Frauen und Mädchen stärken und schützen – jeden Tag!

Am 25. November 2021 begehen wir den Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen. In den Jahren 2020 und 2021 ist ein besorgniserregender Anstieg der erfassten Gewalttaten, die gegen Frauen und Mädchen verübt werden, zu verzeichnen. Die Bandbreite an Gewalttaten umfasst Stalking, sexistische Hasskriminalität, körperliche und sexuelle Gewalt, Zwangsprostitution sowie Mord. Während im öffentlichen Raum vor allem sexuelle Übergriffe erfolgen, finden Körperverletzungen und Femizide oftmals im Privaten in Partnerschaften statt. Im letzten Jahr sind in Deutschland 148.031 Menschen Opfer von häuslicher Gewalt geworden, ein Anstieg von über 6.000 Fällen. Die Mehrzahl der Täter von häuslicher Gewalt ist männlich, 80 Prozent der Opfer sind weiblich. 

Die Zunahme von Gewalt gegen Frauen und Mädchen allein im häuslichen Umfeld macht uns wütend und fassungslos,

erklärten Tayfun Keltek, Vorsitzender, und Anna-Maria Klimaszewska-Golan, stellvertretende Vorsitzende des Integrationsrates Köln.

Wir müssen noch viel mehr tun, um Frauen zu stärken und zu schützen. Gesamtgesellschaftlich müssen wir der Benachteiligung und Herabsetzung von Frauen und Mädchen auf allen Ebenen entgegentreten! Es ist nicht hinnehmbar, dass in Deutschland jede dritte Frau einmal im Leben einen körperlichen Übergriff und/oder sexuelle Gewalt erleidet. 

Sorge bereiten Keltek und Klimaszewska-Golan auch Vorverurteilungen im Bereich der häuslichen Gewalt gegenüber Menschen mit internationaler Familiengeschichte.

Dieser Ansatz ist der wirksamen Bekämpfung genderspezifischer Gewalt nicht dienlich. Im Gegenteil, denn rassistische Vorurteile sorgen bei Frauen und Mädchen mit internationaler Familiengeschichte für eine weitere Schwächung ihrer Position. Denn Frauen und Mädchen, die tagtäglich Diskriminierung erfahren, werden häufiger Opfer von Gewalt durch ihren (Ex-)Partner – unabhängig vom sozialen Status. 

Quellen:

Kriminalstatistische Auswertung Partnerschaftsgewalt des Bundeskriminalamtes, Berichtsjahr 2020. 

Gesundheitliche Auswirkungen von Gewalt gegen Frauen. Bericht des Robert-Koch-Instituts, 2020.

Verteilung der Opfer von Gewalt in der Partnerschaft nach Straftat und Geschlecht in Deutschland im Jahr 2020 Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend - Frauen vor Gewalt schützen