Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um das Thema E-Tretroller haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Ab wann sind die E-Tretroller in der Stadt verfügbar?

Am 15. Juni 2019 ist die neue Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung in Kraft getreten. Insgesamt haben 14 Anbieterinnen und Anbieter ihr Interesse bekundet. Ihnen haben wir unser Qualitäts-Agreement zugeschickt, mit dem sie sich zu einigen Grundsätzen hinsichtlich der Ausleihe der Roller bekennen. Die E-Tretroller können nun von verschiedenen Firmen ausgeliehen werden.

Wer darf die E-Tretroller ausleihen?

Fahrerinnen und Fahrer von ausleihbaren E-Tretrollern müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Privat gekaufte E-Scooter können bereits ab 14 Jahren gefahren werden. Sowohl für private als auch für ausgeliehene Roller brauchen Sie keine zusätzliche Prüfung wie etwa eine Mofaprüfbescheinigung. Auf dem Roller darf nur eine Person fahren. Weder weitere Mitfahrerinnen und Mitfahrer noch ein Anhänger sind erlaubt. 

Für das Ausleihen der E-Tretroller ist im Regelfall ein Smartphone erforderlich, da sich Fahrerinnen und Fahrer in einer App der jeweiligen Verleiherin oder des jeweiligen Verleihers anmelden müssen. Ein Helm ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Doch Fachleute raten dazu, nicht ohne einen Kopfschutz zu rollern.

Darf ich die Roller auf Gehwegen nutzen?

Die E-Tretroller dürfen Sie gemäß Elektrokleinstfahrzeug-Verordnung nur auf Radwegen und Straßen nutzen. In Fußgängerzonen und auf Gehwegen dürfen Sie keine E-Tretroller fahren. Nicht erlaubt sind zudem Wege und Straßen mit dem Zusatzzeichen "Radfahrer frei". Somit ist es beispielsweise nicht erlaubt, mit dem E-Tretroller durch eine für Radfahrer freigegebene Fußgängerzone zu fahren.

Wie weit darf ich aus der Stadt raus fahren?

Die Verleihunternehmen definieren das Gebiet selbst. Dem bisherigen Kenntnisstand nach können Sie die E-Tretroller auch außerhalb des Stadtgebietes nutzen. Sie dürfen den E-Tretroller allerdings nur innerhalb des vom Unternehmen festgelegten Bedienungsgebietes abstellen.

Darf ich E-Tretroller mit in Busse und Bahnen nehmen?

© Christoph Seelbach

E-Tretroller dürfen in Bussen und Bahnen in NRW nur in zusammengeklapptem Zustand kostenfrei mitgenommen werden. Nur dann seien sie wie Handgepäck zu behandeln und es werde kein Ticket benötigt, teilte der Verkehrsverbund Rhein-Sieg mit. 

Nicht klappbare oder nicht zusammengeklappte E-Tretroller werden hingegen wie ein Fahrrad behandelt, für das ein entsprechendes Ticket gelöst werden muss.

Ist das Abstellen in Fußgängerzonen erlaubt?

In unserer Qualitätsvereinbarung werden die Abstellorte und Abstellregelungen im Allgemeinen definiert, sodass keine Verkehrsteilnehmenden in ihrer Mobilität eingeschränkt werden. Eine Auflistung, wie Elektro-Tretroller abzustellen sind, findet sich im Qualitäts-Agreement wieder, das die Verleihzonen für E-Tretroller genau definiert.

Verleihzonen für E-Tretroller

Welche Roller sind für den Straßenverkehr zugelassen?

Das Kraftfahrt-Bundesamt lässt den Betrieb der Roller unter folgenden Bedingungen zu:

  • Sie dürfen zwischen sechs und 20 Kilometer pro Stunde fahren und müssen eine Lenk- oder Haltestange haben.
  • Die Gefährte dürfen 70 Zentimeter breit sein, 1,40 Meter hoch und 2 Meter lang.
  • Erlaubtes Maximalgewicht der Roller: 55 Kilo.
  • Pflicht sind zwei voneinander unabhängige Bremsen, eine weiße Leuchte vorne und eine rote hinten.
  • Reflektoren an den Speichen sowie eine helltönende Glocke sind ebenfalls vorgeschrieben.

Herstellerfirmen müssen die Roller mit entsprechenden Papieren ausliefern. Darauf sind unter anderem die Genehmigungsnummer der Allgemeinen Betriebserlaubnis und die Fahrzeug-Identifizierungsnummer vermerkt. Die Papiere müssen Sie unterwegs nicht immer dabeihaben. Ein Fabrikschild am Gefährt muss die Daten zudem anzeigen.

Gibt es eine Promillegrenze beim Fahren von E-Tretrollern?

Die Promillegrenze liegt für Fahrerinnen und Fahrer ab 21 Jahren bei 0,5 Promille. Wer mit 0,5 bis 1,09 Promille fährt und keine alkoholbedingte Auffälligkeit zeigt, bekommt einen Bußgeldbescheid. Das bedeutet in der Regel 500 Euro sowie einen Monat Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg. Wer mit mindestens 1,1 Promille unterwegs ist, begeht eine Straftat. Das kann aber auch schon ab 0,3 Promille bei alkoholbedingten Ausfallerscheinungen der Fall sein.

Die Null-Promille-Grenze gilt bei jüngeren Fahrerinnen und Fahrern bis einschließlich 20 Jahre. Zwar reguliert die Kfz-Haftpflichtversicherung grundsätzlich Schäden Dritter, auch wenn der Fahrer oder die Fahrerin Alkohol getrunken hat. Unter Umständen und je nach Einzelfall können Versicherungen den Fahrer oder die Fahrerin in Regress nehmen, das ist sogar schon ab 0,3 Promille möglich.

Worauf muss ich bei einem privaten Kauf achten?

Bereits jetzt gibt es viele verschiedene Modelle von E-Tretrollern im Fahrradfachhandel, in Elektronikmärkten oder im Internet zu kaufen. Die Preise bewegen sich zwischen wenigen hundert und mehreren tausend Euro. Viele der bisher etwa über das Internet angebotenen oder bereits verkauften Modelle erfüllen nicht die gesetzlichen Vorgaben und sind somit nicht im öffentlichen Verkehr zugelassen.

Achten Sie darauf, dass die E-Tretroller die technischen Bedingungen des Kraftfahrt-Bundesamts erfüllen, wie beispielsweise eine helltönende Glocke oder Reflektoren an den Speichen. Weitere Informationen finden Sie unter der Frage: Welche Roller sind für den Straßenverkehr zugelassen? 

Sie können diese allgemeine Betriebserlaubnis für Ihren bereits erworbene, aber bisher nicht zugelassene E-Scooter auch noch im Nachhinein beim Kraftfahrt-Bundesamt beantragen.

Benötigt ein privat gekaufter Roller eine Kfz-Haftpflichtversicherung?

Jeder privat erworbene E-Tretroller muss über eine allgemeine Betriebserlaubnis verfügen, die das Kraftfahrtbundesamt ausstellt. Diese wird nur erteilt, wenn alle technischen Anforderungen aus der Elektrokleinstfahrzeug-Verordnung erfüllt sind. Außerdem benötigen Sie für den Betrieb eines E-Tretrollers eine Kfz-Haftpflichtversicherung sowie jährlich ein neues Versicherungsschild. Ein solcher Aufkleber ist in den Geschäftsstellen der Versicherungen erhältlich und lässt sich online bei Versicherungen bestellen. Den Versicherungsschein müssen Sie beim Fahren nicht dabeihaben.

Welche Bußgelder gelten für E-Tretroller?

Wer ohne allgemeine Betriebserlaubnis mit einem E-Tretroller im Verkehr fährt, muss mit einem Bußgeld von 70 Euro rechnen, so der Deutsche Verkehrssicherheitsrat. Wer damit auf dem Gehweg rollert, riskiert zwischen 15 und 30 Euro. Fehlen erforderliche technische Teile wie das Licht, können 20 Euro Bußgeld folgen. Und wer ohne den nötigen Aufkleber der Versicherung unterwegs ist, muss mit 40 Euro rechnen.