Aus Umweltschutzgründen aber auch aus wirtschaftlichen Erwägungen sollen Fahrzeuge grundsätzlich nur in speziellen Waschanlagen gereinigt werden, in denen das Wasser umweltschonend im Kreislauf geführt und das eingesetzte Reinigungsmittel genau dosiert wird.

Durch die Ausgestaltung des Waschplatzes und die Abwasseraufbereitung ist dafür gesorgt, dass keine Schadstoffe in den Boden und in die Kanalisation eindringen können.

Warum Autowäsche nur auf genehmigten Flächen?

Nach der Kölner Stadtordnung ist es nicht erlaubt, Kraftfahrzeuge im Geltungsbereich der Verordnung abzuspritzen (somit auch nicht mit ausschließlich klarem Wasser), zu waschen oder mit brennbaren, ölauflösenden oder schaumbildenden Flüssigkeiten zu behandeln (§ 6, Absatz 1 Kölner Stadtordnung - KSO).

Der Geltungsbereich umfasst hierbei das ganze Kölner Stadtgebiet (Verkehrsflächen, öffentliche Anlagen und Einrichtungen, Anlagen der Verkehrs- und Versorgungsbetriebe, Sonderbereiche sowie Boden und Gewässer). Eine Ausnahme hiervon wird in § 6, Absatz 2 KSO festgelegt:

Dies gilt auch für private Flächen, wenn Öl, Altöl, Kraftstoffe oder andere wassergefährdende Stoffe in das öffentliche Kanalnetz oder in das Grundwasser gelangen können.

Dies bedeutet, dass Autowäschen nur mit entsprechenden Vorrichtungen (wasserdichte Waschfläche, angeschlossene Abwasserreinigung) und Genehmigungen erlaubt sind.

Zu "privaten Flächen" werden auch gewerblich genutzte Flächen gezählt.

Kölner Stadtordnung inklusive Verwarnungs- und Bußgeldrahmen

Vielfach werden Grünstreifen zum Parken von Autos genutzt und dort, wo das Auto abgestellt wurde, soll es dann gewaschen werden. Auch Hofeinfahrten oder private Parkflächen werden als solche Flächen zum Waschen gesehen. Mit dem Waschwasser und dem Reinigungsmittel wird am Wagen anhaftender Schmutz (Öl, Teer, Ruß, Fett, Schwermetalle) mobilisiert und gelangt in den Boden und damit ins Grundwasser.

Das Wasserhaushaltsgesetz verpflichtet Sie, bei Maßnahmen, mit denen Einwirkungen auf ein Gewässer verbunden sein können, die nach den Umständen erforderliche Sorgfalt anzuwenden, um eine Verunreinigung des Wassers oder eine sonstige nachteilige Veränderung seiner Eigenschaften zu verhüten. Auf unbefestigten Flächen könnte durch das Versickern von Autowaschwasser eine nachteilige Veränderung des Grundwassers verursacht werden. Ohne eine Erlaubnis dafür, begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße geahndet werden kann.

Wo kann das Auto gewaschen werden?

Für eine ordnungsgemäße Autowäsche gibt es an vielen Stellen genehmigte Autowaschanlagen und -plätze. Eine Autowaschanlage bietet eine bequeme Möglichkeit, das Fahrzeug zu reinigen.

Es gibt Autowaschstraßen, durch die man das Auto nicht selber durchfahren muss, sondern bei denen ein Waschportal über dem Fahrzeug entlang geführt wird. Auch viele Tankstellen bieten solche Einrichtungen an.

Gehören Sie zu denen, die lieber selber Hand anlegen und sich auf ihren eigenen Sauberkeitsanspruch verlassen möchten, gibt es Selbstbedienungswaschplätze. Auf diesen Plätzen stehen entsprechende Reinigungsgeräte zur Verfügung. Ebenso wie bei Autowaschstraßen wird das Angebot meist durch Autopflegeplätze mit Staubsaugern ergänzt.

Bei genehmigten und ordnungsgemäß betriebenen Autowaschanlagen und -plätzen werden folgende Punkte beachtet:

  • Das Autowaschwasser wird auf geeigneten Flächen aufgefangen und anschließend behandelt.
  • Die Waschanlagen und -plätze arbeiten ressourcenschonend und führen das Wasser im Kreislauf. Das heißt nicht, dass Ihr Auto mit schmutzigem Wasser gewaschen wird, denn das Wasser wird gereinigt, bevor es wieder in den Kreislauf gelangt.
  • Die Waschanlagen sind üblicherweise mit Schlammabtrennung, Öl- und Benzinabscheidern sowie Filtern (Quarzsand, Aktivkohle, Filtervliese) zur Abtrennung von Schmutzstoffen ausgestattet.
  • Mit Hilfe der Umkehrosmose wird salzfreies Wasser produziert, das die fleckenfreie Trocknung des gewaschenen Autos ermöglicht.
  • Das Autowaschwasser wird direkt vor Ort mit einer auf die Inhaltsstoffe des Abwassers abgestimmte Reinigungsmethode behandelt. So wird  sichergestellt, dass die zur kommunalen Kläranlage eingeleitete Schmutzfracht so gering wie möglich gehalten wird.
  • Außerdem wird durch die Kreislaufführung Wasser gespart und die abgetrennten Öle, Benzine und Schmutzstoffe werden einer Entsorgung zugeführt.

Autowaschmöglichkeiten in Ihrer Nähe können Sie den gelben Seiten entnehmen oder im Internet finden (unter den Stichworten Autopflege, Autowaschanlagen).

Informationen zum Ölwechsel

Nach § 6 der Kölner Stadtordnung dürfen Kraftfahrzeuge auf der Straße nicht repariert werden. Ein Ölwechsel ist als Reparatur anzusehen und stellt damit eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße geahndet werden kann.

Das Wasserhaushaltsgesetz verpflichtet Sie, Verunreinigungen des Wassers oder eine sonstige nachteilige Veränderung seiner Eigenschaften zu verhüten. Auf unbefestigten Flächen gibt es keine Möglichkeit Tropfleckagen aufzufangen, das heißt es fehlt die erforderliche Sorgfalt um eine Verunreinigung des Wassers zu verhüten.

Und wo kann man Öl wechseln?   

Wenn Sie saubere Finger behalten wollen, können Sie eine Autofachwerkstatt aufsuchen, die gleichzeitig das Altöl und den Ölfilter zurücknimmt. Außerdem gibt es eine Reihe von Schnellservice-Werkstätten, die auch einen Ölwechsel in ihrem Angebot haben.

Wenn Sie lieber selber das Öl wechselt, finden Sie an einigen Tankstellen Ölwechselautomaten, mit denen das Altöl abgesaugt werden kann. Die Aufstellflächen sind so ausgeführt, dass ausgehend von diesen Bereichen eine Grundwassergefährdung ausgeschlossen ist. Außerdem bieten die meisten Tankstellen inzwischen Ölzapfautomaten, an denen Frischöl aus wiederverwendbaren Gefäßen entnommen werden kann. Mit diesen Automaten werden zusätzliche Ölverpackungen gespart, die sonst als besonders überwachungsbedürftiger Abfall kostenintensiv entsorgt werden müssten.

Altöl richtig entsorgen

Beim Kauf von Motor- oder Getriebeöl sollten Sie darauf achten, den Kassenbeleg gut aufzubewahren. Denn jede Ölverkaufsstelle ist nach der Altölverordnung zur kostenlosen Rücknahme und ordnungsgemäßen Entsorgung von Altöl in der Menge des verkauften Frischöls verpflichtet. Mit dem Quittungsbeleg können Sie das Altöl bei der Verkaufsstelle abgeben.

Was tun, wenn Ihnen die Quittung abhanden gekommen ist?

Kostenpflichtig können Sie Altöl über spezielle Entsorgungsbetriebe entsorgen lassen, Adressen finden Sie in den gelben Seiten und im Internet.

Altölverordnung

Nur überlagertes und ungebrauchtes Motor- und Getriebeöl aus privaten Haushalten kann kostenlos bei den Wertstoff-Centern der AWB Köln GmbH in Köln-Ossendorf und -Gremberghoven abgeben werden. Die Annahme bei den Schadstoffmobilen ist nicht möglich. Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten der AWB Köln.

Müll-ABC, Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH & Co.KG

Gute Gründe für die fachgerechte Autowäsche und den Ölwechsel

Wichtig ist, dass das Altöl nicht einfach irgendwo abgestellt wird oder in der Umwelt landet. Denn ein Liter Öl verunreinigt 1.000.000 Liter Wasser!

Die Gefahr, dass durch Tropfleckagen, Pannen beim Ölwechsel oder durchs Autowaschen gefährliche Stoffe wie Öl und Schwermetalle mit dem Regenwasser in die Kanäle oder direkt in den Boden und das Grundwasser gelangen, ist sehr groß. Beim Autowaschen oder beim Ölwechsel auf der Straße läuft das Schmutzwasser in den Gully. Ein solcher Kanaleinlauf kann mit einer Mischkanalisation (Schmutz- und Regenwasser werden vermischt) verbunden sein, aber es gibt auch Gullys, die in reine Regenwasserkanäle führen.

Wenn die Regenwassereinläufe an ein Mischkanalisationsnetz angeschlossen sind, würde das durchs Autowaschen verschmutzte Wasser über das Kanalnetz in die kommunale Abwasserbehandlungsanlage geleitet. Aber auch dieser Abwasserweg ist keine geeignete Lösung, denn: Bis zur Kläranlage wird das Kanalnetz mit diesem Schmutzwasser belastet, aus dem sich beispielsweise Schmutzteile und Schwermetalle im Kanal absetzen können. Da das Autowaschwasser vor der Behandlung mit anderem Abwasser vermischt wird, wird beispielsweise die Abtrennung der Schwermetalle aufwändiger. Durch die Regenwasserkanäle und durch Versickerung gelangen dann die Schadstoffe direkt in ein Gewässer, beispielsweise in den Rhein, und führen zu einer Gewässerverunreinigung.

Um das zu vermeiden, sollte man sein Auto in den dafür geeigneten Einrichtungen waschen. Außerdem sollte jedem klar sein, dass bei der "üblichen" Handwäsche der Wasserverbrauch zu hoch ist. Um dem Grundsatz des Wasserhaushaltsgesetzes zur sparsamen Verwendung des Wassers gerecht zu werden, ist es besser sein Auto in einer genehmigten Waschanlage zu reinigen. Bei einer Autowäsche mit einem Schlauch ist der Wasserverbrauch zehnmal höher als in einer Waschanlage mit Wasserkreislaufführung!

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