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Am 11. Oktober 1968 wurde ein neues Kapitel der Kölner Verkehrsgeschichte aufgeschlagen – der Beginn des U-Bahnverkehrs. Schon Stunden zuvor standen an diesem Tag Menschen vor den noch geschlossenen Eingängen der ersten U-Bahnstrecke ihrer Stadt. Um 13:30 Uhr glitten die Rollgitter endlich nach oben, die Menge strömte die Treppen hinab und wenige Minuten später rollten die ersten beiden planmäßigen "U-Straßenbahnen" auf der 1,4 Kilometer langen Strecke zwischen Friesenplatz, Appellhofplatz/Zeughaus und Dom/Hauptbahnhof. 

Der Ansturm der Kölner auf ihre U-Bahn war enorm: Mehrere Tausend Menschen, so berichtete die Kölnische Rundschau, fuhren schon in der ersten Viertelstunde nach der Eröffnung in beiden Richtungen.

Die Massen applaudierten. Dann drängte es sich in die Wagen. Wie die Heringe waren die Fahrgäste aneinandergepresst.

Die Umstellung vom oberirdischen auf den unterirdischen Betrieb funktionierte reibungslos. 

Mit Musik in die Zukunft

Vor der Eröffnung für das allgemeine Publikum hatte es einen Festakt mit 500 geladenen Gästen in der Haltestelle Dom/Hauptbahnhof gegeben. Nach einem Platzkonzert und Reden des Kölner Oberbürgermeisters Theo Burauen, des Bundesverkehrsministers Georg Leber und des Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Heinz Kühn, blies der Verkehrsminister um 11:50 Uhr in die Trillerpfeife und ließ den ersten Zug in die Haltestelle einfahren. Mit ihm fuhren die Ehrengäste anschließend zum Friesenplatz.

Die Begeisterung der Kölner für ihre neue U-Bahn war groß und die Vorteile für den innerstädtischen Verkehr waren beträchtlich. Vier Straßenbahnlinien – 5, 15, 21 und 23 – fuhren nun nicht mehr oberirdisch über die Christophstraße und Gereonstraße bis zum Bahnhofsvorplatz, sondern im Untergrund. Das entlastete die stark befahrenen Innenstadtstraßen und verkürzte die planmäßige Fahrzeit auf diesem Stück um beachtliche vier Minuten. 

Während die Kölner noch die U-Bahn-Premiere feierten, wurden an anderen Stellen in der Stadt bereits neue unterirdische Strecken gegraben. Denn zu diesem Zeitpunkt war längst klar: Für große Bereiche des Kölner ÖPNV lag die Zukunft unter der Erde.