Mitteilung des Integrationsrates der Stadt Köln

Der Integrationsrat Köln hat am 27. April 2015 einstimmig folgende Resolution gegen den Rassismus beschlossen:

"Der Integrationsrat der Stadt Köln sieht in der Bekämpfung menschenverachtender Einstellungen eine seiner besonderen Aufgaben. Aufgrund des Tatbestandes, dass der Rassismus sich nicht nur in breiten Schichten der Gesellschaft zunehmend ausbreitet, sondern auch ein institutioneller Rassismus festzustellen ist, beschließt der Integrationsrat in einer Resolution den Rat der Stadt Köln, den Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen, den deutschen Bundestag und nicht zuletzt die deutsche Öffentlichkeit aufzurufen, sich entschieden gegen alle rassistischen Entwicklungen zu wenden und dringend Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung zu ergreifen.

RASSISMUS - bruche mer nit, fott domet

Seit der letzten Wahl des Integrationsrates ist unsere Stadt mit vielen Facetten des Rassismus in Berührung gekommen.
Rassismus "lebt" von der Hervorhebung von Unterschieden sowie der pauschalierenden Einteilung von Menschen in Gruppen nach Kriterien wie Herkunft, Religion, Kultur et cetera. Dies geschieht um gesellschaftliche Unterschiede und Hierarchien zu begründen. Rassismus hat eine lange Geschichte – rassistische Konstruktionen und Denkweisen gehören zu unserem Alltag und werden in den alltäglichen Denk- und Handlungsweisen sowie in der Alltagskultur neu produziert. Von elementarer Wichtigkeit ist es daher, zu erkennen, wo und wann Diskriminierung und Alltagsrassismus beginnen, wie sie unsere Wahrnehmung beeinflussen und was man dagegen unternehmen kann.

Medien und Politik lassen zum Teil noch immer den dringend notwendigen sensiblen Umgang mit den Themen Migration und Asyl vermissen. Köln steht für Vielfalt, Meinungsfreiheit und Toleranz auf Basis freier, demokratischer Wertentscheidungen. Bereits aus diesem Grunde fand in den letzten Monaten jede, sich gegen Rassismus aussprechende, Demonstration über Parteigrenzen hinweg die Unterstützung der Stadt.
Der Integrationsrat der Stadt Köln, der Migrantinnen und Migranten unterschiedlicher Religionen und Ethnien eint, sieht sich in der besonderen Verpflichtung vor den Gefahren von Menschenfeindlichkeit und Radikalisierung zu warnen.
Wir verurteilen jede Art von Rassismus und Menschenfeindlichkeit entschieden und bekunden gegenüber allen Opfern menschenverachtender Einstellungen, Ideologien und Übergriffen und gegenüber deren Angehörigen, unser tiefstes Mitgefühl und unsere Solidarität. Zugleich fordern wir alle gesellschaftlichen Kräfte und staatlichen Gremien auf, den Rassismus nicht nur in ihren Erscheinungsformen, sondern in erster Linie in ihren Quellen zu bekämpfen. Den Staat, die Politik und die Medien fordern wir auf, sich selbstkritisch mit dem Rassismus in Deutschland und in Europa auseinanderzusetzen."