Im Jahr 2004 wurde in Köln zum ersten Mal ein Integrationsrat gewählt. Er löste den bisherigen Ausländerbeirat ab und wird jeweils für die Dauer der Wahlperiode des Stadtrates neu gewählt. Die Wahl der 22 direkt zu wählenden Mitglieder findet jeweils am Tag der Kommunalwahlen statt. Der Integrationsrat arbeitet parlamentarisch und setzt sich für Chancengleichheit und gleichberechtigte Teilhabe für Kölnerinnen und Kölner mit Zuwanderungsgeschichte in allen Bereichen des politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenlebens in Köln ein.

Stadtrat und Integrationsrat stimmen sich über die Themen und Aufgaben der Integration in der Gemeinde ab. Der Integrationsrat kann sich darüber mit allen Angelegenheiten der Gemeinde, insbesondere wenn sie die Interessen der Kölnerinnen und Kölner mit Zuwanderungsgeschichte betreffen, befassen und Vorschläge und Anregungen machen. Er ist in allen wichtigen Angelegenheiten, die die Interessen der Kölnerinnen und Kölner mit Zuwanderungsgeschichte betreffen, zu informieren und vor der Beschlussfassung durch den Rat zu beteiligen. Der Rat weist dem Integrationsrat Mittel zu, die dieser, nach der Maßgabe einer vom Rat zu beschließenden Richtlinie der Förderung der Integrationsarbeit in Köln, selbstständig vergeben kann. Der Integrationsrat hat darüber hinaus die Möglichkeit einer eigenen Öffentlichkeitsarbeit.

Der Kölner Integrationsrat setzt sich beispielsweise für folgende Themen ein:

  • Verbesserung der politischen und gesellschaftlichen Beteiligung von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte
  • Förderung der natürlichen Mehrsprachigkeit in Kindertagesstätten und Schulen
  • Interkulturelle Öffnung der kommunalen Verwaltung
  • Förderung der Arbeit von Interkulturellen Zentren
  • Förderung der Antidiskriminierungs- und Antirassismusarbeit
  • Unterstützung von Flüchtlingen
  • Weiterentwicklung des "Konzeptes zur Stärkung der integrativen Stadtgesellschaft" sowie des "Interkulturellen Maßnahmenprogramms"
  • Sicherstellung einer angemessenen Verwaltungsstruktur zur Begleitung des Prozesses der Interkulturellen Öffnung
  • Durchführung von Veranstaltungen zur "Mehrsprachigkeit", "Doppelten Staatsbürgerschaft", zu den Jahrestagen des Brandanschlages in Solingen und des Nagelbombenanschlages in Köln
  • Veröffentlichung von Informationsmaterialen zum Abbau von Vorurteilen