Tipps für Ihren Alltag

Die Anzahl heißer Tage und der Sommertage in Köln nehmen durch den Klimawandel zu. Das bedeutet jedoch nicht nur mehr sonnige Tage mit blauem Himmel und Badewetter. Die Folge sind immer häufigere Hitzeperioden mit Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius. Diese Temperaturen können den menschlichen Organismus ernsthaft belasten. Besonders in dicht bebauten Innenstädten, wo sich die heiße Luft staut, sollten die gesundheitlichen Gefahren nicht unterschätzt werden. Außerdem können Tage mit starker Hitze immer früher im Jahr auftreten - also dann, wenn sich der Organismus noch nicht auf höhere Temperaturen eingestellt hat. Umso wichtiger ist es, sich auf die Gefahren einzustellen und sich und andere vor extremer Hitze zu schützen.

Wer besonders gefährdet ist

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Nicht allen macht extreme Hitze gleichermaßen zu schaffen. Vor allem Menschen ab 65 Jahren, pflegebedürftige Menschen, Schwangere, Kleinkinder und Säuglinge sowie Übergewichtige sind stark gefährdet. Die Gefahr steigt mit zunehmenden Alter, weil die Fähigkeit des Körpers zur Selbstkühlung durch Schwitzen abnimmt. Außerdem haben ältere Menschen ein mangelndes Durstempfinden, trinken also entsprechend oft zu wenig, was die Fähigkeit zu schwitzen weiter reduziert. So kann sich der Körper bei Hitze rasch auf eine gesundheitsgefährdende Temperatur erwärmen. Hitze fordert ein angepasstes Verhalten besonders von gefährdeten Personen.

Gefahrenzeit bereits ab dem Frühjahr

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Grundsätzlich kann sich jeder Organismus an Hitze gewöhnen. Dieser Anpassungsprozess verläuft jedoch insbesondere bei älteren und pflegebedürftigen Menschen langsamer und weniger wirkungsvoll als bei jungen und gesunden Personen. Das Gesundheitsrisiko ist daher besonders hoch, wenn

  1. sich der Organismus bei den ersten hohen Temperaturen im Mai und Juni noch nicht auf warme Temperaturen eingestellt hat.
  2. bei länger anhaltenden Hitzeperioden im Sommer mit hoher Luftfeuchtigkeit und geringer Luftbewegung durch die Nachttemperaturen nicht unter 20 Grad Celsius sinken.

Essen und Trinken bei Hitze

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Das Durstgefühl setzt erst ein, wenn bereits viel Flüssigkeit verloren wurde. Daher: stündlich ein Glas Wasser trinken - auch wenn man keinen Durst hat. Empfohlene Getränke bei Hitze sind Leitungswasser, Mineralwasser, gekühlter Kräutertee, Tee mit Minze und Zitrone. Wichtig dabei ist, nicht eiskalte Getränke trinken! Meiden Sie Kaffee, stark gezuckerte und alkoholische Getränke (auch Bier!), denn sie entziehen dem Körper Flüssigkeit. Nehmen Sie leichtes, frisches und kühles Essen zu sich. Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten mit möglichst hohem Wassergehalt, zum Beispiel Obst, Gemüse und Salat. Führen Sie dem Körper Mineralstoffe zu, denn diese verliert der Körper beim Schwitzen. Eiweißreiche Nahrungsmittel (zum Beispiel Fleisch) sollten Sie meiden, weil diese die Körperwärme erhöhen.

 

In den eigenen vier Wänden

Prüfen Sie Ihre Wohnung auf mögliche Maßnahmen gegen Hitzebildung (zum Beispiel Aufkleben von Sonnenschutzfolien auf Fenster) und klären Sie diese wenn nötig mit dem Vermieter. Außenliegende Beschattung an den Fenstern, etwa Rolläden, schützen wirksamer vor Hitze als innenliegende (zum Beispiel Vorhänge). Lüften Sie nur frühmorgens und nachts. Tagsüber sollten Fenster, Jalousien und Vorhänge geschlossen bleiben. Verwenden Sie zur Kühlung einen Ventilator. Hängen Sie außerdem nasse Tücher auf. Wenn das Wasser verdunstet, wird die Luft gekühlt. Eingeschaltete Elektrogeräte geben ebenso Wärme ab wie manche Beleuchtungskörper - nach Gebrauch also ab besten ausschalten.

Die richtige Kleidung

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Tragen sie weite, leichte und atmungsaktive Kleidung. Sie ermöglicht, dass die Luft am Körper zirkuliert. Helle Kleidung reflektiert das Sonnenlicht. Der Körper heizt sich so weniger auf als mit dunkler Kleidung. Sorgen Sie dafür, dass sich die Luft um Sie herum bewegt. Verwenden Sie zum Beispiel Fächer. Schützen Sie im Freien vor allem den Kopf durch Sonnencreme, Sonnenbrille und eine Kopfbedeckung, denn das Gehirn ist durch Überhitzung besonders gefährdet.

Sich schonen und auf die Gesundheit achten

Vermeiden Sie körperliche Aktivität besonders während der heißesten Tageszeit (etwa 11 bis 18 Uhr). Verlegen Sie Einkäufe oder Sport in die kühleren Morgen- und Abendstunden. Achten Sie darauf, dass Sie selbst und andere sich bei Hitze nicht zu lange in parkenden Autos aufhalten. Verschiedene Medikamente können bei Hitze Probleme verursachen. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte frühzeitig mit dem Arzt darüber sprechen. Bestimmte Medikamente verlieren in warmer Umgebung ihre Wirksamkeit. Deshalb gilt: kühl lagern.

 

Füreinander Sorgen - besonders bei Hitze

Achten Sie auf Ihre Nachbarn, Freundinnen, Freunde und Familienangehörigen- insbesondere wenn diese zu einer der besonders gefährdeten Gruppen zählen und alleine leben. Die folgenden Tipps können dabei helfen, Schäden für die Gesundheit zu verhindern. Sprechen Sie mit gefährdeten Personen über Verhaltensweisen zum Gesundheitsschutz bei Hitze. Organisieren Sie tägliche Telefonate oder Besuche. Klären Sie Betreuungsmöglichkeiten durch Hilfsdienste während sommerlicher Hitzewellen. Stellen Sie die Versorgung mit Lebensmitteln und Getränken sicher (zum Beispiel durch eine Einkaufshilfe). Platzieren Sie eine gut lesbare Telefonliste mit Ansprechpersonen und Ärzten in der Nähe des Telefons der gefährdeten Person.

Erkrankungen bei Hitze

Hitze kann schwerwiegende Gesundheitsschäden hervorrufen, die bis zu einem tödlichen Hitzschlag führen können. Um gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden, ist rasches Handeln erforderlich. Wenn die folgenden Symptome auftreten, rufen Sie unverzüglich den Notruf an (112):

  • wiederholtes, heftiges Erbrechen
  • plötzliche Verwirrtheit
  • Bewusstlosigkeit
  • Sehr hohe Körpertemperatur (über 39 Grad Celsius)
  • Krampfanfall
  • Kreislaufschock
  • Heftige Kopfschmerzen

Erste Hilfe leisten

Bis zum Eintreffen der Rettung können folgende Maßnahmen hilfreich sein:

  1. Wenn die Person nicht atmet, sollte ein erfahrener Ersthelfer Mund - zu - Mund - Beatmung und Herzmassage einleiten.
  2. Atmet die Person, ist jedoch bewusstlos, so bringen Sie sie in die stabile Seitenlage, um eine freie Atmung sicherzustellen.
  3. Bringen sie die Person an einen kühlen Ort und legen Sie ihr kühle, feuchte Tücher auf Stirn, Nacken, Arme und Beine.
  4. Fächern Sie der Person energisch Luft zu, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Der Hitzeknigge wurde im Rahmen des Forschungsvorhabens "Ansätze und Erfolgsbedingungen in der Kommunikation zum Umgang mit Extremereignissen - Anpassung an den Klimawandel alltagstauglich machen und Eigenvorsorge stärken" umgesetzt und finanziert durch das

Umweltbundesamt
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Klimafolgen und Anpassung

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