workshop-Terminen zum Herunterladen:

Termin 1 für Anwohnerinnen und Anwohner am 13. April 2018
PDF, 1429 kb
Termin 2 für Anwohnerinnen und Anwohner am 21. April 2018
PDF, 1620 kb
Termin 1 für den Individualverkehr am 12. April 2018
PDF, 2041 kb
Termin 2 für den Individualverkehr am 4. Mai 2018
PDF, 1905 kb
Termin 1 für ÖPNV-Nutzerinnen und Nutzer am 20. April 2018
PDF, 1262 kb
Termin 2 für ÖPNV-Nutzerinnen und Nutzer am 5. Mai 2018
PDF, 2409 kb

Arbeitskreis mit den Behindertenverbänden

Am 12. Juni 2018 haben wir dem Arbeitskreis Behindertenverbände die Machbarkeitsstudie zur Variantenfindung präsentiert. Die unterschiedlichen Varianten wurden besprochen und diskutiert. Die daraus entstandenen Anregungen, Kritiken und Wünsche haben wir aufgenommen und bei der Abschlusskonferenz mit eingebracht. Die Präferenz des Arbeitskreises wird in die Beschlussvorlage eingearbeitet.

Info-Stadtbahn zur Ost-West-Achse am Neumarkt

In einer Info-Stadtbahn am Neumarkt konnten sich Interessierte an insgesamt sieben Terminen im März und Juni 2018 mit Expertinnen und Experten über die Zukunft der West-Achse austauschen. Sie hatten Gelegenheit, Fragen zu stellen oder Anregungen zu geben. Die Eingaben wurden ausgewertet und sind somit Teil des Bürgerbeteiligungsprozesses.

Auswertungskonferenz

© Pascal Nordmann
Blick auf die Arbeitsgruppen der Auswertungskonferenz

Am Samstag, 30. Juni 2018, haben wir mit einer Auswertungskonferenz die erste Phase der Bürgerbeteiligung abgeschlossen. Oberbürgermeisterin Henriette Reker begrüßte rund 250 Kölnerinnen und Kölner im Historischen Rathaus, die offen und engagiert die bisherigen Erkenntnisse der Bürgerbeteiligung zur Zukunft der Ost-West-Achse diskutierten.

Im Zentrum der Veranstaltung stand die Präsentation der Ergebnisse der drei Konsultationsgruppen "Anwohnerinnen und Anwohner", "Individualverkehr" und "ÖPNV-Nutzerinnen und Nutzer". Diese wurden anschließend von den Bürgerinnen und Bürgern in Arbeitsgruppen diskutiert und bewertet. 

Darüber hinaus stellten wir in einer Ausstellung alle bisherigen Ergebnisse der Beteiligung vor. Mit einer offenen und lebhaften Diskussion fand die Veranstaltung ihren Abschluss.

Informationen zur Auswertungskonferenz und zu den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung
Abschlusspräsentation der Auswertungskonferenz
PDF, 7267 kb
Fotoprotokoll der Auswertungskonferenz
PDF, 5071 kb
Präsentation zum Vortrag von Dr. Norbert Reinkober, Geschäftsführer Nahverkehr Rheinland GmbH
PDF, 14874 kb

Weiteres Vorgehen

Derzeit untersuchen wir die ergänzenden Varianten der Fraktionen zur Umgestaltung der Ost-West-Achse. Im Herbst 2018 ist eine weitere öffentliche Veranstaltung geplant, in der unter anderem die Ergebnisse der weitergehenden Untersuchungen vorgestellt werden. Im November werden wir schließlich eine Beschlussvorlage an den Rat übergeben, auf dessen Grundlage das Gremium zum Ende des Jahres einen Variantenbeschluss treffen soll.

Ebenso wird derzeit eine ausführliche Dokumentation über die Durchführung der Bürgerbeteiligung und ihre Ergebnisse erstellt.

Wissenswertes und Downloads

Kontakt

Bei Fragen zur Neugestaltung der Ost-West-Achse und zur Anmeldung für die Abschlusskonferenz können Sie uns gerne unter der Telefonnummer 0221 / 221-27803 anrufen oder Sie nutzen unser Kontaktformular.

Kontaktformular