Warum sind in Naturschutzgebieten nur die gekennzeichneten Wege zu betreten und warum ist das Baden verboten?

Allgemeines über Naturschutzgebiete

Naturschutzgebiete erfordern gemäß Bundesnaturschutzgesetz den besonderen Schutz von Natur und Landschaft und sind bedeutende Flächen zur Erhaltung der Artenvielfalt. Alle Handlungen, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Naturschutzgebiets oder seiner Bestandteile oder zu einer nachhaltigen Störung führen können, sind daher verboten. In Köln sind Schutzgebiete im Landschaftsplan der Stadt Köln rechtsverbindlich festgesetzt.

© Stadt Köln

Die Naturschutzgebiete der Rheinaue

Die Naturschutzgebiete "Rheinaue Worringen-Langel", "Rheinaue Langel-Merkenich", "Flittarder Rheinaue" und "Langeler Auwald rechtsrheinisch" wurden im Landschaftsplan der Stadt Köln vor allem wegen der noch vorhandenen naturnahen Auenbereiche mit Resten des Silberweidenwaldes, Röhricht- und Hochstaudenbeständen sowie Schlamm- und Kiesbänken und der Abgeschiedenheit als Refugium für gefährdete Vogelarten unter Schutz gestellt.

Durch den Rhein als Vogelzuglinie sind die Gebiete wichtige "Trittsteine" und von besonderem Wert als Brut-, Rast- und Überwinterungsbiotop, insbesondere für Wat- und Wasservögel.

Kölner Rheinaue, NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln e. V.

Das Naturschutzgebiet "Am Godorfer Hafen" im Kölner Süden zeichnet sich hingegen aufgrund der Artenvielfalt auf einer ehemaligen Kiesaufschüttungsfläche aus.

Ein Gebot der Naturschutzgebiete ist dabei die Ruhigstellung der Uferbereiche einschließlich der Flachwasserzonen zur ungestörten Entwicklung, um somit auch insbesondere Beeinträchtigungen brütender, rastender oder überwinternder Vögel zu unterbinden. Soweit es der Schutzzweck erlaubt, können Naturschutzgebiete der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Die Naturschutzgebiete dürfen deshalb nur auf den besonders gekennzeichneten Wegen betreten werden. Die Verbote beschränken sich in den Naturschutzgebieten der Kölner Rheinaue nicht alleine auf das Baden. Das bloße Betreten der Uferbereiche und auch das Anlanden mit Wasserfahrzeugen ist hier ebenfalls nicht gestattet.

Andere Naturschutzgebiete mit Gewässern

Innerhalb des Kölner Stadtgebietes finden sich auch diverse Naturschutzgebiete mit Stillgewässern. Es handelt sich vor allem um ehemalige Abgrabungsbereiche, häufig als Baggerseen bekannt. Innerhalb dieser Gebiete stellt sich die Problematik des Erholungsdrucks bezüglich Natur und Landschaft ähnlich dar wie in den Uferbereichen des Rheins. Und auch hier warnt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, DLRG e. V. wegen der uneinschätzbaren Gefahren eindringlich vor dem Baden.

Die Untere Naturschutzbehörde als Ordnungsbehörde

Die Untere Naturschutzbehörde als Sonderordnungsbehörde kann bei Nichtbeachten der oben genannten Verbote Bußgelder verhängen. Der Ordnungsdienst der Stadt Köln führt regelmäßige Kontrollen in den Naturschutzgebieten durch. Zu diesem Mittel greift die Untere Naturschutzbehörde verstärkt, da die in den Schutzgebieten aufgestellten Hinweis- und Verbotsschilder nicht hinreichend beachtet werden.

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