Jede Frau hat das Recht darauf, gewaltfrei zu leben.

Hierauf machen wir jedes Jahr gemeinsam mit dem Arbeitskreis "Gegen Gewalt an Frauen und Kindern" um den 25. November herum aufmerksam. Es werden Hilfeangebote vorgestellt und Infomaterial für betroffene und Angehörige verteilt.

Warum ein Internationaler Tag?

Lateinamerikanische Frauenrechtlerinnen haben 1981 den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen ausgerufen. Er bezieht sich auf den 25. November 1960 und erinnert an die Ermordungen der aus der Dominikanischen Republik stammenden Widerstandskämpferinnen Patria, Maria Teresa und Minerva Mirabal durch das Trujillo-Regime.

Der Tod der Schwestern ist beispielhaft für die sexuelle, politische und kulturelle Gewalt gegen Frauen. Seit 1987 werden an diesem symbolischen Jahrestag weltweit Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt.

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen 2017

Wir sind gegen Gewalt-tätig. Lasst uns darüber sprechen! 

Filme und Musik lockten viele Gäste am 24. November ins Domforum. Der Kölner Arbeitskreis gegen Gewalt an Frauen, unter unserer Federführung, hatte zu einer Informationsveranstaltung zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen eingeladen. Die Gleichstellungsbeauftragte Dagmar Dahmen begrüßte die Gäste und die Frauen der zahlreichen Einrichtungen des Arbeitskreises und dankte ihnen für ihr zum Teil ehrenamtliches Engagement.

Beeindruckende Filmbeiträge von den Kölner Frauenhäusern und vom Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Notrufe zeigten, dass es Möglichkeiten für Frauen gibt, sich aus einer Gewaltsituation zu befreien. Die professionellen Beraterinnen des Kölner Frauenhilfenetzwerkes unterstützen und beraten Frauen auf ihrem Weg aus der Gewaltsituation.

Es gab zahlreiche Gespräche über die aktuelle Debatte in der Öffentlichkeit zum Thema Übergriffe. Viele Gäste merkten an, dass die Wahrnehmung der alltäglichen Gewalt gegen Frauen, insbesondere bei häuslicher Gewalt, in den Hintergrund geraten sei.

Denn: Fast ein Viertel aller Frauen in Deutschland haben Gewalt durch ihren Partner erfahren, so eine Studie der europäischen Grundrechteagentur aus dem Jahr 2014. Jede dritte Frau in Deutschland ist mindestens einmal in ihrem Leben von physischer oder sexueller Gewalt betroffen.

Die Gruppe "Haleb Colonia" rundete das Programm mit syrisch-kölschen Liedern ab.

Bei der Informationsveranstaltung machte der Kölner Arbeitskreis gegen Gewalt an Frauen auch auf die Aktion des bundesweiten Hilfetelefons #schweigenbrechen aufmerksam.

Bundesweites Hilfetelefon "Gegen Gewalt an Frauen": 08000 / 116016

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen 2016

Menschenkette als Symbol des Zusammenhalts

© © pict rider / Fotolia

"Sicherheit für Frauen und Mädchen! Immer und überall!" diese Forderung artikulierten die Teilnehmenden lautstark. Hunderte Frauen und Männer setzten ein starkes Zeichen. Mit einer Menschenkette über die Hohenzollernbrücke wurden die beiden Rheinseiten miteinander verbunden. Symbolisch wurde deutlich gemacht: ganz Köln positioniert sich gegen Gewalt an Frauen.

Im Anschluss versammelten sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Bahnhofsvorplatz, wo an Silvester 2015 Frauen und Mädchen massive sexuelle Übergriffe erleben mussten. Die Botschaft war klar: So etwas darf nie wieder passieren!

Petra Engel, kommissarische Gleichstellungsbeauftragte, wies in ihrer Ansprache darauf hin, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen immer noch allgegenwärtig ist, dass sie viele Formen hat und überall und auch mitten unter uns stattfindet. Gewalt gegen Frauen kann subtil und verborgen sein, sie findet im häuslichen Bereich, aber auch im öffentlichen Raum und im Internet statt.

Sie forderte alle auf, hinzusehen und zu handeln, auf brenzlige Situationen aufmerksam zu machen, egal ob auf der Straße oder in der Wohnung der Nachbarin! Denn: Jede Frau hat das Recht gewaltfrei zu leben! Immer und überall! Jedes Mädchen hat das Recht, ohne Unterdrückung und Gewalt aufzuwachsen! Jede Frau hat das Recht, sich frei und unbelästigt im öffentlichen Raum bewegen zu können.

Zum Abschluss stiegen 100 bunte Luftballons in den Kölner Abendhimmel auf, jeder einzelne mit der "Zettelbotschaft", dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen nicht tolerierbar ist. Wir organisierten die Aktion gemeinsam mit dem "Arbeitskreis gegen Gewalt an Frauen und Kindern" und der "Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt".

Danach ging es direkt weiter mit dem Protestmarsch "Wir fordern die Nacht zurück" von Lila in Köln. Mit Trillerpfeifen zog die laute und zum Teil bunt verkleidete Frauenschar durch die Innenstadt bis zum Rudolfplatz. Dort fand eine Abschlusskundgebung statt.